Stadt Zürich

    Zürich: Leuchtschrift fordert zur Sabotage der Arbeit auf

    Stadtpolizei Zürich
    Stadtpolizei Zürich

    Zürich,

    An der Energiezentrale Josefstrasse in Zürich leuchten ab Samstag, 24. Oktober 2026, zehn Arbeitsanweisungen. Die Intervention dauert bis Ende Januar 2027.

    Zürich
    Blick von der Kornhausbrücke über die Limmat (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Mit «HowToSabotageWorkBetter_2027.pdf» zeigt die «Mediengruppe Bitnik» an der Energiezentrale Josefstrasse in Leuchtschrift zehn Arbeitsanweisungen. Die temporäre Intervention stellt der digitalen Arbeitswelt Verlangsamung, Umwege und Ineffizienz entgegen.

    Wer mit der S-Bahn an der Energiezentrale Josefstrasse vorbeifährt, liest ab Samstag, 24. Oktober 2026 in roter Leuchtschrift Sätze wie «Work slowly», «Overcomplicate the simple» oder «Cry on zoom». Hinter den zehn Anweisungen steht die temporäre Kunstintervention «HowToSabotageWorkBetter_2027.pdf» der Mediengruppe Bitnik, realisiert im Auftrag der Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum (KiöR).

    Von «How to Work Better» zu «How to Sabotage Work Better»

    Der Ort ist bewusst gewählt. Die Energiezentrale liegt an einer stark frequentierten S-Bahn-Strecke. Entlang derselben Bahnstrecke zum Flughafen Zürich ist seit 1991 auch «How to Work Better» von Peter Fischli und David Weiss an einem Bürogebäude in Oerlikon zu sehen.

    Dieses Werk besteht ebenfalls aus zehn kurzen Formulierungen, die ursprünglich die Arbeiterinnen und Arbeiter in einer thailändischen Keramikfabrik zu besserer Arbeit motivieren sollten.

    Mehr als dreissig Jahre später greift die Mediengruppe Bitnik «How to Work Better» auf und führt die Arbeit weiter. Auch die neuen Anweisungen spielen mit bekannten Arbeitsprinzipien, kehren sie aber um oder treiben sie ins Absurde. In Zürich, heute ein wichtiger Standort für künstliche Intelligenz und Technologieunternehmen, stehen «Hold meetings instead of emailing», «Never allow shortcuts» oder «Doomscroll at work not in bed» für Unterbrechung, Verlangsamung und Ineffizienz.

    Damit setzt das Werk einen Gegenentwurf zur Steigerungslogik der digitalen Arbeitswelt.

    Sabotage als Strategie

    Diese Strategie hat historische Vorläufer: 1944 erstellte das US-amerikanische Office of Strategic Services das «Simple Sabotage Field Manual». Das Handbuch beschrieb einfache Möglichkeiten, mit denen Zivilistinnen und Zivilisten unter faschistischer Herrschaft Abläufe verlangsamen und Produktivität untergraben konnten. Nach dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump im Januar 2025 erlebte das «Simple Sabotage Field Manual» neue Aufmerksamkeit und verbreitete sich stark im Netz.

    Die Mediengruppe Bitnik überträgt die Idee der Sabotage in heutige Arbeitsrealitäten. Schon der Titel «HowToSabotageWorkBetter_2027.pdf» erinnert an einen Dateinamen aus dem digitalen Büroalltag. Eine Anleitung, die fragt, wie und wofür wir arbeiten, besonders dort, wo Technologien entwickelt werden, die unseren Alltag immer stärker prägen.

    Von der Fassade in den Arbeitsalltag

    Weitere Formate tragen die Leuchtschrift in den Arbeitsalltag der Stadt Zürich als Wirtschaftsstandort: beschriftete Bus-Hecks bringen die Sätze auf den Arbeitsweg, digitale Meeting-Hintergründe in virtuelle Sitzungen und Sticker-Editionen für Laptops ins Büro. So schleichen sich die Botschaften mit einem Augenzwinkern in gewohnte Arbeitsabläufe ein und bringen sie aus dem Takt. «HowToSabotageWorkBetter_2027.pdf» dauert bis am Freitag, 29. Januar 2027.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Kunsthaus
    Gemeinde
    Bregenz

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    4 Interaktionen
    Zürich
    7 Interaktionen
    Reklamationen!
    Zürich
    Zürich