Das Zürcher Schauspielhaus Pfauen muss modernisiert werden. Wie stark in den historischen Bau eingegriffen werden soll, ist jedoch unklar.
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Ein Saal im Zürcher Schauspielhaus Pfauen. - Keystone

Das Zürcher Schauspielhaus Pfauen muss modernisiert werden. Wie stark in den historischen Bau eingegriffen werden soll, ist jedoch unklar. Der Stadtrat setzt nach wie vor auf die Total-Variante mit Herausreissen des historischen Saals. Diese würde 115 Millionen kosten.

Der Stadtrat ist der Ansicht, dass die Variante «umfassende Erneuerung» den höchsten Nutzwert bietet, sowohl für das Publikum als auch für den Theaterbetrieb, der sich heute in engen Gängen und mit zu wenig Platz abmüht.

«Umfassend» bedeutet konkret, dass der historische Saal, die Bühne und das Foyer komplett herausgerissen und ersetzt würden. Dabei würde der Saal um eine Etage angehoben, um so mehr Fläche zu schaffen. Nur bei der Fassade bliebe alles beim Alten.

Dieses Herausreissen des historischen Saales präsentierte die Stadtregierung schon vor zwei Jahren als beste Variante - sehr zum Missfallen des Heimatschutzes. Andere Optionen seien gar nicht geprüft worden, kritisierten die Heimatschützer damals.

Das Stadtparlament erteilte der Regierung deshalb den Auftrag, über die Bücher zu gehen und weitere Umbau-Möglichkeiten zu prüfen.

Auch diese anderen Varianten stellte der Stadtrat am Mittwoch vor: eine «Bestandssanierung» für 122 Millionen, eine «Sanierung mit kleinen Eingriffen» für 126 Millionen und eine «Sanierung mit grossen Eingriffen» für 132 Millionen. Diese würden den historischen Saal und die Bühne in unterschiedlichem Ausmass erhalten.

Für diese Varianten müssten aber zusätzliche Flächen aus dem Gebäudekomplex erschlossen werden, weshalb sie alle teurer wären als ein Totalumbau. Unklar ist zudem, ob die Stadt zusätzliche Flächen in den Nachbargebäuden überhaupt kaufen oder tauschen könnte.

Nach Ansicht des Stadtrates sei bei diesen drei Varianten zudem nur ein «beschränkter Nutzwert» für das Publikum und hinsichtlich des Betriebes erreichbar. Der Stadtrat bleibt deshalb dabei: Der Totalumbau sei vorzuziehen.

Sicher ist schon jetzt: Ohne Zwischenrufe wird die Modernisierung nicht über die Bühne gehen. Für den Heimatschutz ist das Herausreissen des historischen Saals nach wie vor «ein Akt der Ignoranz», wie er mitteilte. Er will sich weiter dafür einsetzen, dass der Raum erhalten bleibt und kündigt bereits Rekurs an.

Auch die Stadtzürcher SVP wehrt sich dagegen, dass «der Pfauen gerupft wird». Sie kritisiert wie der Heimatschutz, dass der Stadtrat auf dem Herausreissen des alten Saals beharrt.

Es sei zudem erstaunlich, dass die Corona-Pandemie und die sich abzeichnende Wirtschaftskrise bisher keine Bremswirkung auf das Kulturdepartement gehabt habe. Ihrer Meinung nach sollten nur die «dringend nötigen Sanierungen» gemacht werden.

Als nächstes wird sich das Stadtparlament mit dem Vorschlag des Stadtrates befassen. Der Stadtrat beantragt dem Parlament einen Kredit von 13,9 Millionen Franken. Sagt das Parlament Ja, wird damit ein Projektwettbewerb für den Totalumbau durchgeführt. Das letzte Wort wird aber das Volk haben. Voraussichtlich im Jahr 2024 dürfte die Abstimmung stattfinden.

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