IHK St. Gallen-Appenzell fordert Steuerhilfe wegen Corona-Krise

Die IHK St. Gallen-Appenzell verlangt, dass Covid-19-Rückstellungen von Unternehmen im Rechnungsschluss 2019 steuerlich anerkannt werden.

Coronavirus
Restaurants mussten wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. - keystone

Die IHK St. Gallen-Appenzell verlangt, dass Covid-19-Rückstellungen von Unternehmen im Rechnungsschluss 2019 steuerlich anerkannt werden. Nachdem der Kanton St. Gallen dies abgelehnt hat, soll das Ziel über den Kantonsrat erreicht werden.

Die Massnahmen des Bundesrats zur Eindämmung des Coronavirus seien für die Ostschweizer Wirtschaft einschneidend, heisst es in einer Mitteilung der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell (IHK) vom Donnerstag.

Es zeige sich, dass die Massnahmen des Bundes sofort und in der Breite wirkten. Kantonale Unterstützungsleistungen würden als positives Signal geschätzt, seien jedoch bis anhin noch wenig nachgefragt worden.

Neun von zehn Unternehmen hätten weiterhin deutliche Erschwernisse in ihrer Geschäftsentwicklung. Dies zeige eine gemeinsame Umfrage der IHK St. Gallen-Appenzell und der IHK Thurgau. Mehr als drei Viertel aller befragten Unternehmen mache vor allem der deutliche Rückgang bei der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen zu schaffen.

Die exportabhängige Industrie leide unter den Grenzschliessungen. Der Maschinenbau sei besonders stark auf Fachkräfte aus dem Ausland sowie auf die internationale Reisetätigkeit für Produktdemonstrationen, für Montagen oder für Abnahmen angewiesen.

Die IHK St.Gallen-Appenzell habe ihre Umfrageergebnisse am Mittwoch den Volkswirtschaftsdirektoren der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen präsentiert, heisst es in der Mitteilung. Am digitalen Treffen hätten auch die Amtsleiterin und die Amtsleiter der kantonalen Wirtschafts- und Arbeitsämter teilgenommen.

Die IHK fordert, dass die Ostschweizer Kantone zusätzlich zu den kantonalen Liquiditätshilfen «Covid-19-Steuerrückstellungen von Unternehmen im Rechnungsschluss 2019 steuerlich anerkennen».

Der Kanton Thurgau wende dieses Instrument bereits an. Die IHK habe entsprechende Anträge bei allen Kantonsregierungen ihres Gebiets eingereicht. «Wiewohl der Kanton St.Gallen eine erste Anfrage dazu abgelehnt hat, ist eine Wiederaufnahme des Anliegens durch die vorberatende Kommission des Kantonsrats lanciert», schreibt die IHK.

Der St. Galler FDP-Kantonsrat Walter Locher hat bereits am 15. April eine einfache Anfrage mit dem Titel «Dringende Steuerhilfe als Folge der Corona-Pandemie» eingereicht, in der er die steuerliche Anerkennung der Rückstellungen fordert. Der Vorstoss ist von der St. Galler Regierung noch nicht beantwortet worden.

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