Der aktuelle Umweltbericht 2021 gibt Auskunft über die Entwicklung des Umweltzustands in Schaffhausen und zeigt Handlungsfelder auf.
Aussicht über Schaffhausen: Weinreben beim Munot.
Aussicht über Schaffhausen: Weinreben beim Munot. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Im Kontext des Klimawandels und des Artensterbens erlangen funktionierende natürliche Kreisläufe und vernetzte Lebensräume weiter an Bedeutung. Damit die Umwelt geschützt und die natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft nachhaltig genutzt werden können, ist ein Monitoring wichtig. Nur so können Schwachstellen erkannt und behoben, die Ressourcennutzung insgesamt effizienter werden.

Auch die Stadt Schaffhausen steht in der Verantwortung, sich für einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einzusetzen. Die Stadt legt deshalb seit den 90er-Jahren regelmässig Rechenschaft ab über den Umweltzustand und die Ressourcennutzung. Nach gut zehn Jahren liegt nun ein aktueller Umweltbericht 2021 vor, der Zustand und Entwicklung wichtiger Umweltfaktoren darlegt und allfälligen Handlungsbedarf aufzeigt.

Der Bericht gibt Aufschluss über den Umgang mit dem Bevölkerungswachstum und des verdichteten Bauens

Der Umweltbericht zeigt auf, wie die Stadt mit dem Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 200 Personen pro Jahr und der Vorgabe des verdichteten Bauens umgeht. Aufgrund der regen Bautätigkeit sind in den letzten zehn Jahren freie unbebaute Flächen zurückgegangen. Innerhalb der Bauzone stehen attraktive öffentliche Grünflächen im Umfang von rund 170 Fussballfeldern als Erholungs- und Lebensraum für Mensch und Tier zu Verfügung.

Zur Sicherung und Entwicklung der öffentlichen Grünflächen hat die Stadt in den letzten Jahren strategische Instrumente wie den Richtplan Siedlung und die Freiraumstrategie erarbeitet.

Die Stadt will die Lebensräume der Tiere und Pflanzen in Gewässern aufwerten

Der Bericht gibt auch Auskunft über den Verbrauch und Zustand des Schaffhauser Wassers. Auch in den «Hitzesommern» der vergangenen Jahre stand dank grosser Grundwasservorkommen genügend Wasser in Trinkqualität zu Verfügung. Der Verbrauch liegt derzeit bei ungefähr 230 Litern pro Person und Tag.

Die Stadt Schaffhausen setzt sich dafür ein, den Pestizideinsatz auf den eigenen Flächen kontinuierlich zu reduzieren, z.B. durch die Umstellung der Stadtreben auf biologische Bewirtschaftung oder durch Auflagen in den Pachtverträgen. Die Gewässer sind auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Zur Aufwertung dieser Lebensräume sollen auf dem Stadtgebiet bis 2035 acht Strecken von total zwei Kilometern Länge revitalisiert werden.

Die vermehrte Nutzung von Holzenergie wird angestrebt

Die Luftqualität hat sich in den letzten Jahrzehnten in Stadt und Kanton Schaffhausen verbessert. Problematisch sind Grenzwertüberschreitungen entlang von vielbefahrenen Strassen. Eine vermehrte Nutzung der Holzenergie ist aus Klimasicht wünschenswert, die Verbrennung muss jedoch sauber und nach neustem Stand der Technik geschehen, um den Feinstaubaustoss gering zu halten.

Gemäss Erhebung bezüglich Lärmbelastung und -sanierungen sind rund 15 Prozent der Stadtbevölkerung von Grenzwertüberschreitungen durch Strassenlärm betroffen. Inzwischen sind fast alle betroffenen Gebäude mit Schallschutzfenstern saniert. Mit dem weiterhin wachsenden motorisierten Verkehr und der zunehmenden Verdichtung nimmt aber auch die Lärmbelastung zu.

Die Stadt ist Vorbild für eine wirkungsvolle Energie- und Klimapolitik

In der Stadt Schaffhausen stammen nach wie vor über 80 Prozent der benötigten Energie aus fossilen Quellen. Die grössten Anteile verbrauchen die Bereiche Mobilität und Wärmeerzeugung. Die Stadt ist jedoch nicht untätig. So wurde 2020 beispielsweise das Förderprogramm Energie aufgestockt, womit Gebäudehüllensanierungen oder Anschlüsse an Wärmenetze gefördert werden können. Als langjährige und erste Energiestadt der Schweiz setzt Schaffhausen viele Massnahmen schrittweise um und möchte ihre Vorbildfunktion mit einer wirkungsvollen Energie- und Klimapolitik verstärkt wahrnehmen.

Der Umweltbericht zeigt weiter, dass die von der Stadt gesammelten Abfallmengen zwar vorderhand zurückgehen, mehr und mehr Abfälle werden aber über private Recyclingzentren entsorgt und somit von der städtischen Statistik nicht erfasst. Im Coronajahr 2020 stiegen die Abfallmengen markant an. Auch im öffentlichen Raum kam es nachweislich zu mehr Littering und Reinigungsaufwand.

Ein Gesamtverkehrskonzept wurde entwickelt

In Bezug auf den Verkehr zeigt der Bericht, dass Schaffhausen im Vergleich mit ähnlichen Schweizer Städten überdurchschnittliche Anteile im motorisierten Individualverkehr aufweist. Dies zeigt sich auch im vergleichsweise höheren Autobesitz der Stadtbevölkerung.

Im Gesamtverkehrskonzept, das der Stadtrat im Frühling 2021 verabschiedet hat, wird festgehalten, wie die Verkehrs- und die Siedlungsentwicklung künftig aufeinander abgestimmt werden sollen und kurze Strecken für den Velo- und Fussverkehr attraktiver werden können.

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