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    Kerns OW: Budget 2027 rechnet mit einem Minus von 180'000 Franken

    Gemeinde Kerns
    Gemeinde Kerns

    Obwalden,

    Der Gemeinderat von Kerns OW legt der Herbstgemeindeversammlung vom 24. November 2026 ein Budget 2027 mit einem Aufwandüberschuss von 0,18 Mio. Franken vor.

    Kerns OW
    Gemeindehaus Kerns (Symbolbild) - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

    Der Gemeinderat unterbreitet der Herbstgemeindeversammlung vom 24. November 2026 das Budget 2027 mit einem Aufwandüberschuss von 0,18 Mio. Franken. Trotz weiterhin erfreulicher Steuererträge und höheren Beiträgen aus dem innerkantonalen Finanzausgleich bleibt die finanzielle Situation herausfordernd. Wesentliche Gründe dafür sind die erstmalige Beteiligung der Gemeinden am Kantonsdefizit, steigende Sozialkosten sowie die anhaltend hohe Investitionstätigkeit.

    Der betriebliche Ertrag der Gemeinde Kerns wird für das Jahr 2027 mit 28,76 Mio. Franken budgetiert. Gegenüber dem Budget 2026 entspricht dies einer Zunahme von 1,44 Mio. Franken. Die Steuereinnahmen steigen gemäss den Prognosen um 0,9 Mio. Franken auf 21,17 Mio. Franken, während die Beiträge aus dem innerkantonalen Finanz- und Lastenausgleich um 0,35 Mio. Franken auf 3,40 Mio. Franken zunehmen werden.

    Gleichzeitig steigt der betriebliche Aufwand um 1,88 Mio. Franken auf 30,82 Mio. Franken an. Davon fallen 2,35 Mio. Franken auf die Abschreibungen, welche gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. Franken ansteigen. Im Rahmen der Dienstleistungs-, Aufgaben- und Ausgabenüberprüfung wurden zahlreiche Budgetpositionen kritisch hinterfragt.

    In verschiedenen Bereichen konnten Aufwände reduziert werden. Im Bereich Gesundheit wird nach den starken Steigerungen der letzten Jahre mit einer moderateren Entwicklung gerechnet. Die Beiträge an Altersheime steigen nochmals leicht an.

    Bei der sozialen Sicherheit werden höhere Kosten erwartet, insbesondere bei Kinder- und Jugendheimen sowie der wirtschaftlichen Hilfe. Der Personalaufwand steigt gegenüber dem Budget 2026 insgesamt lediglich um 55'000 Franken an und beim Sach- und Betriebsaufwand wird mit einem Anstieg von 65'000 Franken gerechnet.

    Finanzvorsteherin Monika Ettlin-Kellenberger ordnet die Entwicklung ein: «Die Ertragsseite entwickelt sich erfreulich. Gleichzeitig steht Kerns vor zusätzlichen Belastungen, welche wir nur bedingt beeinflussen können. Die eingeleiteten Massnahmen zeigen erste Wirkungen. Die Gemeinde Kerns verfügt dank den finanzpolitischen Reserven und dem Eigenkapital weiterhin über eine solide Ausgangslage. Dennoch müssen wir die Kostenentwicklung konsequent beobachten und Prioritäten setzen. Nur so können wir auch künftig wichtige Investitionen tätigen und gleichzeitig tragfähige Gemeindefinanzen ausweisen».

    Im Jahr 2027 fällt zudem erstmals die Beteiligung am Defizit des Kantons in der Höhe von rund 860'000 Franken an. Alle Obwaldner Gemeinden sollen während fünf Jahren gesamthaft jeweils jährlich 5 Mio. Franken dem Kanton überweisen. «Der Kanton und die Gemeinden sitzen im gleichen Boot. Entsprechend ist es wichtig, dass wir uns in den nächsten Jahren solidarisch verhalten. Dank der Steuerstrategie haben wir als Gemeinde in den letzten Jahren die Schulden abbauen und Reserven schaffen können. Dies war aufgrund des Wegfalls der Beiträge aus dem nationalen Finanzausgleich für den Kanton nicht möglich», erklärt Monika Ettlin-Kellenberger.

    Für 2027 sieht der Gemeinderat Nettoinvestitionen von 5,9 Mio. Franken vor. Davon entfallen 3,82 Mio. Franken auf Schulliegenschaften, insbesondere für die Umgebungsarbeiten auf dem Schulareal als Abschluss des Projekts Schulraum für Generationen. Weitere Schwerpunkte bilden Investitionen in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur von rund 0,97 Mio. Franken, Strassen- und Verkehrsprojekte von 1,18 Mio. Franken sowie Planungsarbeiten für die Dossenhalle von 0,50 Mio. Franken.

    Ab Ende 2027 wird nach heutiger Planung kein Pro-Kopf-Vermögen mehr ausgewiesen. Stattdessen resultiert eine Verschuldung. Aufgrund der aktuell positiven Hochrechnung für das Jahr 2026 dürfte diese jedoch tiefer ausfallen als ursprünglich angenommen und rund 2,30 Mio. Franken betragen, was pro Kopf einer Verschuldung von 345 Franken entspricht.

    Der Gemeinderat hat im Zusammenhang mit dem Budget 2027 entschieden, die Rücklagen für das Schulraumprojekt mit zusätzlichen Abschreibungen im Umfang von 12,71 Mio. Franken vollständig aufzulösen. Diese finanzpolitische Buchung hat keinen Einfluss auf das Jahresergebnis 2027 und die Berechnung der Kennzahlen. Die Finanzlage wird zudem in den kommenden Jahren transparenter dargestellt.

    Entwicklung der Steuereinnahmen 2020-2027 (in CHF 1'000)

    B 2027 / B 2026 / R 2025 / R 2024 / R 2023 / R 2022 / R 2021 / R 2020
    Natürliche Personen: 19'920 / 18'870 / 18'963 / 18'246 / 17'895 / 17'535 / 16'116 / 15'618
    Juristische Personen: 820 / 970 / 1'333 / 1'034 / 997 / 690 / 690 / 824
    Sondersteuern: 400 / 400 / 480 / 786 / 1'172 / 1'017 / 483 / 474
    Total Steuereinnahmen: 21'140 / 20'240 / 20'776 / 20'066 / 20'064 / 19'242 / 17'289 / 16'916
    Bevölkerungszahl: 6'628 / 6'595 / 6'562 / 6'524 / 6'465 / 6'427 / 6'381 / 6'327
    R = Rechnung / B = Budget

    Die Botschaft zur Herbstgemeindeversammlung vom 24. November 2026 kann auf der Gemeindehomepage heruntergeladen werden (»> direkter Link) und wird der Bevölkerung als Beilage zur Gemeindezeitschrift Kerns informiert zugestellt.

    Das Budget 2027 mit ausführlichem Bericht steht ebenfalls auf der Gemeindehomepage zum Herunterladen zur Verfügung. Die Finanzverwaltung Kerns händigt das detaillierte Budget 2027 auch gerne am Schalter aus oder stellt dieses per Post zu.

    Die Finanzplanung 2028-2033 und die Investitionsplanung bis 2050 werden an der Herbstversammlung 2026 detaillierter ausgeführt.

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