Uster setzt Zeichen der Erinnerung

Nau.ch Lokal
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Greifensee,

Uster beteiligt sich am Projekt «Zeichen der Erinnerung» für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Ein öffentlicher Gedenkanlass findet am im März 2026 statt.

Das Stadthaus von Uster. - Kanton Zürich
Das Stadthaus von Uster. - Kanton Zürich - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Uster mitteilt, gedenkt das Projekt «Zeichen der Erinnerung» denjenigen Menschen, die im Kanton Zürich von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen betroffen waren. Viele von ihnen wurden gegen ihren Willen in Pflegefamilien, Heime oder Arbeitsanstalten eingewiesen und erlitten grosses Leid.

Bis 1981 konnten solche fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ohne Gerichtsurteil angeordnet werden. Das Projekt macht diese Schicksale sichtbar und setzt ein Zeichen der Anerkennung des begangenen Unrechts.

Uster mit vier weiteren Gemeinden als Pilotgemeinde

Federführend im Projekt «Zeichen der Erinnerung» sind der Kanton Zürich und der Verband der Gemeindepräsidien des Kantons Zürich. Die Stadt Uster hat sich zusammen mit vier weiteren Gemeinden bereit erklärt, sich als Pilotgemeinde zu engagieren.

Die Stadt Uster setzt sich damit aktiv für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur ein. Dies geschieht mit «Erinnerungspunkten» – dezenten, violetten Informationstafeln im öffentlichen Raum. Eine der Informationstafeln findet sich beispielsweise beim Brunnen am Stadthausplatz bei den Bänken.

Über QR-Codes erhalten Interessierte Zugang zu vertieften Informationen, Zeitzeugenberichten und Hintergrundmaterial. Mit der sichtbaren Verankerung der Erinnerung im öffentlichen Raum übernimmt Uster Verantwortung für eine bewusste und transparente Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Öffentlicher Gedenkanlass am 17. März 2026

Der Anlass vom Dienstag, 17. März 2026, im Gemeinderatssaal steht im Zeichen der öffentlichen Anerkennung für das begangene Unrecht an den Betroffenen. Er setzt den Fokus auf ein bewusstes Hinschauen und klares Nennen, dass Leid verursacht wurde, dass dieses Unrecht geschehen ist.

«Die Aufarbeitung dieses Kapitels der Sozialgeschichte ist ein wichtiger Schritt hin zu Anerkennung, Sensibilisierung und einem respektvollen Umgang mit der Vergangenheit», sagt Stadträtin und Abteilungsvorsteherin Soziales, Petra Bättig.

Die Stadt Uster lädt die Bevölkerung ein, am Anlass teilzunehmen. Das Ensemble Letizia Fiorenza und David Sautter gestalten den Abend musikalisch. Die Schauspielerin Wanda Wylowa liest ausgewählte Texte.

Der Anlass beginnt um 19 Uhr (Türöffnung 18.30 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung wird nicht benötigt.

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