Fällanden ZH: Sanierung des Gemeindehauses kostet 29 statt 14 Millionen
In Fällanden ZH kostet die Sanierung des Gemeindehauses 29 statt 14 Millionen Franken. Die Gemeindeversammlung befindet im Juni 2027 über einen Zusatzkredit.

Weil die Kosten für die geplante Sanierung des Gemeindehauses deutlich höher ausfallen als ursprünglich prognostiziert, hatte der Gemeinderat die Projektierung im vergangenen Mai vorsorglich gestoppt. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung wird die Grundsatzabstimmung an der Urne aber nicht wiederholt. Stattdessen entscheidet die Gemeindeversammlung, wie es mit der dringend notwendigen Erneuerung des Gemeindehauses konkret weitergehen soll.
Die Bevölkerung erhält damit die Möglichkeit, sich zur Weiterführung der Sanierung unter den heute bekannten Rahmenbedingungen zu äussern.
Der Gemeinderat hatte im Oktober 2023 eine Variantenabstimmung an die Urne gebracht.
Eine Sanierung des bestehenden Gebäudes für CHF 14 Mio. stand einem Neubau mit Nutzungserweiterung für CHF 33 Mio. gegenüber. 60 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für die Sanierung aus. In der Folge bewilligte die Gemeindeversammlung vom Juni 2024 einen entsprechenden Projektierungskredit in der Höhe von CHF 1.2 Mio. Im Verlauf der Projektierung zeigte sich allerdings, dass die damalige Kostenschätzung für die Sanierung viel zu tief angesetzt war. Das inzwischen ausgearbeitete Vorprojekt weist Sanierungskosten von CHF 29 Mio. aus.
Die Berechnungen sind bereits durch ein Gutachten überprüft und bestätigt worden.
Die markante Kostenerhöhung veranlasste den Gemeinderat im Mai 2026 dazu, das Projekt zu sistieren.
Dem Gemeinderat ist es ein Anliegen, dass sich die Bevölkerung ihre Meinung über die Zukunft des Gemeindehauses auf Basis von korrekten Informationsgrundlagen bilden kann.
Er strebte darum anfänglich eine Wiederholung der Urnenabstimmung über die Varianten «Sanierung oder Ersatzneubau» an. Vertiefte juristische Abklärungen haben nun aber ergeben, dass der Volksentscheid von 2023 für den Gemeinderat eine Verpflichtung zur Sanierung darstellt. Der gesetzeskonforme Weg hin zu einer neuerlichen Grundsatzabstimmung wäre umständlich und mit erheblicher zeitlicher Verzögerung verbunden.
Vor diesem Hintergrund unterstützt der Gemeinderat den Weg der Sanierung des Gemeindehauses weiterhin – zumindest vorerst. Für die Bevölkerung eröffnet sich dennoch die Möglichkeit, ihren Willen zum Sanierungsprojekt in Kenntnis aller aktuellen Fakten zu äussern. Weil nämlich der gesprochene Projektierungskredit aufgrund der nun deutlich höheren.
Bausumme für eine Weiterführung des Projekts nicht ausreicht, muss der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Zusatzkredit in der Höhe von rund CHF 0.6 Mio. beantragen.
Der Souverän kann auf diese Weise nochmals vor der Ausarbeitung einer fertigen Umsetzungsvorlage zum Ausdruck bringen, ob er eine Sanierung unter den neuen Rahmenbedingungen immer noch befürwortet oder nicht.
Gemäss aktueller Umsetzungsplanung findet die Abstimmung über den genannten Zusatzkredit aller Voraussicht nach an der Gemeindeversammlung vom Juni 2027 statt. Der Gemeinderat organisiert im kommenden Frühjahr eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema. Dabei wird er die Ausgangslage einordnen, die Konsequenzen aus einer Annahme oder Ablehnung des Zusatzkredits aufzeigen und Fragen aus der Bevölkerung beantworten.
Aktuelle Unterlagen zum laufenden Sanierungsprojekt des Gemeindehauses – darunter die Dokumentation des Vorprojekts sowie ein Rechtsgutachten zum politischen Prozess – sind einsehbar unter www.faellanden.ch.






