Der Zuger Kantonsrat hat sich am Donnerstag in erster Lesung einhellig hinter die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf kantonalen Gebäuden sowie von Ladestationen für Elektromobile auf kantonalen Parkplätzen gestellt. Insgesamt sind Bruttoinvestitionen von rund 5,5 Millionen Franken vorgesehen.
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Ägypten kann mit Solarenergiekollektoren Strom produzieren. (Symbolbild) - Keystone

Der Zuger Kantonsrat hat sich am Donnerstag in erster Lesung einhellig hinter die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf kantonalen Gebäuden sowie von Ladestationen für Elektromobile auf kantonalen Parkplätzen gestellt. Insgesamt sind Bruttoinvestitionen von rund 5,5 Millionen Franken vorgesehen.

Dieses Vorhaben basiert auf verschiedenen politischen Vorstössen, die im Kanton Zug seit 2017 zum Thema Energie und Nachhaltigkeit eingereicht wurden. Unter anderem hatte das Parlament im September 2018 eine Motion der SP-Fraktion für teilerheblich erklärt. Das Hochbauamt wurde beauftragt, das Sonnenenergiepotenzial bei kantonalen Bauten zu prüfen und aufzuzeigen.

Diese Analyse zeigte auf, dass von 23 untersuchten Objekten 18 Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Für deren Installation müssen rund 4,5 Millionen Franken investiert werden. 670'000 Franken würden durch Subventionszahlungen vom Bund wieder zurückfliessen.

Laut den Berechnungen würde der Energieertrag knapp zwei Millionen kWh pro Jahr betragen, und es könnten jährlich 82'000 Kilogramm CO2 eingespart werden.

Weiter sieht die Vorlage vor, kantonale Parkplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge auszubauen. Dies soll eine Million Franken kosten. Ein grosser Teil soll in die Vorbereitung der dafür notwendigen Infrastruktur investiert werden. Die Installation soll Schritt für Schritt erfolgen. Damit soll verhindert werden, dass zu viele Parkplätze für Elektromobile bereitstehen, die unbenutzt sind.

«Endlich geht es vorwärts», sagte Virginia Köpfli (SP). Denn bisher habe der Kanton in dieser Angelegenheit sicher keine Pionierrolle übernommen. Dieser Kredit sei darum ein «wichtiger Schritt». Die kantonalen Massnahmen gegen die Klimakrise seien aber noch nicht auf einem «adäquaten Level». Die SP freue sich auch, dass es mit der Elektromobilität vorwärts gehe.

Jean Luc Mösch (CVP) sagte, die Vorlage treffe den Zeitgeist. Es gehe darum, für die Zukunft die wichtigen Weichen zu stellen. Dies befürworte seine Fraktion. Auch für die SVP machte es «ökologisch und wirtschaftlich Sinn», diese Investitionen zu tätigen.

In Anbetracht der gegebenen Wirtschaftlichkeit sind die Photovoltaikanlagen auch für die FDP «sinnvoll». Bei den Ladestationen für die Elektrofahrzeugen sei die FDP grundsätzlich einverstanden mit der Stossrichtung, sagte Thomas Gander. Die Fraktion erachte die Kosten aber als «etwas sehr hoch».

Ivo Egger (ALG) sagte, der Handlungsbedarf zur Eigenstromproduktion sei ökologisch, im Sinne der Vorbildfunktion des Kantons als auch finanziell vorhanden. Die Umsetzung bei allen Anlagen soll «schnellstmöglichst» vorangetrieben werden. Die zweite Lesung mit der Schlussabstimmung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

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