Stadtgrün treibt Rehe vom Friedhof Rosenberg zurück
Rund 15 Rehe frassen auf dem Friedhof Rosenberg in Winterthur Grabschmuck. Am 19. Oktober hat Stadtgrün sie in den angrenzenden Wald zurückgetrieben.

Auf dem Friedhof Rosenberg ernährten sich zuletzt etwa 15 Rehe unter anderem von frischem Grabschmuck und von der Bepflanzung der Gräber und der Anlage. Um den Schäden und Reklamationen von Hinterbliebenen entgegenzuwirken, hat Stadtgrün Winterthur in den letzten Monaten die Einfriedung des Friedhofs vervollständigt, erhöht und die Zugangstore mit automatischen Schliessmechanismen versehen. In einer organisierten Aktion sind anschliessend die auf dem Friedhofsgelände lebenden Rehe zurück in den Wald getrieben worden.
Am Morgen des 19. Oktober 2026 haben Mitarbeitende von Stadtgrün in einer mit der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung abgesprochenen und bewilligten Aktion die auf dem Friedhof Rosenberg lebenden Rehe zurück in den angrenzenden Lindbergwald getrieben. Der Zaun im Nordwestteil des Friedhofes wurde vorübergehend abmontiert und das gesamte Friedhofsareal von Osten her durch miteinander über Funk abgestimmte und koordinierte Treibegruppen durchkämmt.
Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, das Treiben so langsam und ruhig wie möglich durchzuführen, damit die Rehe nicht aufgeschreckt werden und panisch flüchten, sondern langsam nach Westen in den Wald ausweichen können. Weder Tiere noch Menschen wurden bei der Aktion verletzt. Im Anschluss an den Rehtrieb stellten die Mitarbeitenden von Stadtgrün die Zäune wieder auf.
Grund für die Vertreibungsaktion sind wiederholte Reklamationen von Trauergästen und Hinterbliebenen. Die vom angrenzenden Wald eingewanderten Rehe frassen mit Vorliebe frischen Grabschmuck und frische Grabbepflanzung und verwüsteten dabei die Grabgestaltung. Verschiedene tierschonende Vergrämungsmassnahmen blieben ohne langanhaltenden Erfolg.
Bauliche Massnahmen
Mit einem vom Stadtrat im Juni gesprochenen Verpflichtungskredit von 100'000 Franken konnten drei neue Tore im Bereich der Werkgebäude montiert werden, deren Türen sich nach Benutzung automatisch schliessen. Zudem konnte das grosse, historische Haupttor beim Eingang mit einem automatischen Schliessmechanismus ausgestattet werden, damit es auch von gehbehinderten Personen problemlos benutzt werden kann. Die Automatisierungstechnik musste im Boden versenkt werden.
Die Toröffnung wird mittels eines an einem Pfosten angebrachten Knopfes ausgelöst. Weiter wurde die Einfriedung des Friedhofs an einigen Stellen verbessert und erhöht. Neben den technischen Massnahmen ist das Verhalten der Friedhofbesuchenden entscheidend. Die mit Federn ausgestatteten Türen auf der Waldseite des Friedhofs müssen nach Benutzung unbedingt geschlossen bleiben und dürfen nicht blockiert werden.
Lebensraum Friedhof
Der Friedhof ist für Rehwild ein nahezu idealer Lebensraum. Die Tiere finden in der fein strukturierten Anlage ausreichend Deckung und Nahrung. Da von den Friedhofsbesuchenden keine Gefahr ausgeht und Hunde auf der Anlage vorboten sind, werden sie kaum aufgeschreckt und sind mit Menschen sehr vertraut.
Weil die Anlage für das Rehwild derart attraktiv ist, muss davon ausgegangen werden, dass trotz aller Massnahmen einzelne Rehe in den Friedhof zurückkehren könnten. Dazu reichen den schlanken Tieren bereits kleinste unbemerkte Lücken im Zaun oder eine offen gelassene Türe. Das Ziel von Stadtgrün Winterthur ist es denn auch, unter dem Arbeitstitel «Lebensraum Friedhof» ein gutes und vertretbares Gleichgewicht zwischen natürlicher Fauna und Flora und den Bedürfnissen der Menschen, insbesondere der trauernden Hinterbliebenen, aufrecht zu erhalten.








