Die Mitglieder der Zunft zur Meisen stellen die Frauenfrage. Sie könnten bereits im Frühling 2022 einen Grundsatzentscheid fällen.
Sechseläuten Zunft
Kein Umzug für die Zunft: Das Sechseläuten findett wegen Corona nicht statt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zürcher Zünfte sind bisher eine reine Männersache.
  • Eine Zunft diskutiert darüber, ob sie künftig auch Frauen aufnehmen will.

Die Mitglieder der Zunft zur Meisen diskutieren darüber, ob sie künftig auch Frauen aufnehmen wollen. Sie könnten im Frühling 2022 einen ersten Grundsatzentscheid fällen.

Vorerst läuft nun bis Ende Januar eine Vernehmlassung, wie die Zunft einen Bericht der «NZZ» von Mittwoch bestätigt. Die Zünfter können zum Konzept, das eine interne Arbeitsgruppe erarbeitet hat, Stellung beziehen.

Danach wird es gegebenenfalls noch angepasst. Allenfalls wird es auch noch vor der Generalversammlung am Tag vor dem Sechseläuten wieder zurückgezogen.

Zunft will zuerst Töchter als Gäste einladen

Das Konzept sieht eine behutsame Öffnung vor. Zuerst soll es eine fünfjährige Übergangsphase geben. Dabei sollen Töchter von Zünftern und weibliche Persönlichkeiten zunächst als Gäste an den Anlässen der Zunft zur Meisen teilnehmen dürfen. Danach könnten die Statuten angepasst werden, damit sie auch für Frauen offen steht.

In einer Zunft würden sich liberal denkende, interessante Menschen austauschen und nach spannenden Gesprächen bereichert nach Hause gehen. So begründen die Verantwortlichen in der «NZZ» den Anstoss, die Frauenfrage diskutieren zu wollen. Ohne Frauen sei die Hälfte der interessanten Menschen ausgeschlossen.

Die Zürcher Zünfte sind heute reine Männervereinigungen. 1989 wurde - als eine Art Ergänzung zur den Männerzünften - die Gesellschaft zur Fraumünster gegründet. Die oft als «Frauenzunft» bezeichnete Gruppe nimmt seit 2014 auch regelmässig beim Sechseläutenumzug teil. Offiziell allerdings nur als Gäste der aus Männer bestehenden Gesellschaft zur Constaffel.

Mehr zum Thema:

Sechseläuten NZZ