Das Areal Wil West ist ein Entwicklungsgebiet von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Regierungen der Kantone St. Gallen und Thurgau legen ihren Parlamenten nun die ersten Vorlagen zum Gemeinschaftswerk vor.
Sitzungssaal
Blick in den Sitzungssaal der St. Galler Regierung. (Symbolbild) - Keystone

In Wil West sollen auf einer Fläche von 33 Hektaren lokale Firmen, aber auch grosse Betriebe mit einer hohen Arbeitsplatzdichte angesiedelt werden. Geplant sind auch Grünflächen und Parks zur Erholung und als ökologischer Ausgleich.

Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk der Kantone St. Gallen und Thurgau, der Regio Wil, der Gemeinden Münchwilen TG und Sirnach TG sowie der Stadt Wil SG. Aktuell läuft unter der Federführung des Kantons Thurgau die öffentliche Mitwirkung zur kantonalen Nutzungszone, der planungsrechtlichen Grundlage für die Arealentwicklung. Gleichzeitig braucht es erste parlamentarische Grundsatzentscheide, um das Vorhaben weiter voranzutreiben, wie die beiden Kantone am Freitag mitteilten.

Weil der Kanton St. Gallen der grösste Grundeigentümer im Teilgebiet Münchwilen ist, hat der Kantonsrat über einen Sonderkredit für die Finanzierung der Grundeigentümeraufgaben zu befinden. Der Kanton rechnet mit einem Initialaufwand von bis zu 35 Millionen Franken.

Für die Finanzierung der Erschliessung, der Entwicklung und der Vermarktung des Areals Wil West wird für die Jahre 2022 bis 2030 ein Sonderkredit von 29 Millionen Franken gewährt, heisst es in der Botschaft des Kantons. Der Kredit kann auf die Folgejahre übertragen werden, sollten sich bei der Realisierung Verzögerungen ergeben.

Der Kanton Thurgau als Standortkanton stellt die zentrale Infrastruktur für Wil West bereit. Diese besteht laut Kanton aus der neuen, rund 550 Meter langen Kantonsstrasse sowie rund 2300 Metern neuen, separat geführten Fuss- und Radwegen. Der Grosse Rat entscheidet mit dem Netzbeschluss über die zentrale Infrastruktur der Standortentwicklung.

Das Areal liegt direkt an der Autobahn A1 und an wichtigen ÖV-Verbindungen. Die neuen Verkehrsführungen sollen die Agglomeration Wil entlasten. Kernstück ist eine Umfahrungsstrasse, die unter anderem einen besseren Autobahn-Zugang ermöglicht. Vorgesehen sind zudem neue Buslinien sowie eine zusätzliche Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn.

Für den Kanton Thurgau belaufen sich die Investitionen abzüglich den unten genannten Bundesbeiträgen auf schätzungsweise 35 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich über das Agglomerationsprogramm mit rund 15 Millionen Franken, wie es weiter heisst.

Mehr zum Thema:

Autobahn Franken Bahn A1