Wie die Gemeinde Fehraltorf berichtet, soll für die Verbesserung der Trinkwasserversorgungssicherheit die FIR die Option beim Vorlieferanten erhöhen.
Dorfbrunnen in Fehraltorf (ZH).
Dorfbrunnen in Fehraltorf (ZH). - Nau.ch / Simone Imhof
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Im Rahmen der Evaluation für ein zweites Standbein der Gruppenwasserversorgung FIR zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Schaffung einer Redundanz wurde das Projekt der Verbindungsleitung Illnau–Fehraltorf zur Umsetzung verabschiedet.

Das Projekt gewährt zwar eine zweite Verbindung von und nach Fehraltorf bei einem Ausfall der Transportleitung Talmaz–Barmatt, hat jedoch auf die zukünftig zur Verfügung stehende Trinkwassermenge nur geringen Einfluss.

Für die langfristige Gewährleistung der Trinkwasserversorgung sind neben den baulichen Massnahmen auch die vertraglichen Rahmenbedingungen zu definieren.

Aktuell verfügt die Gruppenwasserversorgung FIR über Trinkwasseroptionen im Umfang von 2500 Kubikmeter pro Tag, davon beträgt der Anteil für Fehraltorf 1325 Kubikmeter pro Tag.

Wasserbedarf beinhaltet gesamten Bedarf an Trink- und Brauchwasser

In den langen Trockenperioden der letzten Jahre hat sich herausgestellt, dass diese Menge nicht ausreicht, um eine vernünftige Versorgungssicherheit im Versorgungsgebiet gewährleisten zu können.

Aufgrund dessen hat die Gruppenwasserversorgung FIR die Wasserversorgungen im Versorgungsgebiet aufgefordert, konkrete Angaben über den zukünftigen Trinkwasserbedarf anzugeben, damit auf den Zeitpunkt, wo mit dem vorgelagerten Versorger die Lieferverträge angepasst werden, eine mögliche Anpassung der bestehenden Optionsmenge beim Vorlieferanten angemeldet werden kann.

Die Ermittlung des zukünftigen Wasserbedarfes beruht auf Prognosen der Bevölkerungsentwicklung und der Entwicklung des spezifischen Wasserverbrauchs.

Der spezifische Wasserbedarf beinhaltet den gesamten Bedarf an Trink- und Brauchwasser sowohl für Haushalt und Kleingewerbe wie auch für Industrie und öffentliche Einrichtungen.

Der Wasserverbrauch ist abhängig von Einflussgrössen

Ebenfalls eingeschlossen sind der Eigenbedarf des Werkes wie auch der Wasserverlust.

Der Wasserverbrauch ist abhängig von Einflussgrössen wie Klima, Siedlungsstruktur, Wohndichte, soziale Struktur der Bewohner, Wohnkomfort und so weiter und ist daher für jede Wasserversorgung gesondert zu bestimmen.

Der mittlere spezifische Bedarf wird erfahrungsgemäss während 150 bis 200 Tagen im Jahr erreicht.

Seine Grösse ist massgebend für Pumpzeiten und Pumpleistungen sowie für erforderliche Reservoirinhalte.

Maximaler spezifischer Bedarf wird an wenigen Sommertagen registriert

Der maximale spezifische Bedarf wird nur an wenigen heissen Sommertagen registriert. Er wird in der angegebenen Grösse zudem nicht jedes Jahr erreicht.

Er variiert stark je nach Grösse und Verbraucherstruktur des Versorgungsgebietes.

Die gemittelte, maximal bezogene Tageswassermenge für die Jahre 2018 bis 2020 beträgt für Fehraltorf circa 3950 Kubikmeter, für die Jahre 2019 bis 2021 jedoch nur 3500 Kubikmeter, da im Jahr 2021 der maximale Bezug über 1000 Kubikmeter tiefer war als 2020.

Der Mittelwert über fünf Jahre beträgt je nach Betrachtungszeitraum circa 3700 Kubikmeter.

Die Versorgungssicherheit wird markant erhöht

Wird der Betrachtungszeitraum auf acht Jahre ausgeweitet, liegt der Mittelwert bei circa 3400 Kubikmeter.

Aufgrund der künftigen Prognosen und der Erfahrungswerte beantragt der Gemeinderat der FIR eine Optionshöhe für Fehraltorf von maximal 3500 Kubikmeter zu bestellen.

Somit hätten über 95 Prozent aller Bezüge der Jahre 2018 bis 2020 abgedeckt werden können.

Die Erhöhung der Option wird zu Mehrkosten von circa 20 Rappen pro Kubikmeter Trinkwasser führen.

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