Das geplante Verwaltungs- und Sicherheitszentrum im Kaltbach in Schwyz stösst im Kantonsrat auf breite Unterstützung und auf einige Bedenken. Mit 78 zu 13 Stimmen hat der Kantonsrat am Mittwoch einen Projektierungskredit von 4,85 Millionen bewilligt.
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Der Kantonsrat Schwyz bei einer Corona-konformen Sitzung. - Keystone

Geplant ist das Verwaltungs- und Sicherheitszentrum auf dem kantonseigenen Areal Kaltbach in Schwyz. Dort soll die heutige Kantonsverwaltung, die sich im ehemaligen AHV-Gebäude im Ortskern befindet, mit ihren Aussenstellen zusammengeführt werden.

Gleichzeitig wird es zum Standort der gemeinsamen Einsatzzentrale der Kantonspolizeien von Schwyz und Zug sowie der Feuerwehr Schwyz und des Rettungsdienstes Schwyz. Das Kaltbach-Areal ist verkehrstechnisch günstig gelegen. Der Neubau wird rund 400 Arbeitsplätze bieten.

In der Kantonsratsdebatte bestand Einigkeit, dass das bisherige Hauptgebäude der Verwaltung auf Grund seiner langen Lebensdauer ersetzt werden muss. Der Neubau mache auch Sinn, weil die bisherigen Mietkosten von mehreren Aussenstellen der Verwaltung wegfallen.

Die Zentralisierung der Verwaltung im Kaltbach biete im Ortskern von Schwyz auch Chancen, sagte ein FDP-Sprecher. Das Gewerbe könne sich an attraktivster Lage entfalten und damit auch neue Arbeitsplätze schaffen. «Das ist eine Chance für den Kanton, aber auch für den Ort Schwyz», hiess es.

Redner aus verschiedenen Fraktionen äusserten aber Zweifel an einer guten Lösung am bisherigen Hauptstandort der Kantonsverwaltung an der Bahnhofstrasse in Schwyz. Bedenken und Kritik gab es vor allem seitens von Parlamentariern, die selber aus dem Schwyzer Hauptort kommen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass mitten in Schwyz eine Brache entstehe.

Eine SP-Sprecherin kritisierte das Grossprojekt aus raumplanerischen Gründen. Es sei fraglich, weshalb so viele Arbeitsplätze an den Dorfrand auf eine grüne Wiese verlegt werden sollen. Grossmehrheitlich für die Vorlage der Regierung waren die Fraktionen von SVP und der Mitte.

Die Grünliberalen stellten sich auf den Standpunkt, dass das geplante Verwaltungs- und Sicherheitszentrum aus betriebswirtschaftlichen Gründen sinnvoll sei. Gleichzeitig forderten sie von der Regierung ein detailliertes Mobilitäts- und ein umfassendes Energiekonzept für die Überbauung.

Schliesslich riefen mehrere Redner den Regierungsrat dazu auf, die Gemeinde Schwyz aktiv zu unterstützen, um eine optimale Nachfolgelösung am bisherigen Hauptstandort der kantonalen Verwaltung zu finden.

Am Ende der Debatte resultierte trotz vieler Einwände ein klarer Entscheid des Parlaments. Mit 78 Ja-Stimmen lag das Resultat deutlich über dem Quorum von mindestens 60 Stimmen auf Grund der Ausgabenbremse.

Die Gesamtkosten des neuen Verwaltungs- und Sicherheitszentrums betragen gegen 100 Millionen Franken. Im Idealfall ist es im Herbst 2027 bezugsbereit. Zuvor müsste aber der Baukredit eine Volksabstimmung überstehen. Bis dahin muss der Kanton noch Überzeugungsarbeit leisten.

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