In einem Spiel mit gelben und roten Karten, Gehässigkeiten, Provokationen und viel Hektik behielt Amriswil nach fünf Sätzen das bessere Ende für sich.
Volley Amriswil
Volley Amriswil. - Vild: Olivier Zeller

Die beiden Teams starteten mit den gleichen Spielern in die Partie wie in Lausanne. Allerdings hatte Lausanne eine andere Aufstellung gewählt. Der erste Satz entwickelte sich bis zum 9:8 sehr ausgeglichen, ehe sich die Platzherren auf 12:8 absetzten. Das Spiel bot Klasse, Fehler waren eher selten. Bei 16:16 hatten die Vaudois wieder aufgeholt, doch nach dem 18:17 kam man bei Aufschlag Zass auf 22:17 weg, was wenig später zum Satzgewinn führte. Im zweiten Abschnitt spielte sich das Klok-Team richtiggehend in einem Rausch. Immer wieder Thomas Zass, aber auch die beiden Aussen Björn Höhne und Quentin Zeller deklassierten LUC in dieser Phase zu Statisten. Nach der 16:9-Führung nahm man es ein bisschen gemächlicher, doch das klare 25:17 widerspiegelte den Klassenunterschied in Satz zwei.

Ein verrückter dritter Satz

Kurz nach Beginn des dritten Durchgangs setzte sich Amriswil auf 7:3 ab. Alles schien auf einen klaren Dreisätzer hinauszulaufen. Nachdem der Amerikaner Blake Leeson einen schönen Punkt verbuchen konnte, schritt er zum Service. Sieben Aufschläge später stand es 7:11. Da waren sie wieder, diese überaus aufsässigen Lausanner! Bis zum 12:15 kamen die Gastgeber nur um einen Punkt heran. Aber wieder war es Zass, der bei eigenem Aufschlag das Spiel kehrte. Jetzt waren die Amriswiler im Flow, und bald einmal stand es 23:18. Zwei Punkte fehlten, als Adrien Prével bei seinem womöglich letzten Auftritt im Tellenfeld wieder alles umbog. 23:25 das Satzresultat. So, wie Amriswil den zweiten Satz haushoch dominiert hatte, war im vierten Satz der Gast aus der Romandie überlegen. Den Amriswilern blieb fast nur das Staunen, und mit 18:25 ging man ins Tie-Break.

Ein Kampf mit Haken und Ösen

Beim Stande von 1:1 glaubte der Lausanner Prével, einen Punkt erzielt zu haben. Doch die Schiedsrichter entschieden anders. Das brachte Captain Prével derart in Rage, dass er nach einer gelben auch noch die rote Karte sah. Die Amriswiler bedankten sich fürs Gratis-3:1. Als den Gästen der nächste Punkt als geführter Ball abgepfiffen wurde, brannte es in der Halle. In den drauffolgenden fünf Punkten kam es neben zwei Aufschlagfehlern zu drei Monsterblocks durch Filippov und zweimal Escher. Nach dem 11:3 schienen die Westschweizer zu resignieren, und als Prével beim Matchball ein weiteres Mal geblockt wurde, stand der Einzug der Amriswiler ins Playoff-Finale fest.

Erstes Finalspiel am Ostersamstag

Wer der Gegner sein wird, steht erst am kommenden Mittwoch fest. Wegen Corona wurde die Best-of-five-Serie zwischen Chênois und Schönenwerd auf zwei Spiele in Europacup-Formel verkürzt. Das erste Spiel findet am kommenden Samstag statt.

Matchtelegramm

LINDAREN Volley Amriswil-Lausanne UC 3:2 (25:22, 25:17, 23:25, 18:25, 15:6). Amriswil, Tellenfeld, 0 Zuschauer; 1. Schiedsrichter: Aleksander Sikanjic, 2. Schiedsrichter: Philippe Schürmann. Startformation LINDAREN Volley Amriswil: Quentin Zeller, Radiša Stevanovic, Thomas Zass, Björn Höhne, Georg Escher, Dima Filippov, Ramon Diem (Libero); Startformation Lausanne UC: Edin Musabegovic, Reto Pfund, Adrien Prével, Blake Leeson, Robert Wojcik, Federico Rossatti, Tim Ineichen (Libero).

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