Die Kantonsregierungen von Luzern, Obwalden und Schwyz setzen Fragezeichen hinter die geplante Impfoffensive des Bundes. Während sie gegen eine nationale Impfwoche nichts einzuwenden haben, bemängeln sie weiterführenden Massnahmen wie die Beratungsgutscheine.

In Luzern, Schwyz und Obwalden stimmen die Regierungen mit dem Bundesrat überein, dass die Impfquote in der Schweiz erhöht werden müsse. Dies geht aus den am Mittwoch von den drei Kantonen veröffentlichten Vernehmlassungsantworten an den Bund hervor.

Eine nationale Impfwoche sei sinnvoll. Der Kanton Luzern unterstützt den Ausbau der mobilen Beratungs- und Impfstellen, dies im Gegensatz zu Schwyz und Obwalden. Dieses Angebot, sowie auch individuelle Information und Beratungsgutscheine seien nicht sinnvoll, heisst es in Obwalden. Sie entsprächen nicht der «lokalen Kultur».

Es stelle sich die Frage, ob genügend qualifiziertes Personal vorhanden sei, erklärte der Obwaldner Regierungsrat. Eher seien lokale Botschafter zu verwenden, denn Impfbefürworter bräuchten eine Stimme. Impfgegner seien bereits sehr laut und präsent.

Bei Beratungsgutscheinen ergebe sich zudem der Vorwurf der Käuflichkeit und Glaubwürdigkeit. Auch die Schwyzer Regierung erteilt den Gutscheinen eine «klare Absage». Die Schweiz solle weiterhin auf finanzielle Anreize für die Impfung verzichten, da sie missbrauchsanfällig seien. Bei den Impfskeptikern dürfte eine Prämie zudem kaum etwas bewirken.

Das sieht auch der Luzerner Regierungsrat so. Er befürchtet überdies, dass eine solche kontraproduktiv sein könnte, wenn Impfwillige die Impfung aufschieben und die Einführung der Gutscheine abwarten.

Die Gutscheine würden für die Kantone auch einen grossen Aufwand bedeuten. Der Bund solle lieber genügend alternative Impfstoffe zur Verfügung stellen für jene, die der mRNA-Technologie kritisch gegenüber stehen.

Noch einen Schritt weiter geht die Schwyzer Regierung. Sie verlange vom Bundesrat ein klares Impfziel inklusive Ausstiegsszenario. Sie verweist darauf, dass gemäss des 3-Phasen-Modells die Aufhebung der Massnahmen geplant gewesen sei, sobald die impfwillige Bevölkerung sich impfen lassen konnte.

Da sich der Bund davon abgewandt habe, müsse er nun aufzeigen, ab welcher Impfquote die Massnahmen beendet werden können. Das Potenzial von zusätzlichen Anstrengungen sowohl im Bereich von mobilen Beratungs- und Impfstellen als auch im Bereich der individuellen Information sei erschöpft.

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