Pratteln

Krähen-Lärm im Frühling: Geduldsprobe für Anwohnende

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Pratteln,

In Pratteln sorgen Saatkrähen im Jörinpark und in der Längi für Lärm und Schmutz. Weil Vertreiben kaum hilft, setzt die Gemeinde auf Reinigung.

Der Jörinpark in der Gemeinde Pratteln.
Der Jörinpark in der Gemeinde Pratteln. - Nau.ch / Werner Rolli

Wie die Gemeinde Pratteln mitteilt, haben sich an mehreren Standorten, insbesondere in der Längi und im Jörinpark, in den vergangenen Wochen erneut Saatkrähen angesiedelt. Vor allem im Frühling, wenn beide Elterntiere ihren Nachwuchs versorgen, kann es in den Kolonien laut werden.

Auch Kotablagerungen auf Parkbänken, Wegen und Spielbereichen werden vielerorts als störend empfunden. Eine Vertreibung der Krähen ist jedoch kaum möglich, da Vergrämungs- und Vertreibungsmassnahmen nur geringe und kurzfristige Wirkung zeigen.

Die Saatkrähen lassen sich leicht an ihrem charakteristischen Ruf erkennen: quäkend, krächzend, tief und mitunter lautstark. Die Tiere gelten als hochintelligent und sozial gut organisiert.

Eingriffe gegen Krähen nur begrenzt möglich

Sie ernähren sich unter anderem von Insekten, Mäusen und Aas und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Besonders während der Brutzeit sind die Jungtiere sehr laut. Nach dem Sommer werden sie in der Regel ruhiger, und die Kolonien lösen sich teilweise wieder auf.

Der Lebensraum der Saatkrähe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. In heutigen Landwirtschaftsgebieten finden die Tiere kaum noch geeignete Bedingungen für ihre Brutkolonien vor. Deshalb weichen sie zunehmend in Siedlungsgebiete aus.

Oft entsteht der Eindruck, es würden zu wenig Massnahmen gegen die Krähen ergriffen. «Wegen des gesetzlichen Schutzes und der hohen Intelligenz der Tiere sind Eingriffe im Siedlungsraum jedoch nur sehr eingeschränkt möglich. Dies zeigen auch die Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden, die nichts mehr gegen Krähen unternehmen», sagt Beat Breitenstein, Leiter Werkhof.

Werkhof verstärkt Reinigung

Als Sofortmassnahme reinigt der Werkhof die betroffenen Parkbänke und Anlagen verstärkt, sowohl im Jörinpark als auch entlang der Wyhlenstrasse, damit diese weiterhin uneingeschränkt genutzt werden können. Schwieriger gestaltet sich die Situation, wenn sich Krähen auf Bäumen befinden, die auf Privatgrund stehen und nicht auf öffentlichem Areal.

Auch sind lokale Eingriffe nur in Einzelfällen sinnvoll. Während der Brutzeit stehen die Tiere sowieso unter Schutz. Nester mit Eiern oder Jungvögeln dürfen in dieser Zeit nicht entfernt oder gestört werden. Danach prüft die Gemeinde, welche Massnahmen insbesondere im Spielbereich für Kinder möglich und verhältnismässig sind.

Langfristig bleibt jedoch wohl nichts anderes übrig, als den Tieren mit mehr Verständnis zu begegnen, damit ein verträgliches Miteinander möglich bleibt.

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