Abstimmungssonntag: Wil West steht für nachhaltige Entwicklung
Am 8. März 2026 stimmt die Bevölkerung des Kantons St.Gallen über das Grundstückgeschäft Wil West ab. St.Gallen winken Einnahmen von 10,4 Millionen Franken.

Wie die Gemeinde Zuzwil schreibt, soll im Westen der Stadt Wil ein neues Wirtschaftsgebiet entstehen. Wil West ist ein Projekt der Kantone St.Gallen und Thurgau sowie der Gemeinden der «Regio Wil».
Sie wollen das Gebiet Wil West zu einem attraktiven und modernen Standort für bestehende und neue Unternehmen ausbauen. Das schafft neue Arbeitsplätze.
Des Weiteren wollen sie Industrie und Gewerbe an einem Standort vereinen. Das fördert einen sorgsamen Umgang mit dem Boden und bremst die Zersiedelung in den Gemeinden.
Auch die Verkehrswege sollen verbessert werden. Das vermindert die Verkehrsüberlastung in der Region Wil. Schliesslich soll Wil West die Stadt Wil und die Nachbargemeinden als attraktiven Wohn- und Lebensraum erhalten und weiterentwickeln.
Autobahnanschluss für Standortentwicklungsprojekt
In der Stadt Wil und den Gemeinden Münchwilen, Sirnach, Wilen und Rickenbach kommt es während der Stosszeiten regelmässig zu Stau. Autofahrende weichen in die Quartiere aus, Busse verspäten sich und die Lärm- und Abgasbelastung steigen.
Die Region mit rund 120'000 Einwohnern fordert schon lange einen Autobahnanschluss im Westen Wils. Der Bundesrat bewilligte 2023 den Anschluss.
Mit einer Bedingung: Ein Standortentwicklungsprojekt wie Wil West wird realisiert. Nur dann baut und bezahlt der Bund den Anschluss.
St.Galler Stimberechtigte lehnten Sonderkredit ab
Die Grundstücke für das Projekt Wil West liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Münchwilen im Kanton Thurgau, gehören aber dem Kanton St.Gallen.
Ursprünglich wollte der Kanton St.Gallen die zwei Grundstücke im Umfang von 125'000 Quadratmetern selbst erschliessen und vermarkten. Mit einem Sonderkredit von 35 Millionen Franken hätte er das vorfinanziert.
Die St.Galler Stimmberechtigten lehnten den Sonderkredit im Jahr 2022 ab. Der Nein-Stimmenanteil betrug 52,58 Prozent. Damit war das Vorhaben mit der Vorfinanzierung durch den Kanton St.Gallen nicht mehr möglich.
Mehr Umweltschutz, mehr Fruchtfolgeflächen
Wil West wurde mit der Politik zwischenzeitlich massgeblich optimiert: noch besserer Bodenschutz, nachhaltige Mobilität, Klimaanpassung, Biodiversität, energieeffizientes Bauen und eine Zertifizierung nach dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz.
Für die Fruchtfolgeflächen von rund 18 Hektaren im Kanton Thurgau wird eine vollständige Kompensation sichergestellt, so wie es das Gesetz verlangt. Zusätzlich werden im Kanton St.Gallen freiwillig weitere Böden aufgewertet. Das bedeutet: Die landwirtschaftliche Nutzung wird langfristig gesichert.
Damit das verbessere Projekte realisiert werden kann, will der Kanton St.Gallen seine Grundstücke an den Kanton Thurgau verkaufen. Die St.Galler Grundstücke in der Thurgauer Gemeinde Münchwilen werden zum Marktpreis verkauft. Netto erzielt der Kanton St.Gallen Einnahmen von rund 10,4 Millionen Franken.






