FC Rapperswil-Jona ohne Sieg auf dem Brügglifeld
Der FC Rapperswil-Jona führt beim FC Aarau 2:0, verliert aber nach wilder Partie und Doppelschlag nach der Pause mit 3:5.

Wie der FC Rapperswil-Jona mitteilt, verliert der FC Rapperswil-Jona beim FC Aarau 3:5 – und hinterlässt doch Spuren auf dem Brügglifeld.
Wer nur auf die nackten Zahlen blickt – 38:7 Schüsse für Aarau, 14 Eckbälle, 58 Prozent Ballbesitz – könnte meinen, der Abend sei eine klare Sache gewesen. War er nicht. Zumindest nicht zu Beginn.
Die Partie war kaum angepfiffen, da stockte den FCRJ-Anhängern der Atem. In der 7. Minute liess Alan Omerovic einen hohen Ball fallen, Serge Müller traf – doch Schiedsrichter Piccolo entschied auf Foul am Keeper.
Glück für die Gäste. Zwei Minuten später klatschte ein Freistoss von Shkelqim Vladi an den Pfosten. Aarau drückte, Aarau witterte Blut.
Und dann schlug Rapperswil eiskalt zu.
In der 10. Minute segelte eine Flanke von Loris Giandomenico in den Strafraum, Florian Kamberi stieg hoch – 1:0. Zwei Minuten später Konter, Übersicht von Josué Schmidt, Querpass, Rijad Saliji vollendet – 2:0 in der 12. Minute.
Es war diese Phase, in der der Aufsteiger zeigte, weshalb er momentan einen solch guten Lauf hat: Mut, Tempo, Präzision.
Trainer Selcuk Sasivari hatte vor der Partie ein Spiel «ganz zum Gusto der Zuschauer» erwartet. Er sollte recht behalten.
Omerovic gegen Aarau
Nach dem Doppelschlag verschob sich das Kräfteverhältnis zusehends. Aarau kombinierte flüssiger, fand die Zwischenräume, kam über die Flügel.
Der FCRJ verteidigte leidenschaftlich – und hatte in Omerovic einen Torhüter, der mehrfach in höchster Not rettete: gegen Vladi, gegen Dickenmann, gegen Filet. Parade um Parade, manchmal spektakulär, manchmal schlicht reflexartig.
Doch die Wucht der Gastgeber war enorm. In der 31. Minute war auch Omerovic geschlagen: Ein abgefälschter Ball landete bei Vladi, der zum 1:2 einschob. Zur Pause führte Rapperswil – und wusste doch, wie schmal dieser Vorsprung war.
Zwei Minuten, die alles kippen
Was nach dem Seitenwechsel folgte, war ein Wendepunkt in Zeitraffer. Zunächst traf Vladi in der 54. Minute sehenswert zum 2:2. Kaum war der Jubel verklungen, zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt: Adonis Ajeti hatte Filet im Strafraum zu Fall gebracht.
Valon Fazliu verwandelte den Elfmeter zum 3:2 (56.). Innerhalb von 120 Sekunden war aus einer 2:1-Führung ein 2:3-Rückstand geworden. Und Aarau legte nach: In der 71. Minute traf Fazliu erneut, 4:2. Das Spiel schien entschieden.
Doch dieser FCRJ ist kein Team, das sich seinem Schicksal ergibt.
Die letzte Welle
In der 78. Minute brachte ein Eckball neue Hoffnung. Rijad Saliji flankte, Filipe de Carvalho nahm direkt ab – 3:4. Plötzlich war sie wieder da, diese Unruhe im Stadion. Bakayoko setzte sich über die rechte Seite durch, seine Hereingabe verpasste der eingewechselte Lüthi nur knapp. Ser Ausgleich lag nicht in der Luft, aber er war denkbar.
Bis zur 91. Minute. Konter Aarau, Koide legt quer, Daniel Afriyie schiebt zum 5:3 ein. Der Schlusspunkt unter ein Spiel, das für neutrale Beobachter ein Fest war – und für Rappi eine bittere Lehrstunde.
Gegen einen Gegner von der Qualität des FC Aarau reicht eine Viertelstunde Glanz nicht. Aber sie zeigt, was möglich ist. Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Abends: Der FCRJ kann gegen jeden Gegner mithalten. Selbst auf einem Platz wie dem Brügglifeld.









