Auf der «Bachrundi» in Kerns laden neun Bildtafeln dazu ein, einen bemerkenswerten Kernser kennen zu lernen.
Irene Roethlin
Irene Roethlin montiert eine Bildtafel. - Gemeinde Kerns.

«Sein Leben war voll wunderlicher Dinge, er war kein Dutzendmensch, sondern ein Mann, dessen Erscheinung sich einem einprägt.» So steht es 1957 im Nachruf auf den Kernser Kulturschaffenden Eduard Egger geschrieben. Er wurde 1882 als viertes von sechs Kindern in die Familie der Franz und Juliane Egger-Durrer geboren, die in Kerns eine Mühle sowie eine Bäckerei und Spezereihandlung betrieben.

Eduard hatte nicht vor, in den Familienbetrieb einzusteigen. Die Kunst rief. So begab er sich bereits nach seiner Schulzeit auf ausgedehnte Studienreisen. Sein Schaffen war sehr vielfältig und umfassend. Zeitlebens widmete er sich Kunst und Kultur, beschäftigte sich aber auch mit Physik, Elektrotechnik und Chemie, war Kirchenvogt und Mitbegründer des Samaritervereins.

Der ehemalige Sekundarlehrer Urs Grämiger, der auch Präsident der Kulturkommission war, befand vor etwa 2 Jahren: «Eduard Egger und sein Schaffen ist in Vergessenheit geraten. Es wäre schön, wenn man ihn der Öffentlichkeit wieder bekannt machen könnte». Bei der Kulturkommission und ihrer heutigen Präsidentin Irene Röthlin fiel die Idee auf fruchtbaren Boden. «Aus der Fülle an hinterlassenem Material wollten wir unbedingt etwas machen», sagt Irene Röthlin im Namen der Kommission.

Schnell wurde klar, dass die Kommission jedoch lediglich Auszüge aus Eggers Leben und Schaffen präsentieren kann. Entstanden sind nun neun Trägerwände mit Bildtafeln, die verschiedene Aspekte von Eduard Eggers Leben und Wirken beleuchten.

Die Bildtafeln widmen sich jeweils einem Thema und tragen Titel wie «Der Sohn des Müllers», «Dorf Maler» «Die Kernser Kapellen» oder «Sein Auge für Portrait». Bei der Gestaltung der Bildtafeln fand die Kommission Unterstützung beim Fotografen Samuel Büttler, selbst ehemaliges Mitglied der Kulturkommission. Auf das Konzept der Ausstellung angesprochen kommentiert Gemeinderat Pius Hofer: «Die Kulturkommission wollte unbedingt eine Form der Präsentation finden, welche pandemiekonform ist und dennoch einem breiten Publikum offen steht». Dies ist gelungen.

«Still und ohne viel Aufhebens ist er gegangen, ganz so wie er droben in seinem Heim im Breiten gelebt und gewirkt hat», berichtet der Nachruf auf Eduard Egger. Genauso still wurde nun die kleine Ausstellung der Öffentlichkeit übergeben. «Wir hoffen, dass Passanten und Spaziergänger etwas Interessantes entdecken können», meint Irene Röthlin und fügt an: «Vielleicht finden einige Kernser sogar eine entfernte Verwandtschaft zu Eduard Egger. Oder sie erkennen ihre Ahnen in einem der Portraits.»

Eduard Egger, ein Spaziergang im Gebiet Neumatt – Sand – Siebeneich – Riebeten in Kerns, ab sofort bis im Sommer 2021.

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