Kanton Solothurn: Gewässer sauberer – kleine Bäche bleiben belastet
Die Wasserqualität im Kanton Solothurn hat sich seit den 1990er-Jahren verbessert. Kleine Bäche leiden aber weiterhin unter Stoffeinträgen.
Die Qualität vieler Solothurner Gewässer hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten verbessert. Der Ausbau der Abwasserreinigung und weitere Gewässerschutzmassnahmen zeigen Wirkung. Dennoch sind die Ziele des Gewässerschutzes nicht überall erreicht.
Besonders kleine Fliessgewässer reagieren empfindlich auf Stoffeinträge aus Siedlungen und der Landwirtschaft. Dies zeigt der neue Bericht «Zustand Solothurner Gewässer 2026».
Der Bericht fasst die Ergebnisse der Gewässerbeobachtung von 1996 bis 2025 zusammen. Die langjährigen Messreihen dokumentieren die Entwicklung der Fliessgewässer und des Grundwassers. Gleichzeitig verdeutlichen sie, dass Trockenperioden und die Folgen des Klimawandels den Druck auf die Gewässer verstärken können.
Sie zeigen, wo Massnahmen erfolgreich waren und wo weiterhin Herausforderungen bestehen. Die langfristige Beobachtung bildet eine wichtige Grundlage, um Massnahmen gezielt weiterzuentwickeln und die Wasserressourcen auch für kommende Generationen zu sichern.
Wasserqualität hat sich verbessert
Die Belastung der Solothurner Fliessgewässer durch Nährstoffe und organische Abwasserinhaltsstoffe ist seit Mitte der 1990er-Jahre vielerorts zurückgegangen. Hauptgründe sind eine bessere Abwasserreinigung sowie Massnahmen zur Verminderung von Einträgen aus Siedlung und Landwirtschaft. Die Entwicklung bestätigt, dass konsequente Schutzmassnahmen langfristig wirken.
Kleine Bäche bleiben jedoch besonders empfindlich. Während Trockenperioden führen sie wenig Wasser, wodurch Einträge aus gereinigtem Abwasser, belastetem Niederschlagswasser und landwirtschaftlich genutzten Flächen stärker ins Gewicht fallen. Bei den meisten untersuchten Schwermetallen ist die Belastung stabil oder rückläufig.
Eine Ausnahme bildet Kupfer, das über Dächern, Fassaden, Strassen und Verkehrsflächen sowie aus Industrie und Landwirtschaft in die Gewässer gelangt.
Mikroverunreinigungen gefährden Gewässerlebewesen
Seit 2020 untersucht der Kanton im Rahmen des Solothurner Aktionsplans Pflanzenschutzmittel in ausgewählten Fliessgewässern auf Mikroverunreinigungen, die negativ für die Gewässerlebewesen sind. Diese Einträge stammen aus der Landwirtschaft, aus Siedlungen und Verkehr sowie aus gereinigtem Abwasser. Besonders betroffen sind kleine Gewässer in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Bei den untersuchten Pflanzenschutzmitteln ist seit 2020 insgesamt eine leicht rückläufige Entwicklung erkennbar. Anwendungsverbote können die Konzentrationen einzelner Wirkstoffe rasch senken. Langlebige Stoffe und stabile Abbauprodukte bleiben hingegen über Jahre nachweisbar.
Dauerhafte und aufeinander abgestimmte Massnahmen in Landwirtschaft, Siedlungsentwässerung und Abwasserreinigung bleiben deshalb notwendig.
Grundwasser ist meist in guter Qualität
Das Solothurner Grundwasser weist an den meisten Messstellen eine gute Qualität auf. Auch die meisten untersuchten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe sind nicht oder nur in geringen Konzentrationen nachweisbar. Problematisch bleiben jedoch langlebige Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, die an mehreren Messstellen den für Trinkwasser geltenden Höchstwert überschreiten.
Lokal liegen auch die Nitrat-, Kupfer- und Zinkgehalte über den gewässerschutzrechtlichen Anforderungen. PFAS sind ebenfalls verbreitet nachweisbar. Die heute in der Schweiz geltenden Höchstwerte für Trinkwasser werden eingehalten.
Nitratprojekt zeigt Erfolg
Im Dünnern-Grundwasserstrom ist die Nitratbelastung seit 2021 an den meisten Messstellen zurückgegangen. Dank Massnahmen wie strengeren Auflagen für den Einsatz von Dünger liegen die Werte bei den für die Trinkwasserversorgung genutzten Fassungen unter dem Höchstwert von 40 Milligramm pro Liter für Trinkwasser. Die strengeren Oberwerte von 25 Milligramm pro Liter zum vorsorglichen Schutz der Grundwasserressourcen werden jedoch vielerorts weiterhin überschritten.
Hauptursache der Nitratbelastung sind Stickstoffverluste aus dem Acker- und Gemüsebau. Wegen der langen Aufenthaltszeit des Grundwassers werden die Wirkungen jedoch erst verzögert sichtbar, und weitere Anstrengungen bleiben notwendig.


















