Nidwalden

Kanton Nidwalden: Pro Kopf 22 Prozent weniger Kehricht in zehn Jahren

Im Kanton Nidwalden ist der Hauskehricht pro Kopf seit 2014 um 22 Prozent gesunken. Die aktualisierte Abfallplanung soll nun mehr Wertstoffe aus dem Sack holen.

Kanton Nidwalden
Pro Kopf 22 Prozent weniger Kehricht in zehn Jahren. - www.nw.ch

Die Nidwaldner Bevölkerung produziert pro Kopf deutlich weniger Kehricht als noch vor zehn Jahren. Mit der überarbeiteten Abfall- und Deponieplanung will der Kanton diese Entwicklung weiter fördern: Verwertbare Materialien sollen besser getrennt, Bauabfälle vermehrt wiederverwendet und genügend Deponieraum für nicht verwertbare Materialien gesichert werden.

Der Kanton Nidwalden hat seine Abfall- und Deponieplanung aktualisiert. Diese zeigt auf, welche Abfälle im Kanton anfallen, wie sie verwertet oder entsorgt und welche Verwertungs- oder Entsorgungskapazitäten künftig benötigt werden. Daraus leitet der Kanton auf Grundlage des Leitbilds Nidwalden 2035 die Schwerpunkte für die kommenden Jahre ab.

Dabei setzt er auf einen bewussten Umgang mit den verfügbaren Ressourcen und eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zeigt ein positives Bild beim Hauskehricht: Die brennbaren Siedlungsabfälle gingen zwischen 2014 und 2023 trotz Bevölkerungswachstum um 17 Prozent zurück. Pro Einwohnerin und Einwohner beträgt die Abnahme 22 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Sperrgut seit 2019 nicht mehr kostenlos entsorgt werden kann.

Mehr Wertstoffe aus dem Kehrichtsack holen

Potenzial besteht bei der Trennung der Abfälle. «Noch immer gelangen verwertbare Materialien in den Kehrichtsack», sagt Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen. Gemäss Erhebungen des Bundes machen allein biologisch verwertbare Abfälle wie Rüst- und Speiseabfälle rund einen Drittel aus.

Joe Christen: «Wir möchten daher gemeinsam mit den Gemeinden die Information über die richtige Abfalltrennung und bestehende Entsorgungsmöglichkeiten verstärken.» Denkbar sind Hinweise, Informationskampagnen oder eine verstärkte Beratung an bedienten Sammelstellen und Recyclinghöfen. Wo sinnvoll, sollen bestehende Separatsammlungen erweitert oder neue Angebote geprüft werden.

Gleichzeitig soll die Qualität der separat gesammelten Wertstoffe verbessert werden. Fremdstoffe, insbesondere in Papier- und Kartonsammlungen, erschweren oder verhindern deren Wiederverwertung. Auch hier sollen Information und Sammelangebote dazu beitragen, saubere Wertstoffkreisläufe zu schaffen.

Bei den biogenen Abfällen geht der Kanton noch einen Schritt weiter. Mit einer Potenzialanalyse soll geklärt werden, ob sich eine Vergärungsanlage für Nidwalden eignet und wie eine mögliche Trägerschaft ausgestaltet werden könnte. In einer solchen Anlage können organische Abfälle verwertet und unter anderem zur Produktion von Biogas genutzt werden.

Mehr Recyclingbaustoffe einsetzen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei den Bauabfällen. Deren Menge ist deutlich grösser als jene der Siedlungsabfälle. Ziel ist die Erarbeitung einer Recyclingbaustoff-Strategie, die als Basis dafür dient, mehr wiederverwertbare Materialien aus Rückbauten aufzubereiten.

«Der Kanton will bei eigenen Bauvorhaben eine Vorreiterrolle übernehmen», erklärt Joe Christen. Damit werden natürliche Rohstoffe geschont und gleichzeitig weniger Materialien auf Deponien abgelagert.

Für die meisten Abfallarten ist die Entsorgung derzeit sichergestellt. Für unverschmutztes Aushubmaterial sowie für Abfälle des Typs E, die schadstoffbelastet sind und nicht anderweitig verwertet werden können, besteht hingegen Handlungsbedarf. Da Planung und Realisierung viel Zeit beanspruchen, muss frühzeitig genügend Deponieraum gesichert werden.

Für unverschmutzten Aushub soll ein geeigneter Standort gesucht und raumplanerisch gesichert werden. Beim Typ E steht derzeit die Deponie Cholwald zur Verfügung. Sie soll um eine Etappe erweitert werden. Das entsprechende Richtplanverfahren läuft.

Gleichzeitig soll möglichst wenig Material deponiert werden, das noch verwertet werden kann. Der Kanton will deshalb gemeinsam mit den Deponiebetreibern dafür sorgen, dass verwertbares Material möglichst gar nicht abgelagert wird.

Mit der aktualisierten Abfall- und Deponieplanung verfolgt der Kanton eine klare Stossrichtung: Abfälle möglichst vermeiden, verwertbare Materialien konsequenter im Kreislauf halten und langfristig genügend Deponieraum für jene Abfälle sichern, für die keine sinnvolle Verwertung möglich ist.

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