Gasometer wird zum grünen Erinnerungsort
Nach der Sanierung des historischen Gasometers ist rund um das Denkmal ein neuer öffentlicher Park mit Sitzgelegenheiten und Industriegeschichte entstanden.

Wie die Gemeinde Cham mitteilt, sind die Sanierungsarbeiten am historischen Gasometer in Cham abgeschlossen. Rund um das Bauwerk ist ein öffentlicher Platz mit Sitzgelegenheiten entstanden. Ein Originaltor des ehemaligen Papierigleises erinnert an die industrielle Vergangenheit von Cham.
Wo einst Industriegeschichte geschrieben wurde, ist mitten in Cham ein kleiner Park zum Verweilen entstanden. Offene Flächen, naturnahe Bepflanzung und Sitzgelegenheiten schaffen einen zusätzlichen Aufenthaltsort.
Die Anlage liegt nahe des im letzten Jahr realisierten Insektenparadieses auf dem stillgelegten Gleisareal südlich der Nestléstrasse. Der Gasometer bleibt der Anlage erhalten. Ein Originaltor des ehemaligen Papierigleises erinnert zudem weiterhin an die industrielle Vergangenheit und an die Zeit der Papieri Cham, als Cham noch stark vom Fabrikbetrieb geprägt war.
«Der Chamer Gemeinderat freut sich, der Bevölkerung mit diesem Ort ein weiteres Stück Cham mit Geschichte, Charakter und hoher Aufenthaltsqualität übergeben zu können», so Gemeindepräsident Georges Helfenstein.
Instandhaltung des Gasometers durch die Eigentümerin WWZ
Nebst der Umgebungsgestaltung wurde in den letzten Monaten zudem der Gasometer erneuert. Die Instandstellung erfolgte im Auftrag der WWZ und unter Auflagen der Denkmalpflege.
Die Anlage ist im Inventar der schützenswerten Denkmäler der Gemeinde Cham aufgeführt und steht damit unter besonderem Schutz. Im Rahmen der Arbeiten wurde der tonnenschwere Glockenbehälter ausgehoben, saniert und neu beschichtet. Zudem wurden Instandsetzungsarbeiten am Betonzylinder ausgeführt.
Die WWZ bleibt Eigentümerin des Grundstücks. Der zuständige Gemeinderat Drin Alaj erläutert: «Die Einwohnergemeinde Cham erhält das Nutzungsrecht und ist künftig für den Unterhalt der Parkanlage zuständig. So erhält Cham einen weiteren öffentlichen Ort, der zum Verweilen einlädt».
Einer der letzten Gasometer der Schweiz
Gebaut wurde ein erster Gasometer 1872 von der Chamer Milchfabrik mit dem englischen Namen «Anglo-Swiss Condensed Milk Company». Die Milchfabrik musste damals selbst Energie erzeugen, um die Fabrikation zu betreiben.
Deshalb erstellte die Anglo-Swiss eine eigene Gasfabrik. Um das erzeugte Gas zu speichern, baute sie östlich der Fabrik einen Gasometer. Später kam ein zweiter Gasometer hinzu. Die Überschüsse speiste die Anglo-Swiss bis 1925 in das öffentliche Gasnetz von Cham ein.
Die Chamer Strassen waren von da an nachts beleuchtet. Einer der beiden Gasometer wurde 1960 abgebaut, der zweite blieb bis ins Jahr 1990 zur Einweihung des Erdgasnetzes in Betrieb und ist seither stillgelegt. Das Objekt ist industriegeschichtlich von grosser Bedeutung.






