Moderne Lernlandschaften: So sieht die neue Schulanlage aus
Die Gemeinde Schwyz hat den Wettbewerb für die Schulanlage in Ibach entschieden. Das Siegerprojekt «3MAL3» ebnet den Weg für die geplante Erweiterung.

Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung soll die Schulanlage in Ibach als Gesamtes angepasst und erweitert werden, berichtet die Gemeinde Schwyz. Um die bestmögliche Lösung zu finden, hat die Gemeinde Schwyz einen Projektwettbewerb durchgeführt. Die Jury-Ergebnisse sowie das gewählte Siegerprojekt «3MAL3» liegen nun vor.
Die Schulanlage in Ibach soll Raum für je 10 Klassen des Zyklus 1 (inklusive Kindergartenklassen) und des Zyklus 2, gemeinsam genutzte Räume, Tagesstrukturen, zwei Sporthallen sowie eine Aussenanlage bieten. Vor allem der Aussenraum sowie der Mehrzwecksaal sollen eine Doppelnutzung für die Öffentlichkeit und Vereine ermöglichen.
Ziel war ein Projekt mit hoher Funktionalität und hervorragender Nutzungsqualität für die Erfüllung der Bedürfnisse der zukünftigen Nutzenden. Grosser Wert wurde zudem auf die städtebauliche Setzung der Erweiterungsarbeiten zusammen mit dem Aussenraum gelegt.
Rangierung der Projekte
Die Betriebseinheiten sollen sinnvoll auf die bestehenden und zu erweiternden Bauten aufgeteilt werden. Um die bestmögliche Lösung zu finden, hat die Gemeinde einen selektiven Projektwettbewerb durchgeführt, bei dem verschiedene Architektur- und Planungsbüros ihre Vorschläge für das Bauprojekt einreichen konnten.
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wurde der Projektwettbewerb mit den Projektvorschlägen von 11 Planungsteams weitergeführt. Damit die Einhaltung der klar festgelegten inhaltlichen Kriterien und Anforderungen sichergestellt werden konnte, fand eine Vorprüfung der eingereichten Projekte statt.
Die Ergebnisse daraus wurden der Jury vorgelegt; alle Eingaben wurden zur Beurteilung zugelassen. Das erstrangierte Projekt «3MAL3» von Ernst Niklaus Fausch Partner, Zürich, wird von der Jury zur Weiterbearbeitung empfohlen. Das Projekt überzeugt durch seinen zurückhaltenden architektonischen Ausdruck, die optimal organisierten Nutzungen durch den Rückbau des Schulhauses Muota, die dadurch frei werdende Wiese und den präzis auf das Areal gesetzten Neubau sowie durch die gesamthaft identitätsstiftende Schulanlage.
Innovative Architektur
Das Siegerprojekt «3MAL3» sieht ein dreigeschossiges neues Schulgebäude vor, das die Doppelturnhalle sowie die Klassenzimmer des Zyklus 2 aufnimmt. Der Schulbereich in den beiden Obergeschossen ist um einen Aussenraum organisiert.
Korridore mit Durchsichten über den Aussenraum werden zu Lernlandschaften und Orten für spezielles und selbstständiges Arbeiten. Die Eingänge sind gut erkennbar angeordnet und über die gedeckte Vorzone der Pausenhalle sowie grosszügige, vielseitig nutzbare Foyers zugänglich. Der Neubau wird ab dem zweiten Geschoss mit Holz verkleidet.
Die Kombination von Unterrichtsräumen und Turnhalle in einem unabhängigen Gebäude ermöglicht eine etappierte Realisierung der Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb. Das Haus Christophorus bleibt bestehen und wird im Osten und Westen gezielt erweitert, was eine klare Aufteilung von Klassen- und Gruppenräumen in ausreichender Anzahl erlaubt. Der Westen wird dem Primarschulbereich, der Osten dem Kindergartenbereich zugewiesen.
Bestehende Bauten werden weiterentwickelt
Die zu kleinen Klassenzimmer werden geschickt vergrössert, indem die bestehende Trennwand zum Gang rückgebaut und durch eine raumerweiternde Schicht ersetzt wird. Das Foyer kann auf jedem Geschoss vollumfänglich genutzt und möbliert werden. Bei den Anbauten und im Bestand kommen Holzverkleidungen zum Einsatz.
Die ehemalige Turnhalle Christophorus wird zum Haus der Tagesstruktur. Eine Holzstruktur teilt die erdgeschossige Tagesstruktur vom Mehrzweck- und Singsaal im Obergeschoss. Die Christophorus-Bauten werden mit Wandelhallen und teilweise bereits existierenden Verbindungsbauten vernetzt.
Die eingesetzten Holzverkleidungen verleihen der Schulanlage ihren modernen und identitätsstiftenden Charakter. Die begrünten Flachdächer werden mit Photovoltaik versehen. Das neue Freiraumkonzept erzeugt klar gegliederte Freiräume mit unterschiedlichen Öffentlichkeitsgraden, die die vielfältigen Bedürfnisse von Schule, Quartier und Öffentlichkeit aufnehmen.
Aussenraum als Begegnungsort
Der zentrale Schul-Dorf-Platz vor dem neuen Schulhaus Muota mit locker gesetzten Bäumen kann für Pausen oder die Chilbi genutzt werden. Der Pausenhof mit Aussenklassenzimmer und Hochbeeten, der durch die Passerelle des Schulhauses Christophorus vom Hauptplatz separiert wird, schafft einen differenzierten Lern- und Aufenthaltsbereich.
Im Südwesten entsteht durch den vorgesehenen Rückbau des Schulhauses Muota eine Sportwiese mit Spazierwegen und ein Allwetterplatz mit Geräteraum, umrahmt von naturnaher Bepflanzung. Dieser Bereich fungiert als öffentlicher Ort für Bewegung und kann für Veranstaltungen oder zukünftige Entwicklungen genutzt werden.
Am Samstag, 29. August 2026, findet von 9 bis 12 Uhr im Verenasaal im Pfarrheim Ibach eine öffentliche Vernissage der eingereichten Projekte für die Bevölkerung statt.
Fahrplan zur angepassten und erweiterten Schulanlage
Die Volksabstimmung über den Planungskredit ist für Februar 2027 vorgesehen. Das Bauprojekt wird in der Zeitspanne zwischen März 2027 und Mai 2028 erarbeitet. Über den Baukredit soll voraussichtlich im September 2028 abgestimmt werden.
Die Ausführungsplanung und Realisierung ist von März 2029 bis Mitte 2031 eingeplant; damit kann der Bezug des neuen Schulhauses Muota auf das Schuljahr 2031/32 erfolgen. Ab Mitte 2031 werden die Sanierungs- respektive Anpassungsarbeiten am Schulhaus und an der Turnhalle Christophorus sowie zum Schluss der Abbruch des alten Schulhauses Muota umgesetzt.






