Sidonia Pazeller gewann 2014 den Engadiner Schreibwettbewerb. Nun ist die Tarasperin Teil der Jury des Bündner Schreibbocks.
Schreibbock
Sidonia Pazeller gehörte einst selbst zu den Gewinnern des Schreibwettbewerbs. Heute beurteilt sie die Geschichten der Nachwuchsautor:innen. - Mayk Wendt
Ad

Nau.ch: Sidonia, was hat deine Begeisterung für das Schreiben geweckt?

Ich habe schon immer viel gelesen und dabei die Geschichten im Kopf jeweils weitergeschrieben. Mit acht Jahren wollte ich meine erste Krimireihe schreiben. Leider hab ich sie nie vollendet. Seitdem ist das Schreiben das Medium, mit dem ich meine Kreativität am besten ausleben kann. Und ich kann dabei auch vieles verarbeiten.

Nau.ch: Wie hast du vom Engadiner Schreibwettbewerb erfahren?

Meine damalige Deutschlehrerin hat mich dazu ermuntert, einen Text einzureichen. Ich glaube, ohne diesen Anstoss hätte ich nie daran gedacht, an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen.

Nau.ch: Hast du von der Teilnahme profitiert?

Dank meiner Teilnahme erhielt ich zum ersten Mal ein professionelles Feedback zu meinen Geschichten. Ich habe vorher nur für mich geschrieben und wusste gar nicht, ob meine Texte eigentlich «gut» sind. Das Feedback der Jury hat mich damals enorm motiviert, weiterzuschreiben. Gerade in der Schule muss man bestimmte Kriterien erfüllen, die vielleicht nicht der eigenen Kreativität entsprechen.

Deshalb ist der Schreibwettbewerb eine super Gelegenheit, einmal in einem anderen Rahmen zu schreiben. Hier ist das Thema relativ offen, es gibt viel Raum für eigene Ideen. Und danach eben die Möglichkeit, ein Feedback zu erhalten. Für mich war das sehr wertvoll.

Nau.ch: Was ging dir durch den Kopf, als du erfahren hast, dass du gewonnen hast?

Das war ein unglaublich gutes Gefühl und hat meinem Selbstbewusstsein sehr gutgetan. Die Reaktionen von Freunden und Bekannten waren auch sehr schön. Der Sieg beim Engadiner Schreibwettbewerb war der Moment, in dem die Öffentlichkeit erfahren hat, dass ich Geschichten schreibe. Erst vor wenigen Wochen hat mich wieder jemand darauf angesprochen, und das nach so vielen Jahren!

Nau.ch: Bei einem Sieg winkt der Schreibworkshop im Waldhaus in Sils. Wie hast du diesen erlebt?

Das Besondere für mich war die Kulisse des Waldhauses. Das war schon beeindruckend. Und dann noch ein ganzes Wochenende mit den anderen zwei Gewinnerinnen verbringen zu können, war ein einmaliges Erlebnis. Ich habe vor allem die Schreibübungen und den Kontakt mit den anderen Jungschriftstellerinnen geschätzt. Vom Austausch mit ihnen konnte ich viel profitieren.

Bündner Schreibbock
Auf zum Endspurt! Der Einsendeschluss ist am 6. Juni 2022. - Bündner Schreibbock

Nau.ch: Jetzt bist du selbst in der Jury. Worauf legst du Wert?

Ich möchte in den Text eintauchen können, für einen Moment eine andere Welt betreten. Dafür braucht es einen roten Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Dafür muss man vielleicht auch mal eine liebgewonnene Szene wieder streichen. Ausserdem gefällt es mir, wenn ich die Leidenschaft der Schreibenden im Text spüren kann.

Nau.ch: Der Bündner Schreibbock spricht nun erstmals alle Bündner Jugendlichen an. Was begeistert dich am neuen Wettbewerb?

Es ist toll, dass damit vielen Nachwuchsschriftsteller:innen die Chance gegeben wird, ein professionelles Feedback zu den eigenen Texten zu erhalten. Der Schreibbock ist zudem viel präsenter in den sozialen Medien und bietet den Jugendlichen dort die Möglichkeit, Schreibimpulse und Tipps zu finden.

Und die besten zehn Geschichten werden in einem Buch veröffentlicht. Danach können sich die Gewinner:innen schon im jungen Alter als publizierte Autor:innen vorstellen – das ist ziemlich cool!

Weitere Informationen gibt’s unter schreibbock.ch. Dieser Artikel ist Teil der Partnerschaft zwischen dem Bündner-Schreibbock und Nau.ch.