Neu-Oerlikon soll belebter werden, aber den verbleibenden Industriecharakter behalten: Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch die Teilrevision der Sonderbauvorschriften (SBV) für das Gebiet, das nördlich an den Bahnhof Oerlikon grenzt, beraten.
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Der Bahnhof in Oerlikon ZH. - Keystone

Sehr viel angepasst, hat der Gemeinderat an der Vorlage des Stadtrats nicht. Neu dürfen auf einigen Baufeldern allerdings Wohnungen und Hotels nicht mehr dem Wohnanteil angerechnet werden, wenn diese regelmässig für weniger als ein Jahr vermietet werden, und keine Person dort ihren Haupt- oder Zweitwohnsitz hat.

Grundsätzliche Opposition zu den SBV kam nur von der SVP: Sie ist der Ansicht, dass das Wachstum am Bahnhof Oerlikon als einem der grössten Bahnhöfe der Schweiz damit nicht richtig gesteuert werde. Die anderen Parteien sprachen sich grundsätzlich für die Vorschriften aus, allerdings nicht ohne Zwischentöne.

Nicole Giger (SP) bezeichnete die SBV insgesamt als Gewinn für Oerlikon, das Gebiet sei bestens geeignet, verdichtet zu werden. Bisher sei es dort nicht sehr lebendig. Die FDP sieht die vorliegende Lösung als «Win-Win-Situation» für die involvierte ABB und die Stadt, die sich in einem zähen Ringen geeinigt hätten. «Es wäre der Super-GAU, würde das alles zunichte gemacht», sagte Sabine Koch.

Das sieht auch die Grünliberalen so: «Die GLP findet es eine gute Lösung», sagte Christian Monn. Allerdings gäbe es Raum für Besserungen, wie beispielsweise mehr Grünraum. Der politische Spielraum sei aber klein.

Das kritisierte auch die AL: Der Stadtrat habe immer wieder betont, dass sich am Geschäft nicht zu viel «herumschräubeln» lasse, da sonst alles auseinanderfalle, sagte Regula Fischer. «Was soll die parlamentarische Arbeit da noch?» Trotzdem bezeichnete Walter Angst die vorliegenden SBV als «Meilenstein», da man sehen könne, was die Stadt mit den verfügbaren Mitteln erreichen könne, etwa bei der Anzahl preisgünstiger Wohnungen.

Das Geschäft liegt nun bei der Redaktionskommission.

Die SBV sehen unter anderem vor, dass die verbliebenen historischen Gebäude als Zeitzeugen erhalten werden; so etwa die Halle 550 oder die Chicago-Halle. Dazu soll das Gebiet verdichtet und grüner werden. Die SBV sehen zudem einen Mindestanteil an preisgünstigem Wohnraum von insgesamt 8000 Quadratmeter vor.

Ein am Mittwoch ebenfalls vom Gemeinderat überwiesenes Postulat von AL und SP beauftragt den Stadtrat zu prüfen, wie in Neu-Oerlikon gemeinnützige Alterswohnungen erstellt werden können.

Ein grosser Teil des ehemaligen Industriegebiets Neu-Oerlikon wird heute bereits neu genutzt. Entstanden sind Wohn- und Geschäftsbauten sowie Parkanlagen.

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