St. Gallen

    Kanton St. Gallen: 40 von 75 Gemeinden schreiben schwarze Zahlen

    Die St. Galler Gemeinden erzielten 2025 insgesamt rund 28 Millionen Franken Ertragsüberschuss. Gleichzeitig stieg die Nettoschuld auf 828 Franken pro Kopf.

    Kanton St. Gallen
    Das historische Zentrum der Stadt St. Gallen (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Die Gemeindefinanzstatistik 2025 zeigt in 40 der 75 politischen Gemeinden des Kantons St. Gallen positive Rechnungsabschlüsse. Insgesamt weisen die Gemeinden im Jahr 2025 Ertragsüberschüsse von rund 28 Millionen Franken auf.

    Die Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde sind jedoch gross. Die kantonale Aufsicht verlangt erstmals von einer Gemeinde einen Sanierungsplan.

    Die politischen Gemeinden des Kantons St. Gallen blicken mehrheitlich auf ein finanziell erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Von den 75 Gemeinden weisen 40 einen operativen Ertragsüberschuss auf. Im Vorjahr waren es 35. Nachdem die Gemeinden 2024 insgesamt einen negativen Rechnungsabschluss von rund 38 Millionen Franken erzielten, weisen sie im Jahr 2025 einen Ertragsüberschuss auf.

    Dieser beträgt rund 28 Millionen Franken beziehungsweise rund 52 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. Grund für die besseren Jahresergebnisse sind unter anderem ein gebremstes Ausgabenwachstum sowie höhere Steuererträge.

    Gestiegener Bruttoaufwand und tiefere Investitionstätigkeit

    Die Gesamtausgaben sind gegenüber dem Vorjahr um rund 90 Millionen Franken angewachsen und betrugen rund 3,68 Milliarden Franken. Der grösste Aufwandposten war der Personalaufwand. Mit rund 1,36 Milliarden Franken erreicht dieser wie bereits in den beiden Vorjahren einen Anteil von rund 37 Prozent des gesamten Bruttoaufwands.

    Aufgeteilt nach Aufgabenbereichen entfiel der grösste Anteil auf die Bildung (rund 1,37 Milliarden Franken beziehungsweise rund 37 Prozent), gefolgt vom Bereich Soziale Sicherheit (rund 501 Mio. Franken beziehungsweise rund 14 Prozent), was ebenfalls dem Vorjahresniveau entspricht. Die Nettoinvestitionen aller Gemeinden lagen mit rund 294 Millionen Franken um rund 21 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Wie in den vergangenen Jahren haben die Gemeinden am meisten in den Bereichen Bildung (98 Millionen Franken) und Verkehr (68 Millionen Franken) investiert.

    Der Selbstfinanzierungsgrad über alle Gemeinden gerechnet beläuft sich auf 56 Prozent (Vorjahr 39 Prozent). Das bedeutet, dass die Nettoinvestitionen zu 56 Prozent durch eigene und zu 44 Prozent durch fremde Mittel finanziert wurden.

    Grosse Unterschiede beim Vermögen und Verschuldung

    Die Nettoschuld I pro Kopf ist gegenüber dem Vorjahr um 236 Franken angestiegen und beläuft sich im Durchschnitt auf rund 828 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.

    43 der 75 Gemeinden weisen am Ende des Rechnungsjahres 2025 eine Nettoschuld auf, was über dem Vorjahreswert liegt. Im Berichtsjahr haben sich drei Gemeinden neu verschuldet. Wie aus der nachfolgenden Grafik ersichtlich ist, sind die Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde gross.

    Während 12 Gemeinden über ein Nettovermögen von über 2’500 Franken pro Einwohnerin und Einwohner verfügen, weisen 15 Gemeinden eine Nettoschuld in der gleichen Höhe auf. Positiv zu werten ist der Umstand, dass im Gegensatz zu den beiden Vorjahren keine Gemeinde mehr die als sehr hoch geltende Verschuldungsgrenze von 5'000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner übertrifft. In den Jahren 2023 und 2024 wurde diese Grenze noch von drei beziehungsweise von einer Gemeinde übertroffen.

    Die Bilanzsumme aller Gemeinden erhöhte sich per 31. Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 255 Millionen Franken und beträgt neu rund 7,61 Milliarden Franken.

    Kanton verlangt Sanierungsplan für Lütisburg

    Die finanzielle Lage der politischen Gemeinde Lütisburg stellt aktuell einen Sonderfall dar. Nachdem die Bürgerversammlung dem Verkauf der Elektra zugestimmt hat, senkte sie den Steuerfuss bis 2021 auf 115 Prozent. Seit 2022 führen jedoch wiederkehrende Defizite und anstehende Investitionsprojekte zu finanziellen Herausforderungen, worauf der Steuerfuss für 2026 auf 155 Prozent festgesetzt wurde.

    Weil die kantonale Aufsicht den Grundsatz des Haushaltsgleichgewichts, wonach der Haushalt mittel- bis langfristig ausgeglichen zu führen sei, als verletzt sieht, verpflichtet sie die politische Gemeinde dazu, einen Sanierungsplan auszuarbeiten und bis Ende Juni 2027 dem Kanton vorzulegen. Die Primarschulgemeinde wurde ebenfalls aufgefordert, Sanierungsmassnahmen zu prüfen. Dieser Schritt erfolgt in enger Absprache mit dem Gemeinde- und dem Schulrat Lütisburg, die sich mit dem Vorgehen einverstanden erklärt haben.

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    Kommentare

    User #4139 (nicht angemeldet)

    Schwarze Zahlen aber die verschuldung steigt. Und dann wundern sich junge Generationen warum alles teurer wird...

    Weiterlesen

    dsf
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    6 Minuten!
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