Wie die Gemeinde Reinach berichtet, schliesst das Rechnungsergebnis fast ausgeglichen mit einem kleinen Verlust von 0,439 Millionen Franken ab.
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Finanzen (Symbolbild). - Keystone

Bei der Erstellung des Budgets 2021 im Herbst 2020 wurden die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Unternehmenssteuerreform auf die Steuereinnahmen und die Sozialausgaben viel grösser eingeschätzt. Glücklicherweise haben sich diese Annahmen nicht bestätigt.

Zum unerwartet erfreulichen Rechnungsergebnis haben zusätzlich einige positive Effekte auf der Kostenseite beigetragen. Ebenfalls haben die frühzeitig eingeleiteten Sparmassnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Ergebnisverbesserung geleistet. Trotz des besseren Ergebnisses haben sich die langfristigen Verbindlichkeiten um drei Millionen Franken auf 72 Millionen Franken erhöht.

Mehr Steuererträge als geplant

Ertragsseitig haben die Steuereinnahmen die budgetierten Annahmen deutlich übertroffen (plus 6,3 Millionen Franken). Bei der Budgetierung wurde das mittlere von drei möglichen Szenarien gewählt. Die effektiven Steuererträge zeigen nun, dass keine Einbussen durch die Corona-Pandemie und die Unternehmenssteuerreform zu verzeichnen sind.

Wäre beim Budgetprozess das Best-Case-Szenario gewählt worden (plus 4,9 Millionen Franken), wäre die Überschreitung lediglich um plus 1,4 Millionen Franken ausgefallen. Zum besseren Ergebnis beigetragen haben auch die Steuernachflüsse aus den Vorjahren über 1,83 Millionen Franken sowie die Steuererhöhung von 52,5 Prozent auf 54,5 Prozent.

Kosten im Griff dank Sparmassnahmen und rigoroser Ausgabenpolitik

Aufwandseitig konnte gegenüber dem Budget fast eine Punktlandung verzeichnet werden. Es kam lediglich zu einer minimalen Unterschreitung von 0,056 Millionen Franken (bei einem Gesamtaufwand von 99 Millionen Franken). Der Sachaufwand liegt mit 1,803 Millionen Franken deutlich unter dem Budgetwert.

Die vom Gemeinderat Ende März 2020 eingeleiteten Sparmassnahmen haben in diesem Kostenblock nun erstmals ganzjährig Wirkung gezeigt, zumal der Spielraum an ungebundenen Kosten beim Sachaufwand am grössten ist.

Da die Container für das Provisorium Surbaum erst im Spätherbst geliefert worden sind, später als zum Budgetierungszeitpunkt angenommen, fielen die Mietkosten um 0,628 Millionen Franken geringer aus als geplant.

Die Budgetüberschreitung von 1,079 Millionen Franken beim Transferaufwand ist vorwiegend auf den horizontalen Finanzausgleich zurückzuführen.

Investitionen in Schulhaus Surbaum und Provisorium Weiermatten

Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 11,229 Millionen Franken und lagen somit um 1,246 Millionen Franken unter dem Budgetwert. Die grössten Investitionen wurden 2021 mit 6,025 Millionen Franken an Ausführungskosten für den Neubau des Schulhauses Surbaum getätigt.

Ebenso konnte der Pavillon beim Schulhaus Weiermatten realisiert und von der Primarschule und der schulergänzenden Betreuung (SEB) bezogen werden (1,324 Millionen Franken). Bei der Sportzone Fiechten wurde die zweite Etappe des Kunstrasenfeldes realisiert (1,747 Millionen Franken).

Dank Providerprovisionen bei der Grossgemeinschaftsantennenanlage und der Gebührenerhöhung beim Wasser verbuchten diese beiden Spezialfinanzierungen wieder Zuschüsse ins Eigenkapital.

Vorausschauende Finanzplanung

Trotz des positiv ausgefallenen Ergebnisses im 2021 ist die finanzielle Situation der Gemeinde Reinach weiterhin angespannt. Die laufenden Kosten inklusive Investitionen können zukünftig nicht durch die eigenen Mittel finanziert werden. Dadurch nimmt die Fremdfinanzierung zu und die Verschuldung steigt.

Damit die Gemeindefinanzen weiterhin gesund bleiben und der Neubau des Schulhauses Surbaum finanziert werden kann, sind eine konsequente Einnahmen- und Kostensteuerung, eine konsequente Wirtschafts- und Standortförderung sowie die Realisierung der geplanten Quartierpläne erforderlich.

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