Zwanzig Jahre lang wurde geplant und vier Jahre gebaut: Am Donnerstagnachmittag ist das bislang grösste Zuger Strassenbauprojekt, die Tangente Zug-Baar, dem Verkehr übergeben worden. Damit erhält der Kanton seinen ersten Strassentunnel.
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Strassenbau. (Symbolbild). - Keystone

Zwanzig Jahre lang wurde geplant und vier Jahre gebaut: Am Donnerstagnachmittag ist das bislang grösste Zuger Strassenbauprojekt, die Tangente Zug-Baar, dem Verkehr übergeben worden. Damit erhält der Kanton seinen ersten Strassentunnel.

Die vier Kilometer lange Strasse entlastet die Stadtzentren von Baar und Zug und ist die neue Ost-West-Verbindung zwischen dem Zuger Berggebiet und der Talebene. Der Zuger Baudirektor Florian Weber (FDP) öffnete die Tangente am Mittag nach einer kleinen Zeremonie für den Verkehr.

Die Tangente Baar-Zug führt als zweispurige Kantonsstrasse vom Anschluss Margel an der Ägeristrasse zum Knoten Zugerstrasse im Talboden. Von dort verläuft sie auf der heutigen Südstrasse, die bis zum Autobahnanschluss Baar auf drei Spuren ausgebaut wurde. Eine Teilöffnung erfolgte bereits im vergangenen Jahr.

Bestandteil des Projekts ist neben elf Bachdurchlässen auch der 370 Meter lange Geissbühltunnel - der erste Strassentunnel im Kanton überhaupt. Er wurde ab 2018 im Tagebau erstellt und dient vor allem dem Sicht- und Lärmschutz.

Coronabedingt war kein grosses Eröffnungsfest möglich. Die ersten Fahrzeuge, die den neuen Tunnel offiziell befahren durften, waren Seifenkisten. Pilotinnen und Piloten aus rund 60 Schulklassen massen sich am vergangenen Wochenende in selbstgebauten Rennuntersätzen.

Die Kosten des bislang grössten Zuger Strassenbauprojekts wurden inklusive aller damit verbundenen Schutzmassnahmen sowie dem Ausbau des Fuss- und Radwegnetzes auf 201 Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten gehen zu Lasten der Spezialfinanzierung Strassenbau des Kantons Zug. In diese fliessen Erträge der Motorfahrzeugsteuern und Treibstoffzoll-Gelder.

1999 hatte der Regierungsrat den Gemeinden Baar und Zug den Auftrag erteilt, eine Ost-West-Verbindung zu planen, die den Verkehr aus den Berggemeinden an den Ortszentren von Zug und Baar vorbei direkt zur Autobahn führt. Die Stimmberechtigten des Kantons Zug hatten dem Projekt Ende 2009 klar zugestimmt.

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