Luzernerland

    Werthenstein LU: Gemeinde budgetiert einen Überschuss für 2027

    Gemeinde Werthenstein
    Gemeinde Werthenstein

    Ruswil,

    Der Gemeinderat budgetiert einen Ertragsüberschuss, verzichtet auf eine Steuerfusssenkung und erhöht das Sozialpensum. Zudem soll die Truvag prüfen.

    Werthenstein LU
    Gemeindeverwaltung (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

    Die Gemeinde Werthenstein budgetiert für das Jahr 2027 in der Erfolgsrechnung einen Ertragsüberschuss von Fr. 45’754.30. Damit wird trotz steigender Aufwendungen ein positives Ergebnis erwartet. Erfreulich entwickeln sich insbesondere die Steuererträge der natürlichen Personen und der Handänderungssteuer. Gleichzeitig steigen die Aufwendungen, vor allem in den Bereichen Bildung, Liegenschaften und Strassen.

    Gründe dafür sind unter anderem zusätzliche Bildungsangebote, der bauliche Unterhalt und die Werterhaltung der Infrastruktur sowie die zunehmende Komplexität der Gemeindeaufgaben.

    Die Investitionsrechnung sieht für 2027 Gesamtausgaben von rund Fr. 1.46 Millionen vor. Nach Abzug der budgetierten Einnahmen von Fr. 280'000.00 ergeben sich Nettoinvestitionen von Fr. 1.18 Millionen.

    Ein Schwerpunkt liegt bei der Wasserversorgung mit geplanten Investitionen in der Höhe von Fr. 680'000.00.

    Weitere Vorhaben betreffen unter anderem die energetische Sanierung des Gemeindehauses, die Planung eines Anbaus an das Kindergartengebäude in Schachen, das Gesamtsanierungsprojekt der Obermoosstrasse, die ICT-Infrastruktur der Gemeindeverwaltung und jene der Schule sowie und die Anschaffung eines neuen Schulbuses. Zudem sind Investitionen in die Wiederherstellung des Badhussteges sowie in die Abwasserinfrastruktur und in weitere Umweltprojekte vorgesehen.

    Der Aufgaben- und Finanzplan 2027 – 2030 zeigt insgesamt eine stabile finanzielle Entwicklung. In einzelnen Planjahren werden zwar leicht negative Ergebnisse erwartet, diese können durch positive Abschlüsse in anderen Jahren weitgehend ausgeglichen werden. Der Steuerfuss bleibt bei 2.15 Einheiten.

    Die geplanten Investitionen führen vorübergehend zu einer höheren Verschuldung. Insgesamt beurteilt der Gemeinderat die finanzielle Ausgangslage jedoch als solide. Er setzt weiterhin auf einen sorgfältigen Umgang mit den vorhandenen Mitteln und eine nachhaltige Finanzplanung.

    Steuerfusssenkung geprüft

    Auf Antrag der Mitte Werthenstein hat der Gemeinderat eine Steuerfusssenkung geprüft.

    Der Gemeinderat hat sich im Rahmen des Budgetprozesses eingehend mit einer möglichen Steuerfusssenkung auseinandergesetzt. Die Jahresrechnung 2025 schloss mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 899'457.87 ab.

    Dieses erfreuliche Ergebnis war hauptsächlich auf höhere Steuererträge zurückzuführen. Im Budget 2027 zeigt sich jedoch ein anderes Bild: das Globalbudget im Aufgabenbereich Soziales und Bildung steigt im Budget 2027 gegenüber der Jahresrechnung 2025 um etwas mehr als eine Million Franken. Dieses Wachstum der Aufwendungen in der Erfolgsrechnung ist ein wesentlicher Grund, weshalb der Gemeinderat auf eine Steuerfusssenkung verzichtet.

    Zudem ist davon auszugehen, dass sich das Wachstum auf der Ertragsseite nicht im gleichen Masse entwickeln wird. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren verschiedene Investitionen an, die ebenfalls Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen haben werden. Aus diesen Gründen hat der Gemeinderat entschieden, den Steuerfuss unverändert bei 2.15 Einheiten zu belassen.

    Gemeinderatspensum geprüft

    Die neuen Aufgabezuteilungen im Gemeinderat wurden per 1. September 2024 in Kraft gesetzt und gelten daher seit zwei Jahren. Der Gemeinderat nahm dies zum Anlass, um zurückzublicken und zu prüfen, ob die Aufgaben in den vorgesehenen Pensen erfüllt werden können. Beim Ressort Gesundheit und Soziales zeigt sich, dass in dieser Zeit Überstunden von durchschnittlich rund zehn Stellenprozenten geleistet wurden.

    Der Gemeinderat hat daher das Pensum des Sozialvorstehers per 1. Januar 2027 von 50 % auf 60 % erhöht.

    Wechsel der externen Revisionsstelle

    Die Gemeinde Werthenstein arbeitet seit 2008 mit der BDO AG als Revisionsstelle zusammen. Nach langjähriger guter Zusammenarbeit hat der Gemeinderat verschiedene Offerten eingeholt und einen Wechsel geprüft. Aufgrund der Erfahrung mit anderen Gemeindemandaten und der eingeholten Referenzauskünfte schlägt der Gemeinderat die Truvag Revisions AG als neue Revisionsstelle vor.

    Der Gemeinderat verspricht sich vom Wechsel eine neue Aussensicht auf die Jahresrechnung. Die neuen Revisionsstelle wird durch die Gemeindeversammlung am 1. Dezember 2026 bestimmt.

    Veranstaltung Patientenverfügung

    Die Kommissionen für Altersfragen der Gemeinden Wolhusen und Werthenstein führen auch diesen Herbst eine Infoveranstaltung durch. Dieses Jahr geht es um das Thema Patientenverfügung. Die Veranstaltung findet am Freitag, 13. November 2026, 14.00 Uhr, im Andreasheim statt.

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