Über das Sanierungsprojekt der Kehrichtverbrennungsanlage Linth in Niederurnen entscheidet ebenfalls die Gommiswalder Bevölkerung am 13. Februar 2022.
Gemeindeverwaltung Gommiswald an der Rietwiesstrasse 2.
Gemeindeverwaltung Gommiswald an der Rietwiesstrasse 2. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Gommiswald mitteilt, soll die Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Linth in Niederurnen umfassend saniert und erweitert werden. Die Gommiswalder Bevölkerung stimmt über das Projekt am 13. Februar 2022 ab.

Die politische Gemeinde Gommiswald gehört dem Zweckverband für die Kehrichtbeseitigung im Linthgebiet (KVA Linth) an und besteht aus 28 Zweckverbandsgemeinden der Kantone Glarus, Schwyz und St. Gallen.

Die KVA Linth in Niederurnen erfüllt im Dienst der Gesellschaft vielfältige Aufgaben. Sie verwertet jedes Jahr bis zu 116'000 Tonnen Siedlungs-und Industrieabfälle. Ausserdem produziert sie Ökostrom, versorgt Unternehmen und Private mit hauseigener Wärme und rezykliert Metall.

Umrüstung der Anlage

Die Anlage der KVA Linth wurde 1973 eröffnet und seither stetig erneuert und modernisiert. In den kommenden Jahren steht nun ein weiterer wegweisender Entwicklungsschritt bevor.

Im Rahmen des Projekts «KVA Linth 2025» soll die über 40-jährige Ofenlinie 2 ersetzt und eine umfangreiche Ertüchtigung der im Jahr 2001 erbauten Ofenlinie 1 erfolgen.

Die Abgasreinigungen der beiden Ofenlinien werden auf den neusten Stand der Technik gebracht. Die Dampfturbinen machen einer effizienteren Turbogruppe Platz und der heutige nasse Schlackenaustrag wird für eine bessere Metallrückgewinnung auf Trockenschlacke umgerüstet.

Finanzierung von 198 Millionen Franken

Mit dem Erneuerungsprojekt stellt die KVA Linth die zeitgemässe, wirtschaftliche und umweltverträgliche Abfallverwertung langfristig sicher. Gemäss dem aktuellen Projektierungsstand ergeben sich Investitionskosten in der Höhe von 198 Millionen Franken. Dieser Betrag ist vergleichbar mit dem Investitionsbedarf von aktuellen Projekten anderer Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen.

Die Finanzierung soll grösstenteils durch zukünftige Einnahmen aus Verbrennungsgebühren gedeckt werden. Zudem stehen Rücklagen über 30 Millionen Franken für das Projekt zur Verfügung.

Durch die Steigerung von Energieproduktion und Metallrückgewinnung können zudem inskünftig weitere Erträge generiert werden. So sollen die Investitionskosten innert 25 Jahren ab Fertigstellung amortisiert werden können. Für die 28 Zweckverbandsgemeinden fallen durch das Projekt keine direkten Kosten an.

Nachdem die Räte der Zweckverbandsgemeinden für das Projekt grünes Licht gegeben haben, entscheiden die Stimmbürger der jeweiligen Gemeinden im kommenden Frühjahr über den Baukredit in der Höhe von 198 Millionen Franken.

In Gommiswald findet hierfür am Abstimmungssonntag vom 13. Februar 2022 eine entsprechende Urnenabstimmung statt.

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