Gstaad wird zum dritten Mal zum Mittelpunkt der Wanderwelt
Am 1. und 2. September 2026 findet in Saanen bei Gstaad erneut der Schweizer Wandergipfel statt.

Wohin führt der Weg des Wanderns? Nach dieser Leitfrage richten die Veranstalterinnen und Veranstalter des 3. Schweizer Wandergipfels das diesjährige Programm aus. Am 1. und 2. September tauschen sich in Saanen bei Gstaad erneut Fachleute aus Tourismus, Freizeit, Mobilität oder Raumplanung über die Zukunft der Branche aus. Im Fokus der von Nik Hartmann moderierten Veranstaltung steht das Spannungsfeld zwischen Naturerlebnis, unterschiedlichen Interessen verschiedener Nutzergruppen und dem Tourismus als wichtigem Wirtschaftszweig.
Wandern ist die beliebteste Sportaktivität des Landes. Die Anzahl der Wanderinnen und Wanderer in der Schweiz hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, Tendenz steigend. Während Tourismusdestinationen vom Boom profitieren und auch Wintersportgebiete immer mehr auf Winter- und Schneeschuhwandern setzen, werden Zielkonflikte immer offensichtlicher. Das Phänomen Overtourism hat unterdessen auch die beschauliche Bergwelt erreicht. «Warteschlangen vor der Bergbahn, Abfälle entlang der Wege oder zugeparkte Wiesen sind an besonders beliebten Orten zur Realität geworden.

Diese Begleiterscheinungen des Wandertourismus beeinträchtigen die Erholung und das Naturerlebnis, nach dem eigentlich gesucht wird», erklärt Michael Roschi, Präsident des Vereins Schweizer Wandergipfel. Ausserdem gibt es nicht nur immer mehr Wandernde – die Begeisterung für Outdooraktivitäten ist allgemein gestiegen. «Wanderwege werden zunehmend auch fürs Mountainbiken, für Trailrunning oder als Zustieg zum Klettern genutzt. Die Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen variieren zum Teil stark und sind rechtlich nicht immer klar geregelt», so Michael Roschi.
Vor diesem Hintergrund haben die Verantwortlichen ein dreiteiliges Programm zusammengestellt, das in allen Blöcken den Austausch über die Einflussfaktoren Natur, Wirtschaftlichkeit und Interessenkonflikte ermöglicht.
Wandern im Wandel
Welche Werte und Erwartungen bringen künftige Generationen mit? Auf welche Entwicklungen müssen sich die Destinationen und Dienstleistenden vorbereiten? Welche Trends werden das Angebot und die Nachfrage beeinflussen? Diesen Fragen widmen sich Hendrik Budliger, CEO des Forschungs- und Beratungsbüros Demografik, Jean-François Rial, CEO von Voyageurs du Monde, und Christoph Engl, CEO der Oberalp Group AG (Salewa), am Vormittag des ersten Veranstaltungstags. In Referaten und einer anschliessenden Diskussionsrunde teilen sie ihre Gedanken zum demografischen, kulturellen und digitalen Gesellschaftswandel und zu dessen Auswirkungen auf die Zukunft des Wanderns.
Trends und Entwicklungen heiss serviert im Wandercafé
Im Wandercafé besteht am Nachmittag des 1. Septembers die Möglichkeit, aus drei Unterthemen zu wählen und zwei davon in kleineren Gruppen zu besprechen. Einer der Schwerpunkte sind Wanderevents.
Diskutiert wird die Frage, ob sie als kurzfristiges Phänomen bald wieder verschwinden oder ob sie sich nachhaltig auf das Erlebnis der Zielgruppe und somit auf die Einnahmen des Tourismussektors auswirken werden. Der zweite Fokus liegt auf der Sicherheit beim Wandern: Die Teilnehmenden tauschen sich darüber aus, wie sich Risiken erkennen und zielführend kommunizieren lassen, wie die Prävention gestärkt werden kann und welche Massnahmen das Wandern allgemein sicherer machen können.
Der dritte Themenblock widmet sich dem Mountainbiken und den Herausforderungen, die es bezüglich der Nutzung und Planung der Weginfrastruktur zu bewältigen gibt.
Chancen und Herausforderungen von Verbundpässen
Der zweite Tag des Schweizer Wandergipfels steht im Zeichen von Verbundpässen. Am Beispiel des Magic Pass wird der Zielkonflikt zwischen der Stärkung von Bergdestinationen und der Gewährleistung eines ungestörten Naturerlebnisses beleuchtet. Zum Erfahrungsaustausch eingeladen sind Sébastien Travelletti, CEO von Magic Mountains Cooperation (Magic Pass), Matthias In-Albon, CEO der Bergbahnen Gstaad, und Flurin Riedi, Tourismusdirektor von Gstaad Saanenland Tourismus. Sie debattieren unter Einbezug des Publikums über den Nutzen von Verbundpässen und über Bewältigungsstrategien für überlaufene Wander-Hotspots.
Der Schweizer Wandergipfel etabliert sich
Der Verein Schweizer Wandergipfel wurde 2022 vom Verband Schweizer Wanderwege und von Gstaad Saanenland Tourismus mit dem Ziel gegründet, eine Plattform für Austausch, Innovation und Vernetzung rund ums Wandern in der Schweiz zu schaffen. Alle zwei Jahre treffen sich Fachpersonen, die sich beruflich mit dem Wandern beschäftigen, um neue Impulse zu erhalten, Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. An den vergangenen zwei Austragungen nahmen je rund 120 Personen teil. Neben dem Besuch von Vorträgen oder Podiumsdiskussionen bleibt genügend Raum, um die landschaftliche Schönheit der Region Gstaad gemeinsam zu erkunden oder im geselligen Rahmen neue Kontakte zu knüpfen. Partner wie SchweizMobil, Made in Bern oder die BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung tragen zum Gelingen der Veranstaltung bei.






