Das Generationenprojekt zur Erreichung der städtischen Klimaziele benötigt eine Reorganisation der Wärmeversorgung.
Metropolitanraum Zürich
Blick auf die Stadt Zürich. - Keystone

Bis 2040 erschliesst die Stadt Zürich 60 Prozent des Siedlungsgebiets mit Fernwärme und Wärmeverbunden. Das Generationenprojekt zur Erreichung der städtischen Klimaziele verlangt eine Reorganisation der Wärmeversorgung.

Neu soll «Wärme Zürich» die Aktivitäten der städtischen Energieversorgungsunternehmen koordinieren und Immobilienbesitzenden als Anlauf- und Beratungsstelle dienen. Dem Gemeinderat wird ein entsprechender Nachtragskredit beantragt.

Die Stadt Zürich macht vorwärts mit dem Angebot umwelt- und klimafreundlicher Heizenergie. Dazu ist ein massiver Ausbau thermischer Netze geplant sowie die Einrichtung der Geschäftsstelle «Wärme Zürich».

Immobilienbesitzerinnen und -besitzer, die einen Ersatz der fossilen Heizung planen, können sich ab 2022 bequem an «Wärme Zürich» wenden und erhalten dort aus einer Hand Angebote zu klimafreundlichen Heiz-Alternativen am jeweiligen Standort sowie eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten.

«Wärme Zürich» vermittelt direkt an das Energieversorgungsunternehmen, das im betreffenden Gebiet das Fernwärmenetz oder einen Energieverbund betreibt oder plant.

Die Geschäftsstelle ist organisatorisch dem Departement der Industriellen Betriebe angegliedert. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat zur Gründung von «Wärme Zürich» einen Nachtragskredit. Finanziert wird die neue Organisation durch die drei Energieversorgungsunternehmen ewz, Energie 360° und Entsorgung + Recycling Zürich.

Ziel 2040: 60 Prozent des Siedlungsgebiets über thermische Netze versorgt Heute sind bereits gut 30 Prozent des Siedlungsgebiets mit thermischen Netzen (Fernwärme und Energieverbunde) erschlossen. Bis in 20 Jahren soll dieser Anteil auf rund 60 Prozent verdoppelt werden.

Für die Erschliessung der Quartiere müssen entsprechende Leitungen im Untergrund verlegt und Energiezentralen gebaut werden. Es sind Investitionen von 1,5 Milliarden Franken bis 2040 geplant. Einmal gebaut, haben die Leitungen eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren.

Der Ausbau geschieht in Etappen

Ein Umsetzungsplan regelt den Ausbau zeitlich und geografisch und legt die Rahmenbedingungen für die Energieversorgungsunternehmen fest. Bereits im Bau ist der Energieverbund in Altstetten-Nord und Höngg-West. Dieser Verbund nutzt die Wärme aus dem Klärwerk Werdhölzli. In Tiefenbrunnen und in der Lengg plant Energie 360° einen Energieverbund mit Seewasser. Das ewz plant weitere Seewasserverbunde im Seefeld und in der Innenstadt sowie Energieverbunde in den Gebieten Hardau-Sihlfeld, Enge und Albisrieden.

Im Hinblick auf die Stilllegung der Kehrichtverwertungsanlage Josefstrasse im März 2021 hat die Stadt eine Fernwärme-Verbindungsleitung vom Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz im Norden bis zur Josefstrasse im Kreis 5 gebaut.

Im entsprechenden Kredit enthalten ist der aktuelle Ausbau der Fernwärmeversorgung entlang der Verbindungsleitung. Mit dieser bietet sich die Chance, weitere Strassenabschnitte in den Quartieren Unterstrass/Oberstrass, Wipkingen, Gewerbeschule und Aussersihl mit Fernwärme zu erschliessen.

Über den dafür erforderlichen Rahmenkredit über 330 Millionen Franken entscheiden die Stimmberechtigten voraussichtlich im November 2021.

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