Der Startschuss für die Umsetzung der regionalen Energieplanung ist gefallen, denn die Vertreter von Gemeinden und Werken haben den Bericht unterschrieben.
Hansruedi Hottiger unterschreibt den gemeinsamen Bericht. - zofingenregio

Im Rahmen eines Festaktes im Zofinger Rathaus haben Vertreter von 15 Gemeinden und neun Werken den gemeinsam erstellten Bericht zur regionalen Energieplanung unterschrieben. Damit erklären sie sich einverstanden, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Umsetzung einzusetzen und das Ziel Netto-Null bis 2050 zu erreichen.

«Es ist fast schon ein historischer Moment», meinte Hansruedi Hottiger, Präsident des Regionalverbands zofingenregio. «15 Gemeinden und neun Werke aus der Region haben die regionale Energieplanung zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht und damit eine Pionierleistung erbracht.» Immerhin sei sie eine der ersten in der Schweiz.

Wechselvolle Geschichte mit erfolgreichem Ende

Mit der Unterzeichnung der Schlussfassung der regionalen Energieplanung gehe ein fast fünfjähriges Projekt zu Ende, das der Regionalverband zofingenregio seit 2016 führt und bisher auch zu einem Grossteil finanziert hat.

Bis 2017 seien Visionen und Leitlinien erarbeitet worden; dann habe es aber eine Zäsur gegeben, erklärt Hansruedi Hottiger. Die Zukunft der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) des Gemeindeverbands «Entsorgung Region Zofingen» (erzo) war unklar, und auch die Führung der erzo sowie die 2018 teilweise neu besetzten Gemeindebehörden mussten konsolidiert werden. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 wurden die Arbeiten an der regionalen Energieplanung wieder aufgenommen.

Verspätete Unterzeichnung aufgrund der Pandemie

«Inzwischen hatte jedoch der Bund seine Energieziele neu definiert, und im Kanton Luzern ist ein neues Energiegesetz in Kraft getreten», erzählt Hans-Ruedi Hottiger. Die regionale Energieplanung habe auf diese neue Ausgangslage reagiert und die Ziele entsprechend geschärft.

Ende 2020 seien der partizipative Erstellungsprozess beendet und der Schlussbericht verabschiedet worden. Dass die gemeinsame Unterzeichnung nun jetzt erst stattfinden konnte, sei der Pandemie-Situation geschuldet. «Eine wechselvolle Geschichte mit erfolgreichem Ende», resümiert der Regionalverbandspräsident.

Nächster Schritt: Umsetzung der Massnahmen

«Wichtig ist nun, dass die Planung nicht in die Schublade gesteckt, sondern Schritt für Schritt gemeinsam umgesetzt wird», meint Hottiger. Das Hauptziel sei klar: Die Energieversorgung mit Strom und Wärme in der Region Zofingen soll bis 2050 zu 100 Prozent erneuerbar und CO2-neutral erfolgen.

Eine gemeinsame Strategie, wie Synergien genutzt, eine höhere Energieeffizienz erreicht und die Nutzung und Produktion von erneuerbaren Energien in der Region erhöht werden kann, wurde bereits formuliert.

Die Regionalplanung zofingenregio initiiert und koordiniert nun die Umsetzung der regionalen Energiestrategie. Ein zentrales Element der Umsetzung ist die Koordinationsplattform Energieplanung. Die Regionalplanung zofingenregio lädt am 26. Oktober 2021 alle beteiligten Akteure zu einem ersten Treffen ein, um die Form der Zusammenarbeit, die Aufgaben und die Finanzierung zu besprechen.

Grosses Potenzial in der Region Zofingen

Wie dringend und nötig es ist, Massnahmen zu ergreifen, zeigte Michel Müller von der Firma EBP auf, die das zofingenregio-Projekt regionale Energieplanung von Anfang an begleitet hat.

«Die Auswirkungen eines Klimawandels ohne griffige Klimaschutz-Massnahmen sind in der Schweiz massiv», erklärt Müller. Auf dem Weg zur Klimaneutralität gebe es aber gerade in der Region Zofingen ein grosses Potenzial. «Doch dafür braucht es weiterhin alle Akteure: Bund, Kanton, Region, Gemeinden und Energieversorger.»

Wichtig sei, dass die zukünftige Energieversorgung so gestaltet werde, dass sie im Zieldreieck von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit liegt: «Es müssen nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Lösungen aufgezeigt werden.»