Zofingen

Zofingen AG: Stadtrat kontert Stadtklima-Initiative mit Gegenvorschlag

Stadt Zofingen
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Zofingen,

Der Stadtrat von Zofingen AG erachtet die Stadtklima-Initiative als zu starr und liefert einen Gegenvorschlag. Der Einwohnerrat entscheidet am 19. Oktober 2026.

Zofingen AG
Das Kunsthaus der Stadt Zofingen. (Symbolbild) - Nau.ch / Werner Rolli

Der Stadtrat will die Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels schützen – und setzt dabei auf den bewährten Weg, bei allen Projekten auch ökologische Aufwertungen zu prüfen.

Die Stadtklima-Initiative Zofingen erachtet der Stadtrat hingegen als zu starre Vorgabe. Er unterbreitet dem Einwohnerrat für die Sitzung vom 19. Oktober 2026 einen Gegenvorschlag.

Eine klimaangepasste Stadtentwicklung trägt dazu bei, die Folgen solcher Ereignisse zu begrenzen und gleichzeitig die Lebensqualität im Siedlungsraum zu erhalten. Dazu gehören unter anderem mehr Grün und Beschattung, die Entsiegelung geeigneter Flächen, ein naturnaher Umgang mit Regenwasser nach dem Prinzip der Schwammstadt sowie die Förderung der Biodiversität.

Klimaanpassung soll in Gemeindeordnung verankert werden

Der Stadtrat will diese Herausforderungen umfassend und langfristig angehen und beantragt deshalb dem Einwohnerrat, einen Gegenvorschlag zur Stadtklima-Initiative Zofingen anzunehmen. Die Hauptstossrichtung ist, die Ziele der Klimaanpassung in der Gemeindeordnung und somit auf höchster kommunaler Ebene zu verankern. Die konkrete Umsetzung soll im Rahmen der bevorstehenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sichergestellt werden.

Mit diesem umfassenden Ansatz müssen Klimaschutz und Klimaanpassung künftig bei der räumlichen Entwicklung der Stadt systemisch berücksichtigt werden. Gleichzeitig bleibt der notwendige Spielraum, um Massnahmen dort umzusetzen, wo sie fachlich sinnvoll, finanziell tragbar und langfristig wirksam sind.

Die Stadtklima-Initiative konzentriert ihre verbindliche quantitative Forderung auf öffentliche befestigte Flächen. Aus Sicht des Stadtrats umfasst eine wirksame Klimaanpassung jedoch deutlich mehr.

Sie betrifft die gesamte räumliche Entwicklung der Stadt – von Grün- und Freiräumen über Regenwassermanagement, Biodiversität und Beschattung bis hin zu klimaangepassten Baumaterialien, einer guten Durchlüftung des Siedlungsraums sowie einer nachhaltigen Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung. Zudem ist wirksame Klimaanpassung als gesamtstädtische Aufgabe zu verstehen, bei der öffentliche und private Akteure gleichermassen gefordert sind.

Unrealistische Zielsetzung der Initiative

Zusätzlich ist die Stadtklima-Initiative aber vor allem sehr starr gehalten. Gemäss Initiativtext müssten mindestens 5 % der öffentlichen befestigten Flächen im Eigentum der Einwohnergemeinde (Referenzjahr 2023) in den nächsten zehn Jahren entsiegelt und mit möglichst vielen Bäumen bepflanzt werden, um ökologisch wertvolle Grün- und Erholungsräume zu schaffen. Konkret würde eine Zustimmung zur Initiative die Stadt zu einer verbindlichen Entsiegelung von rund 18'000 m² innerhalb von zehn Jahren verpflichten, obwohl geeignete Flächen, technische und rechtliche Umsetzbarkeit, Investitions- und Folgekosten sowie der personelle Aufwand heute nicht ausreichend geklärt sind.

Eine Zustimmung zur Initiative würde somit eine verbindliche quantitative Vorgabe schaffen, deren Erfüllbarkeit heute nicht gesichert ist.

Stadtpräsident André Kirchhofer hält dazu fest: «Der entscheidende Unterschied liegt in der Steuerungslogik: Der Gegenvorschlag setzt auf das bewährte Vorgehen mit dem notwendigen Handlungsspielraum, die Initiative verpflichtet die Stadt zu einer starren Flächenvorgabe.» Entscheidend für den Stadtrat ist jedoch, dass Klimaschutzmassnahmen gezielt mit ohnehin anstehenden Bau- und Sanierungsprojekten verbunden werden. Dies ermöglicht Synergien und vermeidet unnötige Zusatzkosten.

Stadtrat Andreas Rüegger, Ressortvorsteher Hochbau und verantwortlich für die Stadtentwicklung, ergänzt:

«Am Schluss zählt die Wirkung. Wir wollen dort investieren, wo Massnahmen fachlich sinnvoll sind und ein gutes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen besteht.»

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