Beringen SH: 2,2 Millionen für das Gesundheitszentrum Klettgau
Der Gemeinderat von Beringen SH beantragt dem Einwohnerrat eine Beteiligung von 2,2 Millionen Franken am Gesundheitszentrum Klettgau – samt Land im Baurecht.

Die medizinische Grundversorgung im Klettgau steht zunehmend unter Druck. Der Bedarf steigt aufgrund der demografischen Entwicklung und des Bevölkerungswachstums, gleichzeitig bestehen insbesondere in der Hausarztmedizin sowie bei ergänzenden medizinischen und therapeutischen Angeboten Engpässe.
Die Gemeinde Beringen hat deshalb durch den Verein docSH eine Machbarkeitsstudie für ein regionales Gesundheitsnetz und ein Gesundheitszentrum erarbeiten lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Gesundheitszentrum in Beringen fachlich, organisatorisch und wirtschaftlich realisierbar ist.
Umfassende Gesundheitsleistungen an zentralem Standort
Das Gesundheitszentrum Klettgau soll Hausarztmedizin, weitere medizinische und therapeutische Leistungen sowie ergänzende Angebote an einem gut erreichbaren Standort zusammenführen. Vorgesehen sind unter anderem Arztpraxen, Physiotherapie, Ergotherpaie, Beratungsangebote, Spitexnahe Dienstleistungen und weitere Gesundheitsanbieter.
Das Zentrum ist bewusst nicht als isoliertes Bauprojekt gedacht. Es soll der physische Ankerpunkt eines Gesundheitsnetzes Klettgau werden. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure der Gesundheits- und Sozialversorgung stärker miteinander zu vernetzen, die Zusammenarbeit zu erleichtern und damit die wohnortnahe Versorgung langfristig zu stärken.
«Mit dem Gesundheitszentrum wollen wir nicht einfach zusätzliche Räume schaffen. Unser Ziel ist eine tragfähige Struktur, welche die Gesundheitsversorgung im ganzen Klettgau stärkt und den Leistungserbringern gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit bietet», sagt Arie Späth, Geschäftsführer docSH.
Breite regionale Unterstützung
Das Gesundheitszentrum soll über eine gemeinwohlorientierte Immobilien-Aktiengesellschaft mit breiter Eigentümerschaft realisiert werden. Neben den Gemeinden sollen sich der Kanton, Unternehmen, institutionelle Anleger und mit der «Volksaktie» auch Privatpersonen beteiligen können.
Seit der öffentlichen Präsentation der Machbarkeitsstudie im März 2026 wurden darum zahlreiche Gespräche mit den Klettgauer Gemeinden, dem Kanton Schaffhausen, Leistungserbringern sowie möglichen privaten und institutionellen Investoren geführt.
Die bisherigen Rückmeldungen sind sehr erfreulich: Neun von elf Klettgauer Gemeinden haben sich bereits mit dem Projekt befasst. Sämtliche dieser Gemeinden beurteilen das Vorhaben positiv und haben eine Beteiligung am Aktienkapital in Aussicht gestellt – jeweils unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen politischen Instanzen. Neben den Klettgauer RSE Projektträger Machbarkeitsstudie GNKN Zelgstrasse 8 Schweiz fr-CH gestellt.
Auch von privaten und institutionellen Investoren liegen bereits Absichtserklärungen für eine finanzielle Beteiligung vor. Die Projektträgerschaft freut es insbesondere, dass bereits zahlreiche Privatpersonen aus der Klettgauer Bevölkerung ihr Interesse bekundet haben, in die zukünftige Gesundheitsversorgung zu investieren. Auf Basis der vorliegenden Absichtserklärungen sowie den Signalen aus laufenden Gesprächen ist die Projektträgerschaft sehr optimistisch, dass das benötigte Eigenkapital sehr bald gesichert ist.
Beringen übernimmt Verantwortung als Projektträgerin
Als Standortgemeinde und bisherige Projektträgerin will Beringen mit einer Beteiligung von CHF 2,2 Mio. einen wesentlichen Beitrag zum Start des Projekts leisten. Es handelt sich dabei um eine Aktienbeteiligung und damit um eine Vermögensanlage der Gemeinde, nicht um einen à-fonds-perdu-Beitrag.
«Beringen kann und soll dieses regionale Projekt nicht alleine tragen. Als Projektträgerin müssen wir aber bereit sein, den ersten verbindlichen Schritt zu machen. Unsere Beteiligung ist ein wichtiges Signal, damit auch weitere Gemeinden, der Kanton und private Investoren ihre Zusagen konkretisieren können», so Gemeindepräsident Roger Paillard.
Grundstücke bleiben im Eigentum der Gemeinde
Für den Bau des Gesundheitszentrums sollen die gemeindeeigenen Grundstücke GB Nrn. 125 und 127 beziehungsweise die benötigten Flächen nicht verkauft, sondern der künftigen Träger-Aktiengesellschaft im Baurecht zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Baurecht behält die Gemeinde das Eigentum am Boden und kann die langfristige Nutzung für das Gesundheitszentrum vertraglich absichern.
Der Gemeinderat beantragt dem Einwohnerrat, die Beteiligung von CHF 2,2 Mio. an der noch zu gründenden Träger-Aktiengesellschaft sowie die Gewährung des Baurechts zu genehmigen. Nach Zustimmung des Einwohnerrates wird das Geschäft den Stimmberechtigten von Beringen vorgelegt. Bei einem positiven Volksentscheid soll die Träger-Aktiengesellschaft noch Ende 2026 gegründet und anschliessend durch weitere Aktionärinnen und Aktionäre verbreitert werden.
Ab 2027 sollen Planung und Projektierung weitergeführt und die Baueingabe vorbereitet werden. Nach heutigem Planungsstand ist die Inbetriebnahme des Gesundheitszentrums Klettgau im Jahr 2029 vorgesehen.
Für den Gemeinderat ist das Vorhaben von grosser strategischer Bedeutung: Mit dem Gesundheitszentrum Klettgau soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass die Bevölkerung auch künftig auf eine starke und wohnortnahe medizinische Grundversorgung zählen kann.
Das Projekt
Die «Machbarkeitsstudie Gesundheitsnetz Klettgau Nord» ist ein Projekt der Regional- und Standortentwicklung RSE des Kantons Schaffhausen. Projektträgerin ist die Gemeinde Beringen, geleitet wird das Projekt vom Verein docSH. Verschiedene Experten unterstützten die Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie auf ihren Teilgebieten. Die gesamte auffindbar.






