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Wil sagt Ja zu Nahwärmeverbund in Rossrüti

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Das Wiler Stadtparlament hat Kredite für den Ersatz alter Ölheizungen und den Aufbau eines Nahwärmeverbunds in Rossrüti bewilligt.

Die Marktgasse in Wil (SG).
Die Marktgasse in Wil (SG). - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Wil mitteilt, sind die drei Ölheizungsanlagen des Mehrzweckgebäudes (1981), der Schule (1984) und des Kindergartens (1995) Rossrüti am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Sie müssen ersetzt werden.

Aufgrund der Vorgaben (unter anderem kommunales Klimaprogramm) ist eine Wärmeerzeugung auf der Basis von erneuerbarer Energie vorgesehen. 2021 wurde ein Ingenieurbüro aus Wil beauftragt, ein Sanierungskonzept für die Gebäudetechnik zu erarbeiten.

Die Technischen Betriebe Wil TBW haben das Projekt zur Weiterbearbeitung übernommen und die ursprünglichen Ideen weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein Nahwärmeverbund, bei dem die Heizungsanlage in der Mehrzweckhalle durch eine Holzpellet-Anlage ersetzt und von dort aus ein kleines Nahwärmenetz zur Versorgung angrenzender Liegenschaften gebaut wird.

Neben dem Anschluss des Kindergartens und des Schulhauses konnte auch ein privates Doppeleinfamilienhaus zum Anschluss an die Nahwärme gewonnen werden. Die Realisierung der Planung, des Baus und des Betriebs der neuen Wärmeversorgung soll von den TBW in Form eines Contractings erfolgen. Dabei finanzieren und betreiben die TBW die Wärmeerzeugung und verkaufen Wärme an die angeschlossenen Gebäude.

Vorlage sorgt für kontroverse Debatte

Die FDP-GLP-Fraktion lehnte die Vorlage als «fachlich und technisch unsauber» ab: Der Ölheizungsersatz sei unbestritten, die geplante Anlage erfülle aber nur den Bedarf der Raumheizung, die Warmwasserproduktion laufe über unökologische Elektroboiler. Zudem könne eine Pellet-Anlage im Gegensatz zu einer Erdsondenanlage nicht kühlen, was für ein gutes Lernklima im Sommer wichtig wäre.

Auch die SVP-Fraktion sprach sich gegen die Vorlage aus. Sie kritisierte die Variantenauswahl als «faktisch eingeschränkt», da im Zuge einer Strassensanierung bereits vorgängig Leitungen für einen möglichen Wärmeverbund erstellt worden seien.

Die SP-Fraktion unterstützte die Vorlage, da Fragen zur Pellets-Variante schlüssig beantwortet worden seien. Die Fraktion GRÜNE prowil begrüsste grundsätzlich die Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien im Nahwärmeverbund, es seien aber Fragen offengeblieben.

Man sei also hin- und hergerissen, dennoch unterstütze eine Fraktionsmehrheit die Vorlage. Auch die Fraktion der Mitte-EVP unterstützte die Vorlage mehrheitlich, da der Ersatz der Ölheizungen unbestritten und die vorgeschlagene Lösung sinnvoll sei.

Stadtrat stimmt Krediten knapp zu

Die Bau- und Verkehrskommission empfahl dem Stadtrat die Beschaffung von ökologischen Pellets mit dem Zertifikat EN+ A1 oder gleichwertig. Diese Empfehlung wurde mit 20 Ja- zu 14-Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.

Mit 19 Ja- zu 15-Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen genehmigte das Stadtparlament für den Ersatz der Wärmeerzeugungen der Schulanlage Rossrüti einen Ausführungskredit von 141'000 Franken inklusive Mehrwertsteuer und für die Realisierung einer gemeinsamen Heizungsanlage auch für weitere Gebäude in Form eines Contractings eine Kredittranche von 427'000 Franken inklusive Mehrwertsteuer.

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