Zürich: Jugendliche reichen acht Vorstösse beim Gemeinderat ein
An der vierten Jugendkonferenz in Zürich debattierten 99 Jugendliche. Acht von neun Vorstössen gehen an den Gemeinderat, der sie sechs Monate berät.

Acht Jugendvorstösse werden an den Züricher Gemeinderat übergeben.
Während europaweit darüber diskutiert wird, wie die Politik auf die Unzufriedenheit junger Menschen reagieren soll, bot am letzten Freitag die Jugendkonferenz der Stadt Zürich einen Einblick, wie Partizipation aussehen kann: 99 Jugendliche sind zur vierten Jugendkonferenz zusammengekommen, um ihre Anliegen an die Stadt Zürich einzubringen. Es wurden dem Gemeinderat 8 Jugendvorstösse übergeben.
Darunter sind Themen wie Aufklärung über sexualisierte Gewalt an Schulen oder verbesserte Information über Unterstützungsangebote bei psychischer Belastung. Über die Jugendvorstösse wird in den nächsten 6 Monaten im Gemeinderat diskutiert.
Eröffnet wurde die diesjährige Jugendkonferenz von der Stadträtin Simone Brander. Engagiert haben die jungen Menschen anschliessend ihre Anliegen in neun Gruppen diskutiert. Als Vorbereitung auf die Jugendkonferenz konnten sie bereits im Vorfeld über die Online-Plattform engage.ch ihre Ideen einreichen.
Die Teilnehmenden haben aber auch direkt an der Veranstaltung Anliegen formuliert. Über den ganzen Tag waren 13 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte vor Ort und begleiteten die Gruppen bei der korrekten Ausformulierung der Jugendvorstösse.
Die Abstimmung über alle ausgearbeiteten Jugendvorstösse am Nachmittag der Jugendkonferenz moderierte Amélie Galladé. Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber richtete ebenfalls noch das Wort an die Jugendlichen. Prelicz-Huber war es, die 2021 die Initiative im Zürcher Gemeinderat ergriff, um Jugendlichen eine Teilhabe am politischen System der Stadt Zürich zu ermöglichen, woraus der Jugendvorstoss als politisches Instrument resultierte: «Euer Engagement ist wichtig. Ihr wisst am besten, was ihr braucht, und wir haben in unserer direkten Demokratie die Möglichkeit, uns einzubringen. Nutzt diese Chance heute, und auch in Zukunft».
Die Jugendlichen vertraten im Plenum ihre Vorstösse und beantworteten kritische Fragen. Bei der Abstimmung im Ratssaal des Rathaus Hard wurden folgende 8 von 9 Jugendvorstössen angenommen:
Für mehr Mitbestimmung in der Schule
Mehr Lehrstellen und Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung
Für autonome und selbstverwaltete Räume
Generationengerechtigkeit im öffentlichen Verkehr
Aufklärung zu häuslicher und sexualisierter Gewalt an Schulen
Mehr Budget für schulische Aktivitäten
Wissen wohin: Frühere Unterstützung bei psychischer Belastung von Jugendlichen
Ombudsstelle für Primar-, Sekundar- und Sonderschülerinnen und Sonderschüler
Folgender Jugendvorstoss wurde abgelehnt: Ein sicheres schulinternes KI-Tool
Zum Schluss wurde der Einsatz aller Gruppenmoderatorinnen und Gruppenmoderatoren, unter anderem von der OJA Zürich, die Arbeit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und aller weiteren Mitwirkenden verdankt. Ebenso ging ein Dank an die teilnehmenden Jugendlichen und an das Sozialdepartement der Stadt Zürich für die finanzielle Ermöglichung.








