Auswilderungspause für Bartgeier aus Angst vor Inzucht

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Obwalden,

    Nach vier Auswilderungen in Folge verzichtet die Stiftung Pro Bartgeier dieses Jahr darauf junge Bartgeier freizulassen.

    Ein Bartgeier.
    Der Nachwuchs von Althia war für ein Wiederansiedlungsprogramm bestimmt. - keystone

    Nach vier Auswilderungen in Folge verzichtet die Stiftung Pro Bartgeier dieses Jahr darauf, junge Bartgeier im Melchtal im Kanton Obwalden freizulassen. Grund dafür ist die Gefahr von Inzucht.

    Finja und Fredueli waren der achte und neunte Bartgeier, die im vergangenen Juni im Melchtal ausgesetzt worden waren, seit dort das Programm zur Arterhaltung im Jahr 2015 startete. Sie bleiben vorerst die letzten. Weil keine geeigneten Jungtiere zur Verfügung stehen, müsse sie die geplante Auswilderung für dieses Jahr absagen, teilte die Stiftung Pro Bartgeier am Samstag mit.

    Geschlüpft waren Finja und Fredueli in einer spanischen Zuchtstation. Am Erhaltungszuchtprogramm der stark gefährdeten Vogelart beteiligen sich 40 Zoos und Zuchtstationen. Auch dieses Jahr hätten viele Brutpaare Nachwuchs gezeugt, allerdings stammen laut der Stiftung sämtliche Jungvögel aus genetischen Linien, die in der Alpenpopulation schon gut vertreten sind.

    Deshalb kämen sie für eine Auswilderung in der Schweiz nicht in Frage. Weil der Bartgeierbestand in den Alpen aus eigener Kraft nur langsam anwächst, sei dessen genetische Diversität noch deutlich zu klein. Ohne Auswilderung weiterer Jungtiere aus der Zucht bestehe mittelfristig ein beträchtliches Risiko für Inzucht-Probleme.

    Elf Wildbruten

    Die Stiftung überwache zurzeit die Wildbruten. «Bei mindestens elf Brutpaaren konnten wir dieses Jahr bereits eine Brut nachweisen.» Wegen der Auswilderungspause werde der Infostand am Henglirain bei Melchsee-Frutt in diesem Jahr nicht betreut.

    Der Bartgeier, ein Aasfresser, war früher als Lämmerdieb verrufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er in den Alpen ausgerottet. 1986 wurde ein Wiederansiedlungsprojekt in Österreich gestartet, 1991 eines in der Schweiz.

    Kommentare

    Weiterlesen

    trend
    94 Interaktionen
    Junge versuchens
    Proteste
    203 Interaktionen
    Gen-Z-Proteste

    MEHR AUS OBWALDEN

    1 Interaktionen
    Obwalden
    Kredit genehmigt
    1 Interaktionen
    Ab zehn Personen