Nach den Planungsarbeiten und Verhandlungen will die Stadt Thun 2022 das Baugesuch für den Fuss- und Veloweg zwischen Bahnhof und Gewerbestrasse einreichen.
Thun
Ein Bild von Thun aus der Vogelperspektive. - pixabay

Die geplante Langsamverkehrsverbindung vom Bahnhof Thun ins Schwäbisquartier ist Teil des Agglomerationsprogramms Thun und auch im städtischen Gesamtverkehrskonzept enthalten.

Mit der Realisierung will die Stadt den Fuss- und Veloverkehr attraktiver und sicherer gestalten und somit die Verkehrssituation verbessern. Das Projekt steht aufgrund der Linienführung und des Platzbedarfs in direkter Abhängigkeit zu übergeordneten Planungen des Bundesamts für Verkehr und der SBB.

Nach intensiven Planungsarbeiten, Verhandlungen und Evaluationen der optimalen Linienführung konkretisiert sich jetzt das Vorhaben.

Der Gemeinderat erläutert den aktuellen Stand auch im Rahmen der Beantwortung der «Interpellation I 5/2021 betreffend Standort der Langsamverkehrsverbindung Bahnhof - Selve - Schwäbis, inklusiv Brücke Selve – Schwäbis».

Abschnitt Bahnhof-Selve muss wegen SBB-Interessenlinie angepasst werden

Für den ersten Abschnitt zwischen Bahnhof und Selvequartier liegt ein Bauprojekt aus dem Jahr 2016 vor. Dieses muss aufgrund der aktuell gültigen Interessenlinie der SBB angepasst werden.

Konkret ist die ursprünglich geplante Überführung der Allmendstrasse bei der bestehenden Eisenbahnbrücke bzw. Unterführung nicht realisierbar. Vorgesehen ist nun eine Brückenquerung über die Allmendstrasse weiter in Richtung Guisankreisel, konkret in der Flucht der südlichen Gebäudefassade der RexMax-Überbauung.

Die Evaluation hat bestätigt, dass zwischen Bahnhof und Gewerbestrasse die Bestlösung den Geleisen entlang verläuft.

Einzig die auf der gesamten Fuss- und Veloverkehrsverbindung geplante Wegbreite von fünf Metern, drei Meter Radweg und zwei Meter Gehweg, ist im schmalen Bereich hinter der RexMax-Überbauung nicht realisierbar. Dort ist eine Mischverkehrsfläche vorgesehen.

Der Baustart soll 2023 beginnen

Nach der Überarbeitung des Bauprojektes wird die Stadt Thun die Landverhandlungen mit der SBB vorantreiben und die dazugehörigen Vereinbarungen abschliessen. Ziel ist es, bis im kommenden Sommer das Baubewilligungsdossier für die Teilstrecke Bahnhof – Gewerbestrasse einzureichen.

Sofern keine substanziellen Beschwerden eingehen, kann von einem Baustart im ersten Halbjahr 2023 ausgegangen werden. Für die zweite Teilstrecke Gewerbestrasse – Selve ist im nächsten Schritt ein Wettbewerb erforderlich, um eine attraktive und städtebaulich verträgliche Brückenlösung über die Allmendstrasse zu gewährleisten.

Bis diese zweite Teilstrecke Gewerbestrasse – Selve realisiert werden kann, wird der Veloverkehr via Guisankreisel geführt. Finanziert wird der Abschnitt Bahnhof – Selve über den bereits 2015 vom Stadtrat bewilligten Verpflichtungskredit.

Die Bestlösungen im Abschnitt Selve bis Schwäbis liegen vor

Für den zweiten Abschnitt der Langsamverkehrsverbindung, zwischen Selve- und Schwäbisquartier, prüfte die Stadt in den vergangenen Monaten in einem zweistufigen Verfahren mehrere Varianten.

Es gingen zwei Bestvarianten hervor, die sich insbesondere im Bereich der Aarequerung unterscheiden. Eine Querungsmöglichkeit bietet sich unterhalb des Wehrs neben der Eisenbahnbrücke der Bahnlinie Thun – Konolfingen und schliesst auf Seite Steffisburg an die Schwäbisstrasse an.

Diese Lösung ermöglicht ab der Allmendstrasse über die Scheibenstrasse West eine direkte Linienführung für den Veloverkehr. Die andere Aarequerung ist oberhalb der Wehranlage im Schwäbisbecken mit Anbindung an die Mittelstrasse in Steffisburg.

Diese Variante bietet ein hohes Komfort- und Sicherheitsniveau und verbessert die Sicherheit auf dem Schulweg vom Schwäbisquartier ins Selveareal.

Offene Fragen gilt es zu klären

Bevor ein abschliessender Variantenentscheid gefällt werden kann, gilt es, diverse Abklärungen mit externen Stellen vorzunehmen. Die Stadt Thun wird deshalb klären, ob die Aarequerung oberhalb des Wehrs mit dem Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder in Einklang gebracht werden kann.

Auf der Seite Steffisburg muss analysiert werden, ob auf der Schwäbisstrasse substanzielle Verkehrsreduktionen möglich sind, denn diese sind für eine Velohauptroute erforderlich.

Diese Fragen und die grundsätzlichen Rahmenbedingungen sind mit stadtexternen Stellen wie zum Beispiel dem Bundesamt für Kultur, der Gemeinde Steffisburg und dem Kanton Bern in den nächsten Monaten zu klären.

Sobald der Variantenentscheid vorliegt, startet die Stadt ein Wettbewerbsverfahren für die Aarequerung. Damit soll die Querung dem städtebaulichen und denkmalpflegerischen Raum gerecht werden. Zu diesem Zeitpunkt soll auch der Wettbewerb für die Brückenlösung über die Allmendstrasse beginnen.

Mehr zum Thema:

SBB