Gossau (ZH)

    Gossau ZH plant 2027 mit fast ausgeglichenem Budget

    Gemeinde Gossau ZH
    Gemeinde Gossau ZH

    Wetzikon,

    Der Gemeinderat von Gossau ZH budgetiert für 2027 ein Minus von 208'191 Franken. Über Budget und Steuerfuss entscheidet die Gemeindeversammlung am 16. November.

    Gossau ZH
    Die Gemeindeverwaltung Gossau (ZH) (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Der Gemeinderat Gossau ZH beantragt für 2027 einen unveränderten Steuerfuss von 117 Prozent. Das Budget weist einen Aufwandüberschuss von CHF 208'191 aus und ist damit nahezu ausgeglichen.

    Für den Erhalt und die Erneuerung der Infrastruktur sind Nettoinvestitionen von rund CHF 6,7 Millionen vorgesehen. Eine Herausforderung bleibt deren längerfristige Finanzierung: Die selbst erwirtschafteten Mittel reichen dafür nicht vollständig aus.

    Das Budget 2027 rechnet mit einem Aufwand von rund CHF 78,03 Millionen und einem Ertrag von rund CHF 77,82 Millionen. Bei der Erarbeitung stand eine realistische Planung der notwendigen Leistungen und die Begrenzung des Kostenanstiegs im Vordergrund.

    Auf der Ertragsseite erwartet die Gemeinde höhere Steuereinnahmen. Diese steigen gegenüber dem Budget 2026 um rund CHF 3,88 Millionen auf CHF 44,37 Millionen. Gleichzeitig sinkt der kantonale Finanzausgleich um CHF 2,11 Millionen auf rund CHF 12,33 Millionen.

    Ursache dafür ist die gegenüber dem kantonalen Durchschnitt stärker gestiegene Steuerkraft von Gossau im Jahr 2025. Auf der Aufwandseite wirken sich unter anderem höhere Kosten für Bildungs- und Sozialleistungen sowie steigende Abschreibungen aus.

    Beim Vergleich mit früheren Jahren ist eine Änderung der Verbuchung zu berücksichtigen: Ab 2027 entfallen die internen Personalkostenverrechnungen weitgehend. Dadurch werden Aufwand und Ertrag gegenüber dem Budget 2026 um je rund CHF 3,5 Millionen tiefer ausgewiesen. Diese buchhalterische Umstellung verändert das Gesamtergebnis nicht und stellt keine Einsparung dar. Gesetzlich oder vertraglich erforderliche Verrechnungen bleiben bestehen.

    Die Investitionsplanung konzentriert sich auf den Werterhalt der bestehenden Infrastruktur. Schwerpunkte bilden Strassen- und Kanalisationssanierungen, Arbeiten an den Schulanlagen, der Ersatz von Schliessanlagen sowie die Sanierung und Raumoptimierung des Gemeindehauses. Weitere Vorhaben betreffen Dachsanierungen und den Hitzeschutz in Schulräumen.

    Insgesamt sind Investitionsausgaben von rund CHF 7,19 Millionen und Einnahmen von CHF 488'000 vorgesehen. Die daraus resultierenden Nettoinvestitionen von rund CHF 6,7 Millionen liegen knapp 47 Prozent unter dem Vorjahresbudget.

    Die Selbstfinanzierung beträgt knapp CHF 5 Millionen. Damit kann die Gemeinde rund 74 Prozent der geplanten Nettoinvestitionen aus selbst erwirtschafteten Mitteln decken. Die verbleibende Finanzierungslücke von rund CHF 1,7 Millionen muss durch vorhandene flüssige Mittel oder zusätzliche Fremdmittel gedeckt werden.

    Der höhere Selbstfinanzierungsgrad gegenüber dem Budget 2026 beruht hauptsächlich auf dem geringeren Investitionsvolumen; die Selbstfinanzierung bleibt nahezu unverändert.

    Auch über das Budgetjahr hinaus besteht Handlungsbedarf. Gemäss vorliegender Finanzplanung steigt die Nettoschuld voraussichtlich von rund CHF 6,9 Millionen Ende 2027 auf rund CHF 20,2 Millionen Ende 2030. Die Investitionen ab 2028 werden deshalb vertieft überprüft und priorisiert.

    Dabei sind bestehende Verpflichtungen, die Dringlichkeit der Vorhaben und ihre Folgekosten zu berücksichtigen. Verschiebungen sollen nicht zu Schäden an der Infrastruktur oder unverhältnismässigen späteren Mehrkosten führen.

    Bei der Gemeindeverwaltung liegt die budgetierte Lohnsumme mit CHF 9,4 Millionen rund CHF 395'000 unter dem rechnerischen Bedarf. Die Umsetzung dieser Vorgabe erfordert eine verbindliche Abstimmung von Aufgaben, Leistungen und Personalressourcen. Verwaltungsleitung und Abteilungen erarbeiten dazu Entscheidungsgrundlagen.

    Notwendige Anpassungen des Leistungsumfangs sind durch die zuständigen politischen Organe festzulegen.

    Der Gemeinderat will die finanzielle Steuerung weiterentwickeln und die Budgetierung enger mit der mehrjährigen Finanz- und Investitionsplanung sowie den Legislaturzielen verbinden. Regelmässige Berichte sollen Abweichungen frühzeitig sichtbar machen und rechtzeitige Entscheide ermöglichen. Ziel ist es, die notwendigen Leistungen und den Werterhalt der Infrastruktur zu sichern und gleichzeitig den finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde zu erhalten.

    Über das Budget 2027 und den Steuerfuss entscheidet die Gemeindeversammlung am Montag, 16. November 2026.

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