Obwaldner Oberstufeschülerinnen und -schüler müssen vorerst weiterhin eine Maske tragen. Der Kantonsrat hat in seiner Sitzung vom Freitag eine sofortige Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen abgelehnt, wie es eine dringliche Motion gefordert hatte.
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Eine Schülerin hebt zum Trinken die Maske zum Schutz gegen das Coronavirus an. (Symbolbild) - dpa

Der am Vortag noch als dringlich überwiesene Vorstoss von Gregor Rohrer (SVP) wurde nach der Behandlung im Rat mit 28 zu 21 Stimmen bei 3 Enthaltungen verworfen. Bildungsdirektor Christian Schäli (CSP) sagte, es sei nicht zu verantworten, die Maskenpflicht sofort aufzuheben.

Der Motionär argumentierte, die Coronasituation in der Schweiz habe sich entspannt, die Risikogruppe sei grösstenteils geimpft und geschützt. Viele Eltern sorgten sich um das Wohlergehen ihrer Kinder. Die Kantone seien für das Schulwesen zuständig, somit können sie Massnahmen im Schulbereich anordnen. Die Maske hindert viele Schülerinnen und Schüler, optimal lernen zu können.

Bildungsdirektor Schäli erwiderte, die Motion könne formell gar nicht umgesetzt werden. Denn auf der Sekundarstufe II sei die Maskenpflicht eine Vorgabe des Bundes. «Der Kanton kann in diesem Bereich schlicht und einfach nichts machen.»

Er gebe dem Motionär recht, dass die Massnahmen einen Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Oberstes Ziel sei es aber, den Präsenzunterricht aufrecht zu erhalten. Einen Lockdown möchte er als Bildungsdirektor nicht mehr erleben. Dazu habe man verschiedene Massnahmen ergriffen, in einer Pilotphase nun auch repetitives Testen.

Obwalden habe derzeit einen der höchsten Reproduktionswerte in der Schweiz. Derzeit wäre der falsche Moment, auf Masken zu verzichten, solange nicht alle Lehrpersonen die Möglichkeit hatten, sich zu impfen.

Peter Seiler (SVP) pochte darauf, dass die epidemiologische Lage die Aufhebung zulasse. Andere Kantone würden das auch tun. Die Angaben des Bildungsdirektors seien überholt.

An keiner Schule gebe es eine derart grosse Unzufriedenheit, wie es der Motionär beschreibe, sagte Kantonsrätin und Primarlehrerin Annemarie Schnider (SP). Das Maskentragen sei zwar oft lästig, aber es gebe einen plausiblen Grund dafür, nämlich den Schutz anderer vor Ansteckungen.

Auch Silvia Zbinden (CSP) rief dazu auf, noch ein wenig durchzuhalten. Gleiches sagte Roland Kurz (FDP), es seien ja in kurzer Zeit Sommerferien, da müsse man nicht jetzt noch Veränderungen auslösen, die sowieso bald schon passierten.

Weitere Kantonsratsvertreter aus dem Bildungswesen äusserten sich dankbar über die Sicherheit, die es dank der Masken an den Schulen gebe. Hanspeter Scheuber (CSP) forderte, sobald alle Lehrpersonen geimpft seien, müsse die Maskenpflicht aufgehoben werden. Guido Cotter (SP) sprach sich für eine Aufhebung der Maskenpflicht im Freien aus.

In der Zentralschweiz hat der Kanton Zug nach Pfingsten die Maskenpflicht an der Sekundarstufe I aufgehoben. Er führt umfangreiche Reihentests an der Schule durch. In Schwyz wird die Maskenpflicht auf der Sekundarstufe I Ende Mai aufgehoben, gleichzeitig werden die Tests ausgeweitet.

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