Murgenthal

Murgenthal AG: Roggenstrasse bleibt für Autos gesperrt

Gemeinde Murgenthal
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Zofingen,

Der Gemeinderat von Murgenthal AG hält die Roggenstrasse für Autos geschlossen. Ein Ausbau der Weidstrasse würde 600'000 Franken kosten.

Bauarbeiten.
Sperrung. (Symbolbild) - Pixabay

Die Verbindung zwischen der Roggenstrasse und der Steinackerstrasse steht nur dem öffentlichen Bus, den Unterhaltsdiensten, den Blaulichtorganisationen sowie Fussgängern und Velofahrern zur Verfügung. Dies geht auf die rechtskräftigen Erschliessungspläne Fichtenstrasse-Chaletweg und Weid-Neustadt von 2007 zurück, welche eine strikte Trennung der Verkehrsflüsse vorsehen.

Im Kommunalen Gesamtplan Verkehr ist die Prüfung der Öffnung dieser Verbindung für den motorisierten Individualverkehr als Massnahme mit hoher Priorität vorgesehen. Dies wiederum geht auf eine entsprechende Zusicherung des Gemeinderates im Zusammenhang mit der Baubewilligung für die Erschliessung Weid-Neustadt zurück.

Es liegt nun der Bericht eines spezialisierten Ingenieurbüros vor. Gemäss diesem genügt die Weidstrasse den Anforderungen an eine Quartiererschliessungsstrasse nur knapp. Da sich die Anzahl Begegnungsfälle mit Beteiligung des motorisierten Individualverkehrs bei einer Öffnung der Verbindung gegenüber heute etwa verfünffachen würde, wäre die Verkehrssicherheit von Fussgängern und Velofahrern nicht mehr gewährleistet.

Der öffentliche Bus müsste vermehrt mit Verspätungen rechnen. Am Knoten Hauptstrasse/Weidstrasse würden die Wartezeiten weiter verlängert. Für die Umsetzung des Vorhabens wäre ein Ausbau der Weidstrasse auf eine Fahrbahnbreite von 5,5 m mit baulich ausgebildetem Trottoir erforderlich.

Die Kosten dafür werden mit 600'000 Franken +/- 50 % veranschlagt. Dem Ausbau stehen bauliche und rechtliche Hindernisse im Weg wie Landerwerb, Wald, steile Böschung zum Rothkanal, bestehende Bauten. Es wird darauf hingewiesen, dass sich die Bergstrasse aufgrund der Klassierung und des Ausbaus deutlich besser dafür eignet, den Verkehr aus dem Gebiet Weid-Neustadt aufzunehmen.

Im Weiteren wird festgestellt, dass die Öffnung der Verbindung für die meisten Quartierbewohner keinen spürbaren Zeitgewinn zur Folge hätte.

Der Gemeinderat hält fest, dass eine wesentliche Erhöhung der Risiken im Bereich der Schulwege zwischen den Schulhäusern Riken und Friedau nicht in Kauf genommen werden kann. Gemäss Erschliessungsfinanzierungsreglement könnten wohl die Kosten des Strassenausbaus zu maximal 70 % den Eigentümern der davon profitierenden Liegenschaften überbunden werden. Diese dürften die Beitragspflicht mit dem Argument bestreiten, sie zögen aus der Doppelerschliessung keinen «wirtschaftlichen Sondervorteil».

Der geringe Nutzen, selbst für Quartierbewohner, spricht auch gegen die Finanzierung aus Steuergeldern. Die Gemeinde wird in den nächsten Jahren vermehrt zwischen Notwendigem und Wünschbarem unterscheiden müssen, denn dringliche, sich meist schon im Verzug befindende, Sanierungsmassnahmen an Liegenschaften und Strassen führen in den nächsten 10 Jahren zu einer erheblichen Verschuldung.

Der Gemeinderat hat aus bau- und sicherheitstechnischen Gründen entschieden, auf die Öffnung der Verbindung Roggenstrasse-Steinackerstrasse für den motorisierten Individualverkehr zu verzichten.

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