Reinach (BL)

Invasive Ameisen breiten sich im Gebiet Kägen aus

Gemeinde Reinach BL
Gemeinde Reinach BL

Birseck,

Ein Gutachten bestätigt: Im Reinacher Gewerbegebiet Kägen wüten invasive Ameisen auf 12 Hektaren. Die Gemeinde ruft nun die Bevölkerung zur Mithilfe auf.

Tapinoma-Ameisen
Die Tapinoma-Ameisen breiten sich in der Schweiz aus. - keystone

2025 wurden im Gewerbegebiet erstmals invasive Ameisen der Art Tapinoma magnum nachgewiesen, teilt die Gemeinde Reinach BL mit. Ein Gutachten bestätigt eine Befallsfläche von 12 Hektaren und geht davon aus, dass sich die eingeschleppte Ameise bereits fünf Jahre unbemerkt im Kägen ausbreiten konnte.

Tapinoma-Ameisen sind für Menschen ungefährlich, können jedoch lästig werden. In seltenen Fällen verursachen sie Gebäudeschäden, etwa durch Unterhöhlungen oder das Eindringen in Innenräume.

Sie sind kleiner als einheimische Ameisen, lassen sich aber nur von Fachpersonen eindeutig erkennen. Folgende Merkmale können auf einen Befall hinweisen: Die Ameisen sind nur zwei bis vier Millimeter gross, bewegen sich relativ rasch und wirken dabei aggressiv. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist ein Geruch nach Nagellack, der beim Zerdrücken der Tiere entstehen kann.

Monitoring soll neue Vorkommen früh erkennen

Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten nennt Massnahmen zur Eindämmung. Ergänzend zur Befallszone wurde eine Überwachungszone definiert, in der erhöhte Aufmerksamkeit nötig ist. Das Gutachten legt dar, dass eine vollständige Tilgung des Befalls im Kägen aufgrund der Situation unwahrscheinlich ist.

Reinach setzt deshalb auf folgende Schwerpunkte: die Ausbreitung der Ameisen soll verhindert werden, neue Vorkommen werden durch ein gezieltes Monitoring frühzeitig erkannt, und die Bevölkerung wird im Rahmen von Sensibilisierungsmassnahmen informiert und eingebunden.

Was tun bei einem Befall?

Um die weitere Ausbreitung und Folgeschäden zu verhindern, wurden Grundeigentümer- und Mieterschaften angeschrieben. Wer einen Verdacht auf den Befall mit Tapinoma-Ameisen ausserhalb der bereits bekannten Befallszone hat, soll dies der Gemeinde melden.

Die im Handel frei erhältlichen Ameisenköder und Gifte sind wirkungslos gegen Tapinoma. Die effektivste Methode zur Bekämpfung erfolgt durch qualifizierte Schädlingsbekämpfer. Da ein Teil des betroffenen Gebiets in der Grundwasserschutzzone liegt, ist der Einsatz von Insektiziden hier allerdings verboten.

Welche Fälle melden?

Wer vermutet, Tapinoma gefunden zu haben, wendet sich zur Abklärung an die Gemeinde. Verdachtsfälle können per Online-Formular gemeldet werden. Für die Gemeinde wie auch für Betroffene besteht keine Bekämpfungspflicht. Trotzdem ist es ratsam, rasch zu reagieren und die Unterstützung eines Schädlingsbekämpfers in Anspruch zu nehmen.

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