Die Umfrage zu dem Pilotprojekt «Recycling-Sack» in Reinach BL ergibt, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung den Recycling-Sack weiterempfehlen würden.
PET Flaschen co
Leere PET-Flaschen liegen auf einem Haufen (Symbolbild). - Keystone

Wie die Gemeinde Reinach BL informiert, bringen seit Projektbeginn im Juni 2021 die Pöstler in Reinach nicht nur Post, sondern holen werktags leere Kunststoffflaschen und Getränkekartons im kostenpflichtigen Recycling-Sack beim Briefkasten vor der eigenen Haustüre ab. Die Auswertung der Online-Umfrage vom September 2021 zeigt seitens der Nutzer ein positives Bild, auch wenn das Angebot nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung gebraucht wird.

Fünf Prozent aller Haushalte nutzten das neue Angebot

Drei Monate nach Start des Pilotprojektes wurde eine Online-Umfrage bei der Bevölkerung lanciert. Ziel war es, in Erfahrung zu bringen, wie die Reinacher Bevölkerung die versuchsweise angebotene Dienstleistung nutzt und welche Motive sie bewegt mitzumachen oder sich dagegen zu entscheiden. Teilgenommen an der Umfrage haben 158 Bewohner von Reinach, unabhängig davon, ob sie das Angebot bisher genutzt hatten oder nicht. 58 Prozent der Umfrageteilnehmenden machen am Pilotprojekt mit und 42 Prozent haben sich lediglich an der Umfrage beteiligt.

Gestützt auf die bisherigen Verkaufszahlen (1'346 Säcke, Stand Ende Oktober) und die Auswertung der Umfrage, kann von einer Beteiligung am Pilotprojekt Reinach von ca. 500 Haushalten ausgegangen werden. Dies entspricht ca. 5 Prozent aller Haushalte in Reinach.

Die Rückmeldungen sind überwiegend positiv

Die Umfrage zeigt, dass das Angebot des Pilotprojekts «Recycling-Sack» bei der Bevölkerung unterschiedlich ankommt. Die Rückmeldungen der Umfrageteilnehmenden, welche auch am Pilot mitmachen, sind erwartungsgemäss überwiegend positiv. Rund 70 Prozent der Antwortenden haben Umweltgründe und etwas für das Klima zu tun bewogen, am Pilotprojekt mitzumachen. Nur ein Drittel hat als wichtigsten Grund fürs Mitmachen den im Pilot gewählten Ansatz genannt, nur das zu sammeln, was auch tatsächlich recycliert werden kann.

Die Möglichkeit auf diese Weise Getränkekartons dem Recycling zu zuführen, war für viele mitentscheidend am Pilot mitzumachen. Die Hälfte der Antwortenden wird den Recycling-Sack weiterempfehlen und weitere 22 Prozent werden ihn eher weiterempfehlen. Rund 3/4 der antwortenden Pilotteilnehmenden haben bereits vor dem Pilotversuch Kunststoff-Sammlungen genutzt. Die PE-Flaschensammlung des Detailhandels wurde zu 84 Prozent genutzt. Die PET Sammlung zu 96 Prozent.

Über die Hälfte der Teilnehmenden sprechen sich für die Nutzung der Sammlung nach dem Pilotversuch aus

Bei der Frage nach dem Preis für dieses Angebot sind die Teilnehmenden bereit, zwischen 1.50 Franken bis 2.00 Franken für den Sack (inkl. Abholung durch die Post) zu bezahlen. 52 Prozent der Antwortenden würden einen günstigeren Preis bevorzugen, auch wenn dadurch die Abholung beim Haushalt wegfallen würde. Über die Hälfte (54 Prozent) der Antwortenden würde die Sammlung auch nach dem Pilotversuch in Reinach nutzen.

47 Prozent derjenigen, die nicht am Pilotprojekt teilgenommen haben, geben als Grund an, dass sie bereits ein anderes Angebot nutzen. Die Sammlung von PET-Getränkeflaschensammlungen und PE-Flaschen werden auch in dieser Gruppe sehr gut genutzt und rund 55 Prozent nutzen bereits Sammelangebote von gemischten Kunststoffsammlungen. Hauptkritikpunkt war in dieser Gruppe der hohe Preis und dass das Angebot nicht die Sammlung aller Kunststofffraktionen einschliesst.

Die Post als Partner wird teilweise kritisch gesehen

Die Post als Logistikpartner in der Kreislaufwirtschaft wurde sehr unterschiedlich bewertet. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden finden es eine gute Sache, dass die Post ihre freien Logistikkapazitäten für den Rücktransport der Sammelware ins Pilotprojekt einbringt. Einigen gefällt die Abholung durch die Post nicht, weil die Pöstler doch andere Aufgaben hätten.

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