Wasser

    Absage an Lockerung der Pestizid-Grenzwerte im Wasser

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    In der Schweiz gilt ab 1. April weiterhin ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm Pestizid pro Liter in Gewässern, aus denen Trinkwasser entnommen wird.

    Wasser Pestizid
    23 Pestizide mit für Gewässerorganismen gefährlichen Konzentrationen überschritten sogenannte ökotoxikologische Qualitätskriterien teilweise über mehrere Wochen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm Pestizid pro Liter Gewässer bleibt weiter bestehen.
    • Der Wunsch zur Lockerung der Vorschriften von Doris Leuthard wird somit verweigert.
    • Für zwölf Pestizide gelten zudem besonders strenge Grenzwerte.

    In der Schweiz gilt ab 1. April weiterhin ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm Pestizid pro Liter in Gewässern, aus denen Trinkwasser entnommen wird. Damit nimmt das Departement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga Abstand von Plänen zur Lockerung der Vorschriften.

    Zwölf Pestizide haben besonders strenge Grenzwerte

    Doris Leuthard, ihre Vorgängerin an der Spitze des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), hatte die Grenzwerte noch erhöhen wollen. Das kam in der Vernehmlassung schlecht an, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Dienstag schreibt.

    pestizide
    Für zwölf Pestizide gilt am dem 1. April 2020 eine besonders strenge Regelung. - Keystone

    Für zwölf Pestizide führt die ab 1. April geltende neue Verordnung strengere Grenzwerte ein. Sie gelten als besonders problematisch für Wasserlebewesen. Für die anderen Pestizide gilt wie bisher generell der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter in allen Bächen, Flüssen und Seen.

    Das umfasst auch das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat. Es gilt als mutmasslich krebserregend. In der EU läuft die Zulassung Ende 2022 aus. Die Verlängerung ist höchst umstritten. In der Schweiz ist der Verkauf des Herbizids rückläufig.

    Grenzwerte werden nach verschiedenen Gewässern unterschieden

    Unter den zwölf Pestiziden, für die strengere Grenzwerte gelten, findet sich das Insektizid Cypermethrin. Dieses findet etwa in der Viehhaltung Verwendung. Es ist für Wasserlebewesen sehr problematisch.

    Im weiteren unterscheidet die neue Verordnung zwischen Grenzwerten für Gewässer und Grenzwerten für Gewässern mit Trinkwasserentnahme. In «normalen» Gewässern geht es um den Schutz von Fischen, Krebsen, Wasserflöhen und anderen Lebewesen.

    trinkwasser
    Für Gewässer, aus welchen Trinkwasser gewonnen wird, sind die Grenzwerte strenger reguliert. - Keystone

    Hier werden die Grenzwerte für 14 Stoffe erhöht. Nach Bafu-Angaben besteht bei ihnen aus wissenschaftlicher Sicht bis zu neuen Grenzwerten kein Risiko für die Gewässerfauna. Ein höherer Grenzwert gilt etwa für das Fungizid Cyprodinil.

    Für Gewässer mit Trinkwasserentnahme gelten diese erhöhten Grenzwerte nicht. Dort sind generell weiterhin 0,1 Mikrogramm Pestizide pro Liter zugelassen. Die Pestizidbelastung dieser Gewässer darf damit nicht höher sein als jene des Trinkwassers.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Landwirtschaft
    11 Interaktionen
    AP22+
    Pestizide
    11 Interaktionen
    Verankerung gefordert
    Guy Parmelin AP22+
    32 Interaktionen
    Agrarpolitik 2022

    MEHR WASSER

    480 euro zahnbürste
    6 Interaktionen
    CameraJet
    Limmat
    10 Interaktionen
    Zürich
    Wasserversorgung Goldingen-Meilen
    165 Interaktionen
    Seit 100 Jahren
    Grindelwald BE
    45 Interaktionen
    Wasser knapp

    MEHR AUS STADT BERN

    Abstimmung brieflich Reto Nause
    5 Interaktionen
    Bern betroffen
    schmezer kolumne
    44 Interaktionen
    Schmezer
    Wohlen BE
    Wohlen BE