Willisau LU: Lehratelier für Mode wird aufgelöst – 29 Lernende betroffen
Das Lehratelier der LU Couture AG in Willisau LU wird bis spätestens 2029 aufgelöst. Die 29 Lernenden können ihre Ausbildung regulär abschliessen.

Das Lehratelier für Bekleidungsgestaltung der LU Couture AG in Willisau wird wegen anhaltender finanzieller Schwierigkeiten nach 13 Jahren aufgelöst. Nachdem ein Transformationsprojekt zur Stabilisierung der Finanzen nicht den gewünschten Erfolg zeigt, hat der Regierungsrat beschlossen, keine weitere finanzielle Unterstützung zu leisten. Die aktuell 29 Lernenden können ihre Ausbildung regulär beenden, neue Lehrverträge werden jedoch keine mehr abgeschlossen.
Die LU Couture AG führt seit 2013 ein Lehratelier für Bekleidungsgestalterinnen und Bekleidungsgestalter mit Ateliers in Willisau und Luzern. In den vergangenen 13 Jahren wurden dort 107 junge Berufsleute erfolgreich ausgebildet und in den Arbeitsmarkt geführt. Der Kanton Luzern unterstützt den Ausbildungsbetrieb seit seiner Gründung finanziell und hält seit 2023 die Mehrheit der Aktien an der LU Couture AG.
Bereits wenige Jahre nach der Gründung zeigte sich, dass die ursprüngliche Finanzierung nicht ausreichte. Der Kanton erhöhte deshalb seine finanzielle Unterstützung in den Folgejahren mehrfach. Trotzdem geriet die LU Couture AG Ende 2025 erneut in einen Liquiditätsengpass.
Deshalb gewährte der Regierungsrat einmalig einen zusätzlichen Sonderbeitrag, lehnte aber eine dauerhafte Erhöhung der kantonalen Finanzierung ab. Gleichzeitig gab er der LU Couture AG den Auftrag, mit einem Transformationsprojekt bis spätestens 2028 für den Ausbildungsbetrieb ein finanziell nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Regierungsrat machte damals deutlich: Gelingt die Stabilisierung nicht, soll das Lehratelier geschlossen werden.
Voraussetzungen für eine Weiterführung sind nicht erfüllt
Die aktuelle Analyse des Verwaltungsrates der LU Couture AG zeigt nun, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann. Auch eine vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Weiterführung mit weniger Lernenden als bisher und lediglich am Standort Luzern würde zusätzliche kantonale Mittel erfordern. Der Regierungsrat hat deshalb entschieden, das Lehratelier nicht mit noch höheren Beiträgen zu unterstützen.
Aus diesem Grund kann die LU Couture AG das Lehratelier nicht weiterführen.
«Der Kanton hat sich über viele Jahre stark für das Lehratelier engagiert und die Finanzierung mehrfach erhöht. Die LU Couture AG hat in dieser Zeit über 100 jungen Menschen eine gute Ausbildung ermöglicht. Trotz aller Anstrengungen ist es aber nicht gelungen, den Betrieb finanziell nachhaltig aufzustellen. Deshalb ziehen wir jetzt die Konsequenz aus den bereits Ende 2025 festgelegten Bedingungen», sagt Regierungspräsident Dr. Armin Hartmann, zuständiger Bildungs- und Kulturdirektor.
Ausbildung der Lernenden hat Priorität
Die Schliessung des Ausbildungsbetriebs erfolgt schrittweise. Die 29 Lernenden, die heute bei der LU Couture AG in Ausbildung sind, sollen ihre Ausbildung wie geplant abschliessen können. Der Betrieb wird deshalb bis längstens Ende des Schuljahres 2028/29 weitergeführt, der Standort Willisau wird bereits per Ende 2027 aufgegeben.
Zudem wird geprüft, ob eine frühere Schliessung bereits im Sommer 2028 möglich ist. In diesem Fall würden für die verbleibenden Lernenden Ausbildungsplätze in anderen Kantonen gesucht.
«Wir haben uns diesen Entscheid nicht leicht gemacht. Die LU Couture AG hat über viele Jahre jungen Menschen eine qualitativ gute Ausbildung ermöglicht. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für einen sorgfältigen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Entscheidend ist jetzt, dass wir für die Lernenden gute Lösungen sicherstellen und die Schliessung gemeinsam mit der LU Couture AG verantwortungsvoll umsetzen», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Armin Hartmann.
Ausbildung in Bekleidungsgestaltung bleibt möglich
Mit der Schliessung der LU Couture AG verschwindet die Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin oder zum Bekleidungsgestalter nicht. Ausbildungsangebote bestehen weiterhin innerhalb und auch ausserhalb des Kantons Luzern, die der Kanton im Rahmen der interkantonalen Vereinbarungen mitfinanziert.
Der Verwaltungsrat der LU Couture AG ist für den schrittweisen Rückbau verantwortlich. Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung begleitet den Prozess eng. Mit dem schrittweisen Abbau kann auch eine sozialverträgliche Lösung für die Mitarbeitenden, welche das Atelier mit viel Herzblut geführt haben, sichergestellt werden.
Nach der Schliessung des Ausbildungsbetriebs soll die LU Couture AG liquidiert werden.
Nach Abschluss des Rückbaus entfällt die bisherige kantonale Betriebsfinanzierung des Lehrateliers. Langfristig rechnet der Kanton mit einem Netto-Minderaufwand von rund 0,4 bis 0,6 Mio. Franken pro Jahr.










