Projekt «Mosaik» für Schönau überzeugt

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Thun,

Steffisburg wählt «Mosaik» für die Schulanlage Schönau. Das Projekt kombiniert Sanierung und Neubau und bleibt unter dem Kostendach von 35 Millionen Franken.

Die Dorfbibliothek im alten Gemeindehaus von Steffisburg.
Die Dorfbibliothek im alten Gemeindehaus von Steffisburg. - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Wie die Gemeinde Steffisburg mitteilt, hat die Gemeinde den Studienauftrag für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Oberstufe Schönau abgeschlossen. Das Beurteilungsgremium – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Schule sowie externen Fachpersonen – empfiehlt einstimmig, das Projekt «Mosaik» des Planungsteams um Brügger Architekten (Thun) und Studio Lima (Bern) weiterzuverfolgen.

Es überzeugte die Jury gleichermassen mit der klaren Gesamtstruktur und der Einbindung in den bestehenden Kontext. Die Gemeinde stellt das Siegerprojekt der Bevölkerung am 31. März 2026 an einem Informationsanlass vor.

Zusammenführung aller Oberstufenklassen

Die Schulraumplanung ist in Steffisburg seit Jahren ein zentrales Thema. Der Gemeinderat erkannte, dass es angesichts des Zustands der Schulanlagen und des gestiegenen Raumbedarfs Massnahmen braucht, um die veränderten Anforderungen an Lehr- und Lernformen zu erfüllen.

An der zentral gelegenen Anlage Schönau soll zudem eine Zusammenführung aller Oberstufenklassen der Gemeinde umgesetzt werden.

Für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Oberstufe Schönau lancierte die Gemeinde 2025 einen Studienauftrag mit drei Planungsteams. Dabei war unter anderem die Art der Total- und Teilsanierung zu klären.

Es ging um die Frage, ob die zusätzlich benötigten Räume durch Anbauten, Aufstockungen oder teilweise Neubauten geschaffen werden sollen.

Basis für verschiedene Settings und Re-Use-Strategie

Das Siegerprojekt plant Teilsanierungen von Schönau I, Schönau II sowie Aula – und einen Neubau, Schönau III, der den bisherigen Spezialtrakt ersetzt. Das Beurteilungsgremium erachtet einen Neubau als notwendig, weil die bestehenden Strukturen grundlegende Mängel (Raumaufteilung, technische Infrastruktur) aufweisen, die eine Sanierung nur unzureichend beheben würde.

Die Idee von Schönau III sieht vor, dass sich jeder Unterrichtsraum in kleinere Einheiten gliedern lässt. Das Konzept unterstützt verschiedene pädagogische Settings – Unterricht im Klassenverband, Arbeiten im Gruppenraum, projektorientiertes Lernen in offener Lernlandschaft – und bietet das Gerüst für einen zukunftsfähigen Schulbetrieb.

Die Weiterentwicklung der Schulanlage erfolgt möglichst ressourcenschonend. Das Konzept sieht vor, die Gebäudestrukturen von Schönau I, Schönau II und Aula durch minimale Eingriffe zu ergänzen. Bauteile des heutigen Spezialtrakts werden für Sanierungen oder Neubau nach Möglichkeit weiterverwendet.

Diese Re-Use-Strategie stärkt die Verbindung zwischen Bestand und Neubau, reduziert den ökologischen Fussabdruck und führt nicht zuletzt auch den Nutzenden vor Augen, wie ein respektvoller Umgang mit vorhandenen Materialien funktioniert.

Viele Bewegungs- und Spielmöglichkeiten

Im Vergleich mit dem bisherigen Spezialtrakt wird Schönau III südlich verschoben, was im Zentrum der Anlage mehr Raum gibt für einen grosszügigen Platz mit identitätsstiftendem Charakter. Dieser neue Pausenplatz wird etliche Bewegungs- und Spielmöglichkeiten bieten; weitere Aufenthalts- und Lernorte sind auf Dachflächen von Schönau II und Schönau III vorgesehen.

Die sichere und unproblematische Ausgestaltung dieser Dachnutzung wird im weiteren Planungsprozess konkretisiert. Das Areal wird zudem durchgehend barrierefrei gestaltet und stellenweise entsiegelt.

Partizipation und Provisorium

In der nächsten Phase wird das Siegerprojekt auf Grundlage der Rückmeldungen des Beurteilungsgremiums vertieft ausgearbeitet und anschliessend in die Vorprojektphase überführt; zu prüfen sind etwa die Fassadengestaltung und die Belichtung einzelner Räume. Die Einbindung der Nutzenden sowie weiterer Interessengruppen ist ausdrücklich vorgesehen, namentlich betreffend Aussenraum.

Zum gegebenen Zeitpunkt wird die Bevölkerung an der Urne abstimmen: über das bereits möglichst breit abgestützte Projekt und den Kredit, sobald Klarheit herrscht betreffend Folgekosten.

Die Realisierung ist etappiert geplant. Während Rück- und Neubau wird ein Provisorium eingesetzt, damit der Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird. Anschliessend erfolgen die Sanierungen der bestehenden Gebäude.

Projekt bleibt unter Kostendach

Die Kostenschätzungen aus der Machbarkeitsstudie 2024 prognostizierten eine Gesamtinvestition von rund 35 Millionen Franken inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer. Das Siegerprojekt liegt unter dem vorgegebenen Kostendach, obschon es von den drei Beiträgen aus dem Studienauftrag sowohl die grösste Geschossfläche als auch den höchsten Neubauanteil aufweist.

Die bisher nicht einkalkulierten Ausgaben für das Provisorium werden in die weitere Planung und Kreditberechnung einbezogen, mit besonderem Augenmerk auf eine wirtschaftlich tragfähige Lösung.

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