Die Architekturwettbewerbe für eine Schulanlage und eine Wohnsiedlung an der Luchswiesenstrasse sind entschieden. Die Siegerprojekte liegen vor.
Projekt Visualisierung
Schulanlage Luchswiesen Siegerprojekt Lynx Visualisierung Blick von der Glattwiesenstrasse auf das Schulareal. - Stadt Zürich

Das Amt für Hochbauten hat im Auftrag von Immobilien Stadt Zürich und Liegenschaften Stadt Zürich zwei offene Architekturwettbewerbe für eine Schulanlage, Betreuungseinrichtungen und eine Wohnsiedlung an der Luchswiesenstrasse durchgeführt. Nun liegen die Siegerprojekte vor.

Die Aufgabenstellungen waren herausfordernd. Platz schaffen für fünfzehn zusätzliche Schulklassen, Ausbau des Betreuungsangebots und die Bereitstellung von deutlich mehr gemeinnützigem Wohnraum.

Dazu kommen Anforderungen zur Erreichung des Netto-null-Ziels und zum Erhalt der Freiräume. Eine vorgängig erstellte Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass eine Umsetzung all dieser Ziele nur möglich ist, wenn die beiden Bauvorhaben verknüpft werden. Die beiden Wettbewerbe wurden deshalb parallel durchgeführt.

Siegerprojekt Schulanlage: Alt und Neu geschickt kombiniert

Die zukünftige Schulanlage wird drei bestehende Bauten mit einem Neubau kombinieren, so entsteht ein reizvolles Nebeneinander von Alt und Neu. Im siegreichen Projekt Lynx von Parameter Architekten und Rosenmayr Landschaftsarchitektur aus Zürich bleiben die zwei Klassentrakte und der Spezialtrakt erhalten.

Anstelle der Turnhalle entsteht ein neues, zentrales Hauptgebäude. Die ebenfalls neue Dreifachsporthalle kommt unter den Pausenhof zu liegen. Die heutigen Kindergärten weichen einer Rasensportanlage und werden aufs benachbarte Areal der Wohnsiedlung verlegt.

Der sparsame Umgang mit den Flächen und die Photovoltaikanlage auf dem Dach tragen zu einer sehr günstigen Energiebilanz bei. Das Siegerprojekt erlaubt es, das bisherige Angebot an Freiflächen nicht nur zu erhalten, sondern zusätzlich aufzuwerten.

Wertvolle Baumgruppen auf dem Areal können erhalten bleiben. Zudem wird die parkartige Südwestseite des Areals um einen fürs Quartier zugänglichen Spielplatz vergrössert.

Siegerprojekt Wohnsiedlung: Mehr familientaugliche Wohnungen

Das Siegerprojekt Pergola von Blättler Heinzer Architektur aus Zürich und Kollektiv Nordost Landschaftsarchitekten aus St. Gallen schafft das Kunststück nicht nur etwas mehr, sondern auch grössere und familientauglichere Wohnungen zu schaffen.

Rund die Hälfte der flexibel gestaltbaren Wohnungen haben 4,5 und mehr Zimmer und lösen vorwiegend Kleinwohnungen ab.

Im direkt ans Schulareal grenzenden Gebäude finden vier Kindergärten und die Betreuungsinfrastruktur für die Tagesschule mit rund 700 Kindern Platz. Wohn- und Schulnutzungen sind dabei voneinander getrennt.

Grünflächen werden erweitert

Das Projekt schlägt drei höhere Zeilenbauten und niedrigere Atelierhäuser dazwischen vor, die filigrane und farbenfrohe Siedlung ist geprägt von Lauben und Passerellen.

Der durchfliessende ortstypische Grünraum wird nicht nur erhalten, sondern um Vertikalbegrünung und bepflanzte Dächer und Terrassen erweitert. Zudem entstehen zwei grosszügige Gartenhöfe, die mit Bäumen bepflanzt sind.

Das Parkplatzangebot der nachhaltig gebauten Siedlung wird aufgrund eines Mobilitätskonzepts gegenüber dem Standard um die Hälfte reduziert und in die benachbarte Schulanlage integriert.

Das von der Jury mit dem zweiten Platz gewürdigte Projekt Schwamendinger hat sich mit der Weiterentwicklung des Bestands auseinandergesetzt. Der Projektvorschlag erhält die drei bestehenden viergeschossigen Wohnzeilen und platziert zwei siebengeschossige Neubauten dazwischen.

Kaum Freiraum für Bewohner

Sowohl bei den Gesamtkosten wie auch bezüglich CO2-Bilanz weist das Projekt gute Werte auf. Durch diese massive Verdichtung bliebe gemäss Projektbeschrieb jedoch kaum zusammenhängender Freiraum für die Bewohnenden übrig.

Die Kindergärten und Betreuung müssten zudem in einem der Neubauten mitten in der Siedlung untergebracht werden, was zu einer sehr ungünstigen Verflechtung der Nutzungen führen würde.

Volksabstimmung im Juni 2024

Die Erstellungskosten der beiden Bauvorhaben werden auf rund 97 Millionen Franken geschätzt. Einschliesslich Reserven wird mit einem Objektkredit von rund 111,7 Millionen Franken gerechnet.

61,5 Millionen Franken für die Schulanlage, 5,1 Millionen für das Schulprovisorium und voraussichtlich 45,1 Millionen Franken für die Wohnsiedlung.

Die Siegerprojekte werden nun weiterbearbeitet. Der Objektkredit soll dem Gemeinderat voraussichtlich im Juni 2023 und der Stimmbevölkerung ein Jahr später vorgelegt werden. Der Bezug der Schulerweiterung und der ersten Etappe der Wohnsiedlung dürfte im August 2028 erfolgen. Die zweite Etappe der Wohnsiedlung sollte im August 2030 fertiggestellt sein.

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