Strengelbach plant Steuerfusserhöhung auf 112 Prozent
Steigende Pflegekosten und Defizite belasten Strengelbach. Um das Budget auszugleichen, soll der Steuerfuss auf 112 Prozent steigen.

Wie die Gemeinde Strengelbach mitteilt, Die Ergebnisse der vergangenen Jahre weisen deutliche Verluste aus, beinahe im siebenstelligen Bereich. Das mittelfristige Haushaltsgleichgewicht wird seit ein paar Jahren nicht mehr erreicht.
Ein grosser Teil der Ausgaben ist fremdbestimmt, oft sind es Kosten die an die Gemeinden weiterverrechnet werden. Allein der Anstieg der Restkosten der Pflege war seit 2021 so stark, dass dieser zusätzlich neun Prozentpunkte bei den Gemeindesteuern ausmacht. Im gleichen Zeitraum wurde jedoch der Steuerfuss um acht Prozentpunkte gesenkt.
Steigende Pflegekosten belasten das Budget
Die vom Kanton in Rechnung gestellten Restkosten fürstationäre und ambulante Pflege steigen um 300'000 Franken auf über 1'600'000 Franken an. Die Erhöhung zeichnet sich aus den Quartalsabrechnungen im 2026 ab, mit einer steigenden Anzahl und teilweise höheren, kostenintensiveren Pflegestufen. Im Bereich der ambulanten Pflege (ohne Spitex Region Zofingen) zeichnet sich ebenfalls eine deutliche Kostensteigerung ab.
Die Restkosten der Heime und Werkstätten nehmen um 75'000 Franken zu und erreichen im 2027 mit CHF 1'500'000 Franken einen neuen Höchststand. Die Prognose des Kantons für die Zukunft der Kosten in diesem Bereich zeigt eine klare Fortsetzung des steigenden Trends.
Im Bereich der materiellen Hilfe wird von Kosten im Rahmen des Budgets 2026 ausgegangen. Diese Kosten sind sehr volatil und können je nach Anzahl und Art der Fälle stark von den Erwartungen abweichen.
Aus dem Finanzausgleich erhält die Einwohnergemeinde Strengelbach 31'000 Franken weniger als im 2026. Der nach wie vor sehr hohe Beitrag des Finanzausgleiches resultiert grösstenteils aus dem Steuerkraftaustausch. Die Steuerkraft in Strengelbach ist im kantonalen Vergleich sehr tief.
Steuerfusserhöhung auf 112 Prozent geplant
Von 197 Gemeinden im Kanton Aargau gehörte Strengelbach im 2025 zu den zehn Gemeinden, mit dem tiefsten Normsteuerertrag pro Kopf. Von diesen zehn Gemeinden mit einer tiefen Steuerkraft, hatte Strengelbach als einzige Gemeinde einen Steuerfuss unter 110 Prozent.
Um ein ausgeglichenes Budget zu erreichen, ist eine Steuerfusserhöhung auf 112 Prozent angezeigt. Diese Erhöhung deckt lediglich den Anstieg der Restkosten der Pflege in den vergangenen Jahren, die anstehenden Gebäudesanierungen werden dadurch noch nicht finanziert.
Investitionen in Strassen und Friedhofgebäude
Von den geplanten Investitionen der Einwohnergemeinde von über 1'940'000 Franken werden 108'000 Franken für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie des Gemeindesaals, 14'000 Franken für Gewässerverbauungen und 75'000 Franken für die BNO Revision aufgewendet.
Der Restbetrag ist für die Sanierung des Friedhofgebäudes (600'000 Franken) sowie für die Sanierung von Strassen (1'140'000 Franken) vorgesehen. Im Wasserbereich sind die 500'000 Franken hauptsächlich für Erneuerungen von Leitungen und den Ersatz der Zähler verplant. Im Abwasserbereich werden voraussichtlich 40'000 Franken für Leitungssanierungen aufgewendet.
Von den Investitionen der Einwohnergemeinde (ohne Wasser und Abwasser) kann aufgrund des Ergebnisses die Hälfte durch die Gemeinde selber finanziert werden, das Guthaben pro Kopf sinkt entsprechend.










