FC Einsiedeln rutscht näher an die Abstiegszone
Der FC Einsiedeln verliert das Heimspiel gegen den FC Horgen mit 0:1, bleibt in der Rückrunde ohne Punkte und gerät in der Tabelle bedrohlich unter Druck.

Wie der FC Einsiedeln mitteilt, hat sich die erste Mannschaft so richtig gefreut auf den Rückrundenauftakt der aktuellen Saison. Sechs Heimspiele in Folge. Das wird es so schnell nicht mehr geben.
Zwei dieser sechs Partien sind nun neben dem verschobenen Match gegen den FC Unterstrass (neu am 23. April 2026) bereits gespielt und das Fanionteam wartet in diesem Jahr weiterhin auf die ersten Punkte.
Während die Niederlage gegen den FC Regensdorf mit der Qualität des Gegners begründet werden konnte, stand man sich eher selber im Weg. Das erwartet umkämpfte Duell zweier Teams in der unteren Tabellenhälfte fand auch tatsächlich so statt.
Viel Kampf und Krampf sorgten für wenig Spielfluss, viel Unsicherheiten und kaum Torszenen auf beiden Seiten. Wenn Jan Auf der Maur den Ball mit seiner akrobatischen Bicicletta kurz vor der Pause nicht noch an die gegnerische Latte gesetzt hätte, der FCE wäre mit null echten Torchancen zum Seitenwechsel angetreten.
Effiziente Horgener bestrafen schwachen FCE
Weder mit weiten Bällen noch per Kurzpassspiel wollte ein gelungener Angriff gelingen. Gefühlt landete jeder dritte Pass beim Gegner. Und auch diesem gelang bei Weitem nicht alles. Die Statistik lügt für einmal nicht. Bei allen Vergleichen war man sich sehr nahe.
So erstaunt es nicht, dass am Schluss ein einziges Tor diese Partie zu Gunsten der Horgener entschied. Dieses war in der Entstehung symptomatisch für das gesamte Spiel. Optisch auf den ersten Blick ebenbürtig zeigten sich die Gäste in wichtigen Szenen gedanklich oft einen Tick präsenter, etwas agiler und agierten mit mehr Grundspeed.
So wurde der freistehende Eisele nach einem abgewehrten Angriff doch noch angespielt, welcher den Ball mühelos zur Führung der Zürcher einschob. Diese hätte auch schon nach fünf Minuten fallen können. Wintermantel schien aber am meisten überrascht zu sein, plötzlich alleine vor Torhüter Räber zum Abschluss zu kommen und vergab diese Chance zum Glück der Gastgeber.
Rote Karte und Ideenlosigkeit
Wenn der FCE konkret wurde, dann meistens mit den gefährlich getretenen Eckbällen von Leandro Albert. Praktisch jeder getretene Corner drehte sich Richtung Gehäuse von Horgens Keeper Iregbulem, der die präzisen Geschosse teilweise nur mit Mühe klären konnte.
Diese Präzision fehlte dem Einsiedler Spielaufbau praktisch von Anfang bis zum Ende. Auch Rückkehrer Marko Prskalo, der in dieser Saison sein Comeback für den FCE gab, konnte kaum Akzente setzen und sorgte mit seiner Tätlichkeit in der Nachspielzeit für seinen vorzeitigen Abgang (rote Karte). Da entlud sich am Schluss wohl eine Portion angestauter Frust.
Neben Alberts Eckbällen, verdient sicher auch die Abwehrarbeit auf beiden Seiten Anerkennung, wovon die wenigen hochkarätigen Abschlüsse Zeugnis ablegen. Schiendorfers Stellungsspiel sowie seine kompromisslose Defensivarbeit machte es der schnellen Horgener Offensivabteilung nicht einfach und verhinderten ein höheres Skore zugunsten der Zürcher.
Dem Angriffsspiel der Klosterdörfler fehlte es für einmal an Kreativität und Durchschlagskraft und man hatte den Eindruck als ob es den Spielern nie wirklich gelang, die Handbremse ganz zu lösen. Die Heimspielserie hält noch für vier weitere Partien an. Es ist zu hoffen, dass die Jungs von Luca Corrado und Michi Berger dies nicht als Druck empfinden, sondern die Freude darüber überwiegt. Welches Zweitliga-Team hat schon das Privileg, zuhause vor rund 300 Zuschauern auftreten zu können?
Prskalo bereut Platzverweis nach Comeback
«Es war ein tolles Gefühl, wieder auf dem Rappenmöösli auflaufen zu dürfen. Die Dummheit am Schluss tut mir leid. Ich hoffe, dass ich nur eine Spielsperre für diesen Schubser erhalte. Leider kamen wir über die ganzen 90 Minuten nicht richtig ins Spiel rein.
Oft trafen wir die falschen Entscheidungen. Wenn wir lange Bälle spielen sollten, spielten wir kurze und umgekehrt. Die Passqualität entsprach nicht unseren Vorstellungen. Das können und müssen wir verbessern.»








